Problemlösungskompetenz
Probleme gehören zum Arbeitsalltag dazu und Problemlösungskompetenz wird zu einem immer wichtigeren Erfolgsfaktor. Kunden ändern kurzfristig ihre Meinung, der Chef verlangt Alternativen für den Projektablauf, eine Idee entwickelt sich überhaupt nicht so wie geplant und Kollegen sind eher Teil der Lösung als Teil des Problems. Darüber kann man lang und breit jammern, in Selbstmitleid versinken und sich beklagen, bis auch wirklich jeder erfahren hat, wie schwierig man es selbst gerade hat - oder man rollt die Ärmel hoch und löst die Probleme. Genau diese Einstellung ist es, die Arbeitgeber suchen, doch braucht es auch die nötige Fähigkeit Herausforderungen wirklich zu meistern. Worauf es bei der Problemlösungskompetenz ankommt und wie Sie besser darin werden, Probleme an der Wurzel zu packen und aus der Welt zu schaffen...

Problemlösungskompetenz Definition: Hindernisse und Schwierigkeiten überwinden

Problemlösungskompetenz Definition SynonymEs gibt einige sehr trockene Definitionen von Problemlösungskompetenz. Allgemein versteht man darunter die durchdachte und systematische Auseinandersetzung mit Problemen und Herausforderungen, um diese zu überwinden und Wikipedia spricht beispielsweise von der Überführung eines Ist-Zustandes gegen Widerstände in einen Soll-Zustand.

Diese Definitionen stimmen zwar, klingen für die meisten aber viel zu theoretisch. Problemlösungskompetenz im beruflichen Alltag bedeutet, Schwierigkeiten sofort zu erkennen, schnell darauf zu reagieren und eine passende Lösung zu finden, bevor weiterer Schaden daraus entstehen kann.

Problemlösungskompetenz ist dabei keine einzelne Handlung oder Entscheidung, sondern ein Prozess, der aus mehreren Schritten besteht, die aufeinander aufbauen:

  • Identifikation

    Zunächst einmal geht es bei der Problemlösungskompetenz immer darum, das Problem zu identifizieren. Wo genau ist etwas schief gelaufen? Warum wurde ein Ergebnis nicht erreicht oder aus welchen Gründen konnten Erwartungen nicht erfüllt werden? Wichtig ist, dass dieser Punkt nicht vorschnell überflogen wird.

    Viele machen es sich sehr leicht und zeigen schnell mit dem Finger auf ein Problem. Um jedoch im weiteren Verlauf eine wirkliche Lösung zu finden, muss das Problem genau identifiziert und definiert werden. Wer hier nur an der Oberfläche kratzt, zielt wahrscheinlich auch mit seiner Problemlösung in die falsche Richtung.


  • Analyse

    Die Analyse eines Problems sollte nicht nur auf der Schuldfrage geklärt werden. Natürlich ist es wichtig herauszufinden, wer an der Entstehung des Problems beteiligt war und wen es alles betrifft, doch ein reines Du hast das Problem verursacht... wird in keinster Weise zur Lösung beitragen.

    Stellen Sie bei der Analyse lieber die klassischen W-Fragen, allen voran nach dem Grund: Warum konnte das Problem entstehen? Warum haben wir es nicht früher gemerkt? Woran hat es gelegen, dass das Problem noch nicht behoben werden konnte?


  • Kreativität

    An diesem Punkt wird es für die meisten besonders knifflig. Ein Problem ist meist schnell als solches ausgemacht, doch wenn es darum geht, passende Lösungsvorschläge zu machen, verstummen selbst diejenigen, die vorher am lautesten gemeckert haben. Probleme zu erkennen bedeutet eben noch lange nicht, es auf Anhieb besser machen zu können.

    Wichtig ist hier vor allem eine kreative Herangehensweise. Schon Albert Einstein hat gesagt: Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind. Trauen Sie sich deshalb auch unkonventionelle Vorschläge einzubringen und über den meist sehr begrenzten Tellerrand zu blicken.


  • Umsetzung

    Problemlösungskompetenz zeigt sich vor allem in der Praxis, denn was bringt die schönste Theorie, wenn am Ende nichts unternommen wird, um tatsächlich Hindernisse aus der Welt zu schaffen? Zuvor sollte aus den verschiedenen Lösungsansätzen der vielversprechendste ausgewählt werden - dabei kann man sich auf bisherige Erfahrungen berufen oder im Team gemeinsam diskutieren.

    Ein wichtiger Teil der Problemlösungskompetenz ist auch der Mut und das Verantwortungsbewusstsein, um die Umsetzung in die Hand zu nehmen. Leider machen viele den Fehler, sich vor einem Problem zu verstecken und darauf zu warten, dass diese sich von selbst in Luft auflöst.


  • Kontrolle

    Die meisten Probleme lassen sich nicht sofort mit der ersten umgesetzten Idee vollkommen lösen. Deshalb ist die Kontrolle der letzte, aber essenzielle Schritt der Problemlösungskompetenz. Nur wenn Sie verstehen, welche Wirkungen Ihre Maßnahme hatte, können Sie weiterhin darauf reagieren und falls nötig weitere Änderungen einleiten.

Problemlösungskompetenz in der Bewerbung

Problemlösungskompetenz Bewerbung Tipps SynonymProblemlösungskompetenz ist auch auf dem Arbeitsmarkt eine gefragte und gern gesehene Fähigkeit bei Bewerbern und Mitarbeitern. Oft wird diese sogar in Stellenanzeigen explizit gefordert. Klar, dass in Bewerbungen darauf eingegangen wird, um die Chance zu nutzen. Doch wie bei anderen Fähigkeiten gilt auch für die Problemlösungskompetenz, dass es nicht ausreicht, diese einfach nur zu erwähnen, um bei Personalern zu punkten.

Entscheiden Sie sich dafür, Ihre Problemlösungskompetenz zu erwähnen, sollten Sie sich im Vorfeld einige Gedanken darüber machen, wie Sie diese in Ihrer Bewerbung platzieren und verkaufen. Um Ihre Problemlösungskompetenz überzeugend zu nutzen, sollte diese so konkret wie möglich dargestellt werden. Soll heißen: Überlegen Sie sich ein oder zwei konkrete Beispiele, die zeigen, wie Sie Ihre Problemlösungskompetenz eingesetzt haben und wie diese Ihnen geholfen hat, das Beste aus einer Situation zu machen.

Im besten Fall haben Ihre Beispiele auch direkt einen Bezug zu dem Arbeitgeber, bei dem Sie sich bewerben. Denn das ist der zweite wichtige Punkt für Problemlösungskompetenz in der Bewerbung: Zeigen Sie, was das Unternehmen davon hat. Bringen Sie eine Idee ein, wie Ihr zukünftiger Chef von Ihrer Fähigkeit profitieren wird und wie Sie durch Ihre Problemlösungskompetenz dazu beitragen, das Unternehmen noch erfolgreicher zu machen.

So können Sie Ihre Problemlösungskompetenz verbessern

Manch einer blüht regelrecht auf, wenn er vor ein Problem gestellt wird. Diesen Menschen scheint weder der Druck noch der Frust eines Problems zuzusetzen, stattdessen sprühen sie nur so vor Alternativvorschlägen, sind überzeugt, alles wieder gerade biegen zu können und schaffen es, jedes Problem zu meistern, egal wie plötzlich dieses auftaucht oder wie groß dieses am Anfang erscheint.

Eine solche Problemlösungskompetenz ist zwar nicht jedem in die Wiege gelegt worden, doch wenn Sie auf einige Punkte achten, können Sie diese Fähigkeit lernen und Ihre Problemlösungskompetenz verbessern:

  • Erkennen Sie das wahre Problem.

    Für Ihre Problemlösungskompetenz ist es unerlässlich, dass Sie Problemen auf den Grund gehen und sich nicht einfach nur an Symptomen abarbeiten. Die wahre Ursache liegt meist tiefer, doch nur hier können Sie ein Problem wirklich langfristig lösen.

    Es ist beispielsweise leicht, eine fehlerhafte Ausführung einer Aufgabe als Problem darzustellen, in vielen Fällen ist das jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Das wahre Problem könnte die dahinterstehende Kommunikation sein, weil Ziele und Erwartungen nicht klar formuliert wurden.


  • Bleiben Sie optimistisch.

    Sie werden nur dann Ihre Problemlösungskompetenz entwickeln und verbessern können, wenn Sie wirklich davon überzeugt sind, dass Sie Schwierigkeiten überwinden können. Wenn es schwierig wird, stecken viele einfach den Kopf in den Sand un geben auf.

    Sehen Sie sich selbst jedoch ausschließlich als Opfer der Umstände, das nichts an der Situation ändern kann, werden die Probleme immer größer, ohne dass Sie irgendetwas dagegen tun. Entwickeln Sie das nötige Selbstbewusstsein, um Probleme zu lösen und Hindernissen optimistisch entgegenzutreten.


  • Zeigen Sie nicht mit dem Finger auf andere.

    Problemlösungskompetenz bedeutet immer auch Verantwortung zu übernehmen. Vielleicht ist bisher nicht alles perfekt gelaufen oder kurzfristige Änderungen stellen Sie vor ein Problem - verzichten Sie darauf, anderen die Schuld zu geben oder zu meckern, dass es Ihnen schwer gemacht wird.

    Gerade im Berufsleben machen Sie einen guten Eindruck, wenn Sie Eigeninitiative entwickeln und die Dinge in die Hand nehmen, anstatt es sich leicht zu machen, indem Sie Verantwortung immer von sich weisen.


  • Lassen Sie sich ruhig Zeit.

    Ein Aspekt, der immer wieder vergessen wird: Problemlösungskompetenz ist kein Wettrennen, bei dem die schnellste Zeit gewinnt. Sicherlich stehen Sie manchmal unter Druck, wenn Chef oder Kunden eine Lösung erwarten, doch grundsätzlich gilt: Lassen Sie sich lieber etwas mehr Zeit, wenn Sie es dafür richtig machen.

    Am Ende bringt es niemandem etwas, wenn Sie vorschnell und unbedacht reagieren. Das Problem bleibt nur weiterhin bestehen, der Frust steigt und Sie haben Zeit für die Umsetzung einer völlig falschen Strategie verschwendet. Bewahren Sie einen kühlen Kopf, nehmen Sie sich die Zeit, die Sie brauchen und lösen Sie das Problem langfristig.

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