Negatives Denken stoppen: Pessimismus im Job
Wer zu Pessimismus neigt, rechnet meist mit dem Schlimmsten, wenigstens aber mit einem negativen Ausgang. Typische Gedanken sind: "Ich kann das sowieso nicht", "Das wird nie funktionieren" oder "Das Glas ist halb leer". Pessimisten betrachten die Dinge grundsätzlich negativ - auch als eine Art Schutz: Wer mit dem Schlimmsten rechnet, ist darauf zumindest etwas vorbereitet, kann nicht mehr überrascht oder gar enttäuscht werden. Die Geisteshaltung ist in der Regel tief verwurzelt - und hat große Gefahren. Wo die Gründe für Pessimismus liegen und Tipps, wie Sie negative Gedanken stoppen...

Zukunftsangst: Frauen sind pessimistischer als Männer

Aktuell blickt nur rund ein Drittel der Deutschen (32 Prozent) zuversichtlich in die Zukunft, so das Ergebnis einer Umfrage der Initiative "Deutschland - Land der Ideen". Vor allem Frauen machen sich Sorgen: Nur jede Vierte (24 Prozent) sieht künftigen Entwicklungen optimistisch entgegen. Zum Vergleich: Von den Männern blicken 40 Prozent mit gutem Gefühl in die Zukunft. Insgesamt denkt nur jeder dritte Deutsche (34 Prozent), dass sich der aktuelle Lebensstandard halten lässt.

Psychologie: Pessimismus und Optimismus

Pessimismus ist - psychologisch betrachtet - zunächst nichts weiter als eine Geisteshaltung oder Lebenseinstellung, die auf positive Erwartungen und Hoffnung verzichtet. Pessimisten gehen davon aus, dass jede Handlung und Aktion negative Konsequenzen haben wird.

Übertragen auf einen beruflichen Kontext: Der Pessimist geht davon aus, eine Aufgabe entweder gar nicht erledigen oder schaffen zu können oder nur ein unzureichendes Ergebnis abzuliefern.

Doch wie entsteht eine solch negative Einstellung überhaupt? In der Regel werden zwei Ursachen für eine pessimistische Haltung angenommen:

  1. Schutz vor Enttäuschungen:

    Häufig geben auch Pessimisten selbst an, dass die Einstellung eine Schutzfunktion hat. Optimisten können frustriert oder enttäuscht werden, wenn etwas nicht ihren Erwartungen entspricht; der Pessimist aber hat nichts zu verlieren, das Scheitern ist bereits eingepreist.

  2. Auswirkung negativer Erlebnisse:

    Viele sehen den Ursprung des Pessimismus in den negativen Erfahrungen, die man im Laufe des Lebens macht. Diese Erfahrungen werden verallgemeinert und auf alle Bereiche, ob in beruflicher oder privater Hinsicht, projiziert.

Es gibt aber noch andere Erklärungen: Anstatt den Ursprung des Pessimismus in den negativen Erlebnissen, deren Häufigkeit oder Intensität zu suchen, gibt es auch einen persönlichen Erklärungsansatz. Dieser sieht nicht die negativen Erfahrungen selbst, sondern den persönlichen Umgang mit diesen als wichtigsten Faktor für Pessimismus. Nach dieser Einschätzung suchen...

  • Pessimisten den Grund für ihren Misserfolg bei sich selbst. Erfolge schieben sie hingegen auf äußere Einflüsse.
  • Optimisten den Grund für ihren Erfolg bei sich selbst. Misserfolge schieben sie auf äußere Einflüsse.

Bemerkenswert am Pessimismus ist jedoch vor allem, dass er als intelligenter gilt als der Optimismus. Oder wie es der Spruch ausdrückt: Optimisten haben Spaß, Pessimisten haben Recht...

Der Optimist steht stets im Verdacht, die Welt naiv oder durch eine rosarote Brille zu betrachten. Der Pessimist dagegen steht mit dem Realist und smarten Kritiker auf Augenhöhe. Schließlich kalkuliert er mit allen erdenklichen Unwägbarkeiten, Befürchtungen und wilden Spekulationen. Da wo der Optimist hofft oder glaubt, rechnet und kalkuliert der negativ Denkende...

Dass am Ende Befürchtungen, Zweifel und Skepsis auch nichts weiter als Spekulationen sind, womöglich sogar die unwahrscheinlicheren, wird dabei meist übersehen.

Ebenso, dass negatives Denken auf Dauer bremst und sogar Körper und Seele massiv beeinflussen kann: Angstzustände, generelles Misstrauen, Bitterkeit, Niedergeschlagenheit, Rückenschmerzen, Depressionen können hier ihre Ursachen haben.

Es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass negative Gedanken das Immunsystem schwächen und Pessimisten doppelt so häufig an Infektionskrankheiten leiden wie Optimisten.

Wider den Pessimismus: Lächeln lohnt sich

Wer positiver denkt, der lächelt auch mehr. Das funktioniert aber auch umgekehrt: Wer mehr lächelt, denkt auch positiver... Warum Sie überhaupt öfter lächeln sollten, lesen Sie HIER.

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Pessimismus Bedeutung: Das Problem der selbsterfüllenden Prophezeiung

Es ist ein bisschen wie mit dem Gesetz der selbsterfüllenden Prophezeiung: Weil der Pessimist danach regelrecht sucht, tritt für ihn auch häufig ein, womit er rechnet, was ihn in seiner Haltung wiederum bestätigt.

Geht die Geschichte ausnahmsweise doch mal gut aus, ist auch das kein Problem: Ausnahmen bestätigen schließlich die Regel.

Ein klassisches Beispiel für dieses Phänomen ist eine Prüfungssituation: Wer sich krampfhaft einredet, in besagter Prüfung durchzufallen, wird es aller Wahrscheinlichkeit nach auch wirklich tun. Das Verhalten wird unterbewusst dahingehend beeinflusst, dass die Prophezeiung eintreten wird.

So rechtfertigt der Pessimist zumeist dann auch sein Haltung: Wenn das Schlimmste eintritt, bin ich darauf vorbereitet und kann auch nicht überrascht werden.

Pessimismus ade: Wie Sie negatives Denken stoppen

Das Prinzip lässt sich aber auch umkehren. Wer die Zukunft positiv betrachtet, trägt unterbewusst auch dazu bei, dass die Dinge sich positiv entwickeln. Doch es gibt leider keinen Schalter, den man umlegen kann, um von negativen auf positive Gedanken zu wechseln. Dieser Weg erfordert Selbstreflexion, Ausdauer und mentale Stärke. Doch wer es schafft, den Pessimismus abzulegen, wird durch eine völlig neue Sicht auf die Welt belohnt. Wir haben fünf Tipps für Sie, die Ihnen dabei helfen können, die negativen Gedanken zu stoppen.

  1. Glauben Sie an Ihre Fähigkeiten.

    Pessimisten neigen dazu, sich selbst schlecht zu reden und ihr Können klein zu reden. Der erste Schritt zu positivem Denken ist es daher, an die eigenen Fähigkeiten zu glauben und sich selbst etwas zuzutrauen. Nur wer seinen Fähigkeiten vertraut und selbstbewusst an Aufgaben herangeht, kann diesen optimistisch begegnen und seine besten Leistungen bringen.

  2. Erkennen Sie Ihre Erfolge an.

    Führen Sie sich vor Augen, was Sie bereits erreicht haben. Eine erfolgreiche Kundenpräsentation, Ihre Idee, die vom Chef umgesetzt wurde oder den Auftrag, den Sie für Ihre Firma an Land gezogen haben. Machen Sie sich auch bewusst, dass diese Erfolge Ihr Verdienst sind. Wer seine eigenen Leistungen nicht anerkennt, redet sich selbst unnötigerweise schlecht. Ziehen Sie stattdessen Selbstbewusstsein und Energie aus Ihren Erfolgen und übertragen Sie diese auf weitere Projekte.

  3. Legen Sie Ihre Angst vor Fehlern ab.

    Auch wenn sie manchmal schmerzhaft sind, gehören Fehler zum beruflichen wie zum privaten Leben dazu. Lassen Sie sich nicht von der Angst vor Fehlern einschüchtern. Es ist keine Schande zu scheitern, sondern etwas gar nicht erst zu versuchen. Wer aus Fehlern lernt, wird sich weiter entwickeln und daran wachsen. Wer jedoch vor Angst gelähmt ist, wird sich immer wieder in der gleichen Situation wiederfinden. Trauen Sie sich!

  4. Akzeptieren Sie die Konkurrenz.

    Wer sich ständig mit anderen vergleicht, erzeugt bei sich selbst großen Druck und hohe Erwartungen. Gerade Pessimisten gehen solche Vergleiche besonders negativ an. Gemäß ihrer Einstellung erwarten sie, niemals so gut zu sein wie ihre Kollegen oder Freunde. Die Konkurrenz könnte aber auch als Ansporn und Motivation gesehen werden, um die eigenen Leistungen noch weiter zu verbessern. Anstatt andere zu beneiden, kann man auch von ihnen lernen.

  5. Vermeiden Sie den Wunsch nach Perfektion.

    Perfektionismus kann auch als ein Auslöser von negativen Gedanken und Pessimismus gesehen werden. Wer seine Ziele nahe der Perfektion setzt, wird es besonders schwer haben, diese zu erreichen. Verfehlt man die angestrebte Perfektion dann, sind Frust und Enttäuschung bereits programmiert. Ziele zu haben und diese auch erreichen zu wollen, ist ein wichtiger Punkt. Doch ebenso wichtig ist es, die Ziele realistisch zu wählen.

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