Probearbeit: So meistern Bewerber die GeneralprobeSchriftliche Bewerbung und Vorstellungsgespräch haben Sie erfolgreich gemeistert, jetzt steht zwischen Ihnen und Ihrem neuen Job nur noch ein Schritt: Die Probearbeit. Auch wenn ein Probearbeitstag nicht in allen Unternehmen zum Standard gehört, sollten Sie sich als Bewerber auf eine solche Generalprobe einstellen – und diese zu schätzen wissen. Denn ein solcher Probearbeitstag bietet nicht nur dem Unternehmen, sondern auch Ihnen die Möglichkeit, die Chancen der Zusammenarbeit zu beurteilen und sich einen Praxiseindruck zu verschaffen. Daher sollten Sie die Probearbeit nicht als Ausbeutung – was leider nach wie vor manche Bewerber tun – sondern als Chance sehen und diese optimal für sich nutzen.

Probearbeit – sicher Sie sich den Job

Als Bewerber stehen für Sie am Probearbeitstag zwei Aspekte im Zentrum: Erstens sollten Sie Ihren künftigen Arbeitgeber endgültig von Ihren Qualitäten und Fähigkeiten überzeugen und zweitens für sich selbst herausfinden, ob sich das Unternehmen tatsächlich als Arbeitgeber für Sie eignet. Eine entscheidende Komponente für den Erfolg Ihres Probearbeitstages ist dabei die passende Vorbereitung.

Es mag seltsam klingen, doch wer unausgeschlafen, gestresst oder kränklich zum Probearbeitstag erscheint, beraubt sich selbst zahlreicher Chancen und Möglichkeiten. Der erste Eindruck des Personalers steht zwar spätestens seit dem Vorstellungsgespräch fest, doch bei der Probearbeit treffen Sie das erste Mal auf Ihre künftigen Kollegen und Ihren direkten Vorgesetzten. Diese bilden sich ihren ersten Eindruck von Ihnen daher an diesem Tag. Es liegt zumindest teilweise an Ihnen, wie dieser Eindruck ausfällt.

Selbstbewusstes Auftreten, Neugier und Lernbereitschaft

Ihr Bild von den Arbeitsbedingungen im Unternehmen werden Sie sich im Lauf des Tages vermutlich weitgehend problemlos machen können. Dafür reicht bereits die aufmerksame Beobachtung Ihrer künftigen Kollegen und deren Arbeitsweise. Um sich den Arbeitsplatz zu sichern, müssen Sie jedoch eine Gratwanderung zwischen selbstbewusstem Auftreten, Lernbereitschaft und Kollegialität meistern.

Begehen Sie bitte nicht den Fehler, sich am Probearbeitstag deutlich zurückzuhalten und nicht zu widersprechen. Die Versuchung, potentielle Konflikte zu vermeiden, ist in der Regel zwar groß, doch damit vermitteln Sie ein falsches Bild. Einerseits könnte Ihr künftiger Chef an Ihrer Durchsetzungsfähigkeit zweifeln, andererseits beginnt die Zusammenarbeit dann unter falschen Voraussetzungen. Verhalten Sie sich am probearbeitstag beispielsweise deutlich ruhiger als gewöhnlich, werden sowohl Kollegen als auch Chef bei der späteren Zusammenarbeit irritiert sein. Aus dieser Irritation können oft Konflikte und Probleme entstehen.

Treten Sie jedoch selbstbewusst auf und machen gleichzeitig deutlich, dass Sie lernbereit sind und die Erfahrung Ihrer künftigen Kollegen respektieren, vermitteln Sie einen völlig anderen Eindruck. Dann zeigen Sie Ihre Stärken und Kompetenzen, wirken dabei jedoch nicht arrogant oder überheblich. Durch diesen Ansatz – der in den meisten Fällen Ihrem natürlichen Verhalten am Arbeitsplatz entsprechen dürfte – können Sie sich sowohl als Fachkraft als auch als Teamplayer positionieren und Ihrem künftigen Arbeitgeber erneut zeigen, warum er sich für Sie entscheiden sollte.

Probearbeit – Umfassende Nachbereitung

Das Feedback zu Ihrem Probearbeitstag oder den entsprechenden Arbeitsvertrag erhalten Sie in der Regel erst einige Tage später. Diese Zeit gibt Ihnen die Möglichkeit, das Erlebte auch für sich selbst nachzubereiten und zu analysieren. Bei dieser Nachbereitung sollten Sie auf einige Aspekte achten:

  • Wie war Ihr Bauchgefühl am Probearbeitstag?
  • Welchen Eindruck haben Ihre Kollegen und Ihr Chef auf Sie gemacht?
  • Welche Aspekte sind Ihnen besonders positiv in Erinnerung geblieben?
  • Welche Faktoren haben Sie gestört oder sind Ihnen negativ aufgefallen?
  • Spricht aus Ihrer Sicht etwas gegen die Arbeit im Unternehmen?
  • Welche Fragen oder Punkte wollen Sie in einem Folgegespräch noch ansprechen/klären?

Die beiden letztgenannten Punkte sind dafür ausschlaggebend, ob Sie einen Arbeitsvertrag annehmen oder nicht. Bei dieser Entscheidung sollten Sie jedoch auch bedenken, dass der Eindruck des Probearbeitstages zwar wichtig, jedoch nicht umfassend ist. So manches Problem löst sich im Lauf der Zusammenarbeit vielleicht von selbst und manche Frage können Sie nach einige Wochen selbst beantworten. Wie immer Sie sich entscheiden, wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Probearbeit.