Lösungsorientiert-Problem-lösen
Täglich, ob im Alltag oder im Job, begegnen wir ihnen: Probleme. Die Bandbreite reicht von kleinen Hürden à la "Die Bahn ist ausgefallen. Wie komme ich zur jetzt zur Arbeit? bis hin zu fachlichen Streitfragen. Probleme sind unumgänglicher Bestandteil jedes Jobs. Wie Sie mit Herausforderungen und Problemen umgehen, bestimmt häufig, wie gut Sie Ihren Job machen. Verfallen Sie in Aktionismus oder schaffen Sie es einen kühlen Kopf zu bewahren? Dabei haben es die Menschen leichter, die lösungsorientiert denken und handeln. Anregungen, wie Ihnen das gelingt...

Verschiedene Arten mit Problemen umzugehen

Sie stoßen auf ein unerwartetes Hindernis. Wie gehen Sie damit um? Analysieren Sie zuerst die Lage? Verfallen Sie in einen blinden Aktionismus? Haben Sie erst einmal ein Brett vorm Kopf? Es gibt vier typische Arten mit Problemen umzugehen. Diese haben wir in einer kleinen Typologie für Sie zusammengestellt:

  • Der Panikmacher

    shockfactor.de/shutterstock.comKommt etwas anders als erwartet und der Panikmacher wird mit einem Problem konfrontiert, schrillen bei ihm alle Alarmglocken. Er verhält sich wie ein kopfloses Huhn und rennt ziellos durch die Gegend. Blinder Aktionismus gibt ihm das Gefühl, etwas getan zu haben und damit die scheinbar drohende Katastrophe abzuwenden. Mit seinem Verhalten macht er auch alle um sich herum verrückt: Kollegen, die sich seinen überstürzten Aktionen anschließen und Kunden, die er in ihrer Unsicherheit noch bestärkt.


  • Der Nörgler

    shockfactor.de/shutterstock.comDer Nörgler hat von vornherein gewusst, dass Probleme auftreten werden. Er sieht sich in seiner Vorahnung bestätigt und reibt das allen anderen unter die Nase. Anschließend beschwert er sich lauthals über die zusätzliche Arbeit, die Unannehmlichkeiten - überhaupt über alles. Damit ist er so beschäftigt, dass keine Zeit für die Suche nach Lösungen bleibt. Er glaubt sowieso nicht daran, dass das Problem zu lösen ist.


  • Der Unbelehrbare

    shockfactor.de/shutterstock.com"Hier gibt es ein Problem? Ich sehe keines" - der Unbelehrbare verschließt die Augen vor Problemen oder Anzeichen, die darauf hindeuten könnten. Er handelt nach dem Motto: Solange ich mir nicht eingestehe, dass es ein Problem gibt, dann existiert dieses auch nicht. Damit macht er fröhlich weiter wie gehabt, bis das Problem so drängend geworden ist, dass es sich nicht mehr leugnen lässt.


  • Der Macher

    shockfactor.de/shutterstock.comDer Macher bewahrt einen kühlen Kopf. Er konzentriert sich ganz auf die Lösung des Problems. Von dem Problem selbst lässt er sich nicht verrückt machen, sondern spart seine Energie, um Vorschläge für mögliche Lösungen zu sammeln. Er glaubt daran, eine Lösung zu finden und geht mit einem klaren Ziel vor Augen an die Arbeit.


Problemlösungstypen: Der Unterschied

Was unterscheidet nun den vierten Typen von den ersten Drei? Er ist der Einzige, der lösungsorientiert an das Problem herangeht. Die meisten Menschen betrachten Probleme als etwas Negatives und Hinderliches, als etwas, das Unannehmlichkeiten verursacht. Sie versteifen sich so sehr auf diese Sichtweise, dass sie sich damit selbst im Weg stehen. Dabei übersehen sie die Chancen. "Probleme sind getarnte Gelegenheiten" - lautet ein Bonmot aus Ungarn.

Peter Madsen und Vinit Desai von der Brigham Young Universität beziehungsweise Universität von Colorado in Denver konnten das auch in einer Studie zeigen. Dabei kommen Sie zu folgendem Schluss: Unternehmen lernen mehr daraus, wenn etwas schief läut, sprich nicht nach Plan, als aus Erfolgen. Das sei wichtig, denn das wiederum stellt Traditionen, Denkmodelle und vermeindliche Wahrheiten infrage und setzt so einen Reflexions- und Innovationsprozess in Gang.

Was bedeutet es, lösungsorientiert zu denken und zu handeln?

Lösungsorientierung ist eine Einstellung. Sie erfordert ein Umdenken, denn nicht das Problem steht im Mittelpunkt des eigenen Denkens und Handelns, sondern die Lösung. Es ist ein zukunftsorientiertes Handeln, denn die Lösung des Problems steht vor der Analyse der Ursachen. Die folgende Fabel macht das sehr schön deutlich:

Nasreddin wanderte mit seinen Begleitern durch wildes Gebirge. Plötzlich und ohne Vorwarnung wurden sie von einer Horde Räubern überfallen und mit giftigen Pfeilen beschossen. Alle wurden verletzt. Nasreddin sagte zu seinen Begleitern: Kommt lasst uns einen Arzt aufsuchen. Seine Begleiter hingegen wollten die Räuber vertreiben. Sie verfolgten die Räuber und es gelang ihnen auch diese zu vertreiben. Doch in der Zwischenzeit hatte sich das Gift in ihren Körpern ausgebreitet und sie starben alle. Nasreddin überlebte als Einziger, denn er machte sich auf zum nächsten Dorf und erhielt noch rechtzeitig das rettende Gegengift.

Tipps für lösungsorientiertes Handeln und Denken

Doch wie schafft man es, sich bei Problemen wie Nasreddin und nicht wie seine Begleiter zu verhalten? Hier einige Anregungen, die Ihnen dabei helfen können:

  • Nehmen Sie eine distanzierte Haltung ein.

    Einstein bringt es auf den Punkt, er sagte einmal "Probleme werden nie auf der Ebene gelöst, auf der sie entstanden sind." Stecken Sie mittendrin, wird es Ihnen schwer fallen, einen Ausweg zu erkennen. Es braucht Distanz, um das Kernproblem zu erkennen und zu formulieren. Wer von Gefühlen, wie Angst oder Wut übermannt wird, ist zu einer sachlichen Betrachtung der Situation nicht mehr in der Lage.

  • Trennen Sie das Problem von der Lösung.

    Der Begriff "Problem" kommt aus dem Griechischen und bedeutet, "das, was (zur Lösung) vorgelegt wurde". Dabei kann Lösung in diesem Zusammenhang zweierlei bedeuten: Zum einen das Analysieren und zum anderen das Freimachen vom Problem, im Sinne von Loslösen. Wie letzteres funktioniert? Sie entwickeln einen Zielzustand und konzentrieren sich auf die Erreichung.

  • Nehmen Sie eine positive Haltung ein.

    Es geht nicht darum, die Situation durch eine rosarote Brille zu beurteilen. Gemeint ist Selbstwirksamkeit, der Glaube daran, dass Sie etwas verändern können und nicht Opfer der Umstände sind. Konzentrieren Sie sich auf die Lösung, den Zielzustand, wird Ihnen das leichter fallen, denn die negativen Gefühle, die mit dem Problem einhergehen, werden zur Nebensache.

  • Sammeln Sie verschiedene Lösungsvorschläge.

    Wie heißt es so schön: Viele Wege führen nach Rom. Überlegen Sie mit einzelnen Kollegen oder im Team, welche Möglichkeiten sich Ihnen bieten. Dabei sollte jeder zu Wort kommen und seine Ansätze vorschlagen dürfen. Verschiedene Techniken, die Ihrer Kreativität auf die Sprünge helfen, können Sie hierbei unterstützen.

  • Treffen Sie eine Entscheidung.

    Diskutieren Sie über die einzelnen Vorschläge. Was sind die Vor- beziehungsweise Nachteile? Mit welchen Lösungswegen haben Sie bereits in der Vergangenheit Erfolg gehabt? Das wird Ihnen dabei helfen, eine Entscheidung zu treffen.

  • Arbeiten Sie an der Umsetzung.

    Nun geht es darum, an der Erreichung zu arbeiten. Welche Kapazitäten benötigen Sie dafür? Was sind die nächsten Schritte? Die Ausarbeitung eines Plans gibt Ihnen Sicherheit, denn Sie wissen, was, wann zu tun ist.

  • Bewerten Sie die Ergebnisse.

    Zum Schluss steht die Bewertung und die Kontrolle an. Haben Sie Ihr Ziel erreicht? Wie ist der Problemlösungprozess abgelaufen? Was hätte besser und effizienter laufen können? An dieser Stelle findet auch die Analyse der Ursachen statt. Jedoch sollte die nur rund zehn Prozent Ihrer Energie in Anspruch nehmen.

Probleme lösen durch Abwarten

Manchmal ist das Beste, das man tun kann, genau das Gegenteil dessen, was man tun will. Tatsächlich glauben viele, dass allein Handeln das Beste ist, um seine Ziele zu erreichen. Taten statt Worte und so. Und meistens stimmt das ja auch. Aber eben nicht immer. Manchmal sind Nicht-Handeln, Abwarten und Aussitzen die besseren Alternativen. Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich spreche nicht von Tatenlosigkeit, Phlegma oder die Hände in die Hosentaschen zu stecken – ich meine Wu Wei. Diese ursprünglich aus dem Taoismus entliehene Maxime, steht für bewusstes Handeln durch Nicht-Handeln. Es steht für mehr Gelassenheit.

Also gut, wer es lieber schematisch mag: Hier unser ultimatives Problemlösungs-Flussdiagramm...

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