Dass Bewerber im Vorstellungsgespräch gerne mal übertreiben und den Lebenslauf aufhübschen, gehört ja bereits zum Alltag. Entsprechend misstrauisch sind Personaler bei Angaben zu bisherigen Leistungen, Stärken, Qualifikationen, Sprachkenntnissen. Die entscheidende Frage dabei ist allerdings: Bei welchen Punkten wird am meisten geschummelt, gelogen und betrogen (wobei einem bewusst sein sollte, dass das in einigen Fällen nachträglich eine fristlose Kündigung rechtfertigt). Die Robert Half Personalberatung ist dieser Frage nachgegangen und hat dazu über ein Meinungsforschungsinstitut rund 1200 Personalmanager gefragt. Ergebnis:
- 30 Prozent der Bewerber lügen in Sachen Verantwortung und tatsächlicher Aufgabe in früheren Jobs,
- 22 Prozent übertreiben bei ihren Managementfähigkeiten,
- 16 Prozent geben bessere Sprachkenntnisse an als sie besitzen,
- 10 Prozent schrauben das letzte Gehalt höher als es war,
- 5 Prozent schummeln bei ihren Softwarekenntnissen, und
- 4 Prozent machen bei ihrem Bildungsgrad falsche Angaben (Obacht: Kündigungsgrund!)
Die Studie erklärt zwar nicht, aus welchen Motiven gemogelt wird. Doch so oder so: Es ist dämlich. Bei jeder Bewerbung besteht die Wahrheitspflicht – erst recht für Bewerbungsunterlagen. Gegen ein bisschen Beschönigen ist nichts zu sagen: Chronische Krankheiten etwa muss man seinem Wunscharbeitgeber nicht mitteilen, sofern die keinen Einfluss auf den Job haben. Gleiches gilt für geplante Schwangerschaften oder eine überwundene Sucht. Jedem Bewerber sollte aber bewusst sein, dass Personaler harte Fakten entweder via Internet oder per Anruf beim ehemaligen Arbeitgebern nachprüfen können. Gefälschte Zeugnisse, gekaufte akademische Titel und nie absolvierte Arbeitsstationen sind nicht nur eine Kündigungsgrund, sondern teilweise auch Urkundenfäschung, die Schadenersatzforderungen und Geldstrafen nach sich ziehen kann. Sich selbst in ein besseres Licht zu rücken, ist bei Bewerbungen gang und gäbe. Klappern gehört nunmal zum Geschäft. Aber dabei gleich seinen Ruf riskieren?



alex
Kann ich nur unterschreiben – aber man sollte auch mal thematisieren wieviele Personalchefs und Vorgesetzte die Firma und Position “aufhübschen”, wenn sie einen Kandidaten ködern wollen. Da wird aus der todkranken Verlustbringerbude schnell eine vielversprechende Startup.
derherold
Fake it, till you make it !
Ansonsten müßte ich auf Alex´ Kommentar zu einem anderen Beitrag verweisen: ein erfahrener “Personaler” bzw. “Einstellungsgespräch-Führender”, der nicht in der Lage ist, mit 3, 4 gezielten Fragen herauszufinden, ob Kenntnisse, Erfahrungen – wie von dem Bewerber behauptet – vorliegen, ist wohl nicht sonderlich fähig…
ONwebCHECK
Naja, also ich habe auch schon Bewerbungen gesehen und was dann vormaschiert ist…. da fehlen einem die Worte. Die Bewerber haben ein Recht darauf sich evtl. Fahrtkosten erstatten zu lassen… ja will ich den Job oder die… und
wer zahlt mir die Zeit sich mit den ganzem (sorry) “Müll” abgeben zu müssen?!?
Naja… und wenn man dann doch den Fehler erst später erkennt und die Probezeit nicht bestanden ist wollen die noch ein super Zeugnis, was ja auch noch einklagbar ist… da verstehe ich da aber die Welt nicht mehr. Wenn ich vor Gericht falsch aussage ist das strafbar, aber man wird vom Gericht ger gezwungen falsche Aussagen in ein Arbeitszeugnis zu schreiben….. Für große Firmen mag das ja net so schlimm sein, aber für die Kleinen!
Neeraj
Eine Sache Arbeitgeber tun können, ist zu überprüfen, Ausbildung und Erfahrung des Bewerbers, aber das kann teuer werden .. Aber noch ich glaube, dass, wenn der Bewerber kann seine Arbeit auch in den neuen Job, Arbeitgeber sollten nicht kümmern uns um all diese Informationen