Das Spannende an dieser Meldung ist die Geschichte hinter der Geschichte. Die Branche der Personalberater verzeichnet ein Umsatzplus um 18,2 Prozent auf insgesamt 1,3 Milliarden Euro. “Na ja, na und?!”, mag man denken. Denen geht es wie allen gerade: überall Aufschwung. Was sicher auch ein Grund dafür ist, warum das Volk, also wir, so stoisch den Unfug erträgt, den unsere gewählten Vertreter in Berlin derzeit so anstellen. Aber gut – andere Geschichte.

In dieser Geschichte geht es nur vordergründig um gute Geschäfte mit Jobwechslern, Managern in spe und eine druckfrische Studie des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater (BDU). Dazu muss man wissen, dass Personalberater zu den sogenannten Frühindaktoren zählen. Sobald bei ihnen der Laden brummt, geht es mit der Wirtschaft aufwärts (und umgekehrt). Denn wenn Unternehmen erst einmal bereit sind, mindestens ein Drittel eines Jahresgehalts für die Suche einer Fachkraft oder Führungskraft auszugeben, dann wollen sie meist noch mehr investieren. Würde sich sonst ja auch nicht lohnen. Für das laufende Jahr erwarten die Personalberater übrigens sogar ein Umsatzplus von 14 Prozent.

Entsprechend sinnvoll ist es, einen Scheinwerfer darauf zu richten, wer gerade wen sucht. Und siehe da: Eine besonders hohe Nachfrage wird dieses Jahr vor allem vom Verarbeitenden Gewerbe (+ 15,9 Prozent), von der TIMES-Branche (+ 19,2 Prozent), den Energie- und Wasserversorgern (+ 16,3 Prozent) sowie den wirtschaftsnahen Dienstleistern (+ 15,9 Prozent) – also beispielsweise Wirtschaftsprüfer, Unternehmensberater oder Steuerberater – erwartet.

Jede vierte Besetzung erfolgt auf Leitungsebene

Für jede vierte Position suchen die Recruitingspezialisten einen Kandidaten auf Vorstands- und Geschäftsführerebene. Heißt aber im Umkehrschluss: Drei von vier Suchaufträgen betreffen Fachkräfte.

So hat etwa die Nachfrage nach Ingenieuren – häufig kombiniert mit Kompetenzen und Erfahrungen im Vertrieb – oder Konstrukteuren im Maschinen- oder Automobilbau merklich angezogen. Gestiegene Anforderungen an die IT-Strategie und -Sicherheit sorgen dafür, dass auch diese Experten hochbegehrt sind. Zunehmend häufiger werden die Personalberater auch mit der Suche nach Kandidaten für Kontroll- und Aufsichtsgremien betraut. Und bei rund jedem fünften Suchprojekt stehen Marketing- und Vertriebsexperten auf dem Wunschzettel der Arbeitgeber.

Durchaus attraktiv daran ist: Drei Viertel der besetzten Positionen liegen in einer Gehaltsspanne von 75.000 bis 250.000 Euro.

Mittleres Management gefragt

Aus der Trendbefragung geht ebenfalls hervor, dass Führungskräfte auf mittlerer Ebene mit zehn bis 15 Jahren Berufserfahrung aus Sicht der Personalberater künftig zunehmend gesucht werden (87 Prozent sagten das). Dabei erwarten die Auftraggeber jedoch auch in wachsendem Maß Internationalität und interkultureller Kompetenz von den Kandidaten (82 Prozent) – und das diese Suche nach Spezialisten und Nachwuchskräften – Achtung, jetzt kommt’s! – für gut 90 Prozent der Personalberater zunehmend über soziale Netzwerke führt.

Und das ist doch eine viel bessere Nachricht als jene, dass es bei den Headhuntern zurzeit ganz gut läuft.