Wenn das mal kein starkes Argument für einen nachmittäglichen Kurzschlaf – vulgo Powernap – ist! Der Psychologe Ninad Gujar von der Universität von Kalifornien in Berkeley will herausgefunden haben: Wer tagsüber tapfer durchhält und die ganze Zeit über wach bleibt, ist empfänglicher für negative Emotionen. Powernapper dagegen konzentrierten sich mehr auf ihre schönen Gefühlsmomente.
Insgesamt 36 Probanden nahmen an dem zugrunde liegenden Experiment teil. Im Tagesverlauf mussten diese dann einige Aufgaben lösen, wobei die eine Hälfte zwischendurch bis zu 90 Minuten wegnickern durfte. Der Trick diesmal: Die Aufgaben bestanden im Wesentlichen darin, sich am Bildschirm Gesichter von fremden Menschen anzusehen und deren Gefühlsausdruck einzuschätzen. Und siehe da: Wer wach bleiben musste, sah am Nachmittag mehrheitlich ängstliche bis aggressive Gesichter, während die durch einen Kurzschlaf erfrischten Teilnehmer mehrheitlich glückliche Menschen wahrnahmen. Die gezeigten Bilder waren natürlich bei beiden Gruppen identisch.
Die Erklärungen dafür, warum das so ist, sind nicht ganz eindeutig. Und 36 Probanden sind sich auch nicht ausreichend, um daraus nachhaltige Schlüsse zu ziehen. Dennoch reiht sich auch diese Studie ein in zahlreiche weitere, die die positive Wirkung einer nachmittäglichen Siesta bestätigen. Jetzt gilt es nur noch, die Chefs davon zu überzeugen…
9 Tipps für den Powernap
- Trinken Sie vor dem Wegdämmern ruhig eine Tasse Espresso oder Kaffee. Das Koffein darin wirkt nicht so schnell, dass es das Einschlafen hemmt, gibt aber Schubkraft bei der anschließenden Erweckung.
- Als Einschlafhilfe atmen Sie drei- bis fünfmal langsam und tief durch. Wenn Sie können, dunkeln Sie Ihre Büro etwas ab und sorgen Sie dafür, dass Sie während des regenerativen Powernaps wirklich entspannen können und nicht unterbrochen werden. Schließen Sie zum Beispiel die Bürotür und die -fenster, stöpseln Sie das Telefon aus und deaktivieren Sie den Signalton Ihres E-Mail-Eingangs. Und vor allem: Schalten Sie auch geistig ab. Grübeln ist beim Nickern absolut tabu.
- Nickern Sie nicht zu lange! Ein Schlummerstündchen ist definitiv zu viel. Denn wer zu tief wegsackt, schläft sich müde und fühlt sich nachher erst recht zerschlagen. 20 bis 30 Minuten sind das Ideal.
- Dösen Sie nicht mehr nach 16 Uhr. Die meisten Menschen bekommen sonst abends Probleme beim Einschlafen.
- Überlegen Sie sich vorher eine gute Weckstrategie. Albert Einstein, ebenfalls ein bekennender Nickerer, soll stets einen Schlüsselbund in die Hand genommen haben, der nach einiger Zeit herunterfiel und ihn so wieder weckte. Sie können aber auch den Alarm an ihrem Handy stellen.
- Wählen Sie sich für den nachmittäglichen Energieschlaf einen ruhigen Ort und eine möglichst angenehme Körperhaltung. Bewährt hat sich: Arme auf dem Schreibtisch verschränken, Kopf seitlich darauf legen. Bequemer ist freilich ein Bürostuhl an dem Sie die Lehne zurücklegen können.
- Und falls Sie in Ihrem Büro keine Ruhe finden oder nicht beim Dösen erwischt werden wollen, ziehen Sie sich diskret auf die Toilette zurück. Zur Tarnung können Sie sich auch eine Zeitung unter den Arm klemmen, und es wird garantiert keiner fragen, wenn Sie länger wegbleiben.
- Versuchen Sie nicht nach einem Plan zu schlafen, sondern dann, wenn Sie sich schlapp fühlen. Achten Sie auf die Signale ihres Körpers: Ihre Lider werden schwer, die Gedanken schweifen ab und wenn Sie jetzt noch konzentriert weitermachen wollen, müssen Sie sich gewaltig am Riemen reißen. Sinnvoller aber wäre das biologische Tief einfach kurz zu verschlafen.






