Mit dem berühmt-berüchtigten Fall des ehemaligen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg hat alles begonnen. Plötzlich waren Plagiate ein öffentliches Thema, die Problematik wurde von verschiedensten Seiten beleuchtet und die Suche nach weiteren Plagiatoren nahm Fahrt auf. Die ganze Diskussion – die seit kurzem auch Bundesbildungsministern Annette Schavan einschließt – hat vor allem einen negativen Effekt: Studenten sind verunsichert und haben bei jeder wissenschaftlichen Arbeit Angst davor, versehentlich ein Plagiat zu verfassen. Diese Sorge ist jedoch unbegründet – zumindest dann, wenn die Studenten sauber und gründlich arbeiten.

Diese saubere Arbeit beginnt bereits vor der Texterstellung mit dem richtigen Zeitmanagement und der realistischen Planung der Arbeit. Denn der Hauptgrund für versehentliche Plagiate ist in der Regel Zeitmangel. Bei einer hektischen Endkorrektur unter Zeitdruck kann es schnell passieren, dass Quellenangaben vergessen und einzelne Zitate nicht kenntlich gemacht werden. Böse Absicht ist das in diesem Fall nicht – eher Nachlässigkeit.

Wann ist es ein Plagiat?

Ein Plagiat liegt immer dann vor, wenn…

  • … die Arbeit nicht von Ihnen sondern von einer dritten Person – Ghostwriter – verfasst, aber unter Ihrem Namen abgegeben wurde.
  • … Sie wörtliche Zitate verwenden, ohne die Quelle zu nennen.
  • … Textpassagen und Abschnitte von anderen Texten abgeleitet oder inspiriert sind, ohne dass die Quellen genannt werden.
  • … die Kennzeichnung der Zitate und die dazugehörigen Quellenangaben nicht ausreichen, um die Quelle eindeutig bestimmen zu können.

Grundregeln reichen aus

Mit genug Zeit können Studenten ihre Arbeit genau prüfen und die formalen Vorgaben problemlos erfüllen. Dazu bedarf es nur der Beachtung einiger Grundregeln und Tipps.

  • Machen Sie sich mit den Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens vertraut. Jede Hochschule bietet entsprechende Kurse an, die Sie unbedingt belegen sollten.
  • Werden Sie sich über die Zielsetzung einer wissenschaftlichen Arbeit klar: Diese soll zum wissenschaftlichen Diskurs beitragen, neue Perspektiven und Aspekte aufzeigen und dabei auf bestehendem Material beruhen. Es geht also um die Verknüpfung und Aufarbeitung bestehenden Materials, nicht um dessen perfekte Wiedergabe.
  • Zitieren Sie möglichst wenig wörtlich und formulieren Sie stattdessen lieber selbst. Denken Sie bitte daran, auch bei “inspirierten” Absätzen und Textpassagen die Quelle zu nennen.
  • Machen Sie sich mit den geltenden Zitatregeln vertraut und legen Sie sich Ihr Zitationsschema bereits im Vorfeld der Arbeit an. So müssen Sie sich während der Erstellung keine Gedanken darum machen.
  • Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für die Endkorrektur und lassen Sie die Arbeit gegenlesen. Erst wenn alle Korrektoren ihr Okay geben, sollten Sie die Arbeit abgeben.

Der eine oder andere Student wird sich jetzt vielleicht denken, dass die oben genannten Punkte viel zu einfach klingen und das doch nicht alles sein kann. Doch, ist es. Prinzipiell lässt sich ein Plagiat – wie bereits erwähnt – leicht vermeiden. Doch keine Sorge, die praktische Umsetzung dieser Punkte wird Sie ausreichend beschäftigen.