Professioneller Lebenslauf
Bewerbungen zu schreiben ist für viele Menschen eine Herausforderung - schließlich will jeder als Profi wahrgenommen werden. Allerdings reicht es dafür nicht, lediglich seine Qualifikationen für den Job aufzulisten, man muss sich auch entsprechend verkaufen. Dafür braucht es einen professionellen Lebenslauf. Doch was macht einen professionellen Lebenslauf eigentlich aus? Tatsächlich ist der erste Eindruck nicht zu unterschätzen. Wie Sie Ihren tabellarischen Lebenslauf so gestalten, dass Sie beim Personaler punkten...

Professioneller Lebenslauf: Äußere Form häufig unterschätzt

Auf manche Stellenangebote fallen mehrere hundert Bewerbungen, wie soll man sich da aus der Masse hervorheben? Selbst wenn Ihre Qualifikationen zu 100 Prozent auf die anvisierte Stelle passen, haben Sie keine Garantie dafür, dass Sie als passender Kandidat erkannt werden.

Woran das liegt? Wir treffen in Sekundenschnelle Entscheidungen. Zumeist vergehen nur wenige Sekunden für den ersten Eindruck, wenn uns beispielsweise eine Person gegenübersteht. Und Personaler sind auch nur Menschen - durchschnittlich widmen sie einer Bewerbung maximal fünf Minuten.

Professioneller Lebenslauf

Es sollte deutlich geworden sein, dass Sie mit den passenden Abschlüssen und Fachkenntnissen allein nicht punkten werden, wenn diese nicht klar aus Ihrer Bewerbung hervorgehen. Um einen professionellen Lebenslauf zu gestalten, müssen Sie natürlich mehr Zeit aufwenden als wenn Sie einfach nur auf Vorlagen zurückgreifen und Ihre Daten einfügen.

Wer es sich allerdings zu einfach macht, vermittelt einen nachlässigen Eindruck beim Personaler. Dem folgt dann die Einschätzung, dass Sie sich im Job vermutlich auch nicht besonders anstrengen werden. Das sind natürlich Signale, die Sie unbedingt vermeiden wollen!

Wir haben daher die zentralen Punkte aufgeführt, die Sie für einen professionellen Lebenslauf bedenken sollten, damit Sie bei Ihrer weiteren beruflichen Karriere strategisch vorgehen und Ihre Bewerbung erfolgreich umsetzen können.

  • Wählen Sie Layout und Design mit Bedacht.

    Design und Layout sind die Verpackung, mit der Sie Ihre Qualifikationen wie ein Geschenk überreichen, Sie machen den Personaler bereits auf sich neugierig. Denn Sie sprechen hier die Sinne an, bieten aber auch eine Mehrwert. Dazu gehört eine sorgfältig ausgewählte Schriftart, die einen guten Lesefluss und ein sympathisches Schriftbild garantiert.

    Wichtig ist dabei immer, dass Sie Ihren Lebenslauf auch stilistisch nicht überfrachten. Wer sehr schnörkelige Schriften mag, erschwert womöglich die Lesbarkeit. Sie wollen aber, dass der Personaler schnell und problemlos findet, wonach er sucht.

    Weiterhin zu beachten sind Farbschema, Schriftart, Schriftgröße und die Anordnung und Gestaltung einzelner Elemente. Das bedeutet, dass Sie sich farblich beispielsweise am Corporate Design des Unternehmens orientieren - ist die Unternehmenshomepage vielleicht in kräftigem Rot eingerahmt? Dann haben Sie entsprechende Hinweise, wie Sie ihr Lebenslauf gestalten können.

    Der gezielte Einsatz von Absätzen hilft dabei, die für die Stelle relevanten Informationen hervorzuheben. Was Sie unbedingt vermeiden sollten: Ein wildes Nebeneinander von mehreren Schriftarten beziehungsweise -größen. Es sollten Regeln erkennbar sein, nach denen Sie sich für unterschiedliche Größen oder Schriftarten entscheiden.

    Ein professioneller Lebenslauf macht sich dadurch bemerkbar, dass Sie sich auf zwei Möglichkeiten der Hervorhebung begrenzen und nur jeweils von einer Gebrauch machen. Konkret: Sie sollten nicht gleichzeitig ein Wort fettgedruckt, kursiv gesetzt und unterstrichen haben.

    Ebenso wenig sollte mal eine Kapitelüberschrift fettgedruckt, im nächsten Fall unterstrichen werden. Oberstes Gebot ist hier auch die Einheitlichkeit. Dazu sollten Sie beispielsweise eine Regel aufstellen wie "Alle Überschriften in Fettdruck".

    Beachten Sie, dass Sie dieselben Schriftarten, Schriftgrößen und Farben für sämtliche Bewerbungsunterlagen einhalten, dass also das Anschreiben und gegebenenfalls das Deckblatt nicht plötzlich mit anderen Schriftarten oder -größen gestaltet sind.


  • Unterstreichen Sie Ihre Persönlichkeit.

    Unterschätzen Sie niemals ein gut gemachtes Bewerbungsfoto. Zwar wird im englischsprachigen Ausland zunehmend darauf verzichtet, um Diskriminierung vorzubeugen. Hierzulande zählt es allerdings noch zum guten Ton - zumal der erste Eindruck spätestens bei einem persönlichen ausschlaggebend ist.

    Zu einem professionellen Lebenslauf gehört auch, dass Sie hier nicht auf die günstigste aller Möglichkeiten zurückgreifen. Automatenbilder sind selbstverständlich tabu, aber auch die Fotos aus dem letzten Urlaub eignen sich nicht, auch nicht, wenn die Palme am Bildrand abgeschnitten wird.

    Ein Bild sagt mehr über Sie aus, als Sie vielleicht ahnen, denn die Gestaltung sollte auch von der Branche abhängen, in der Sie sich bewerben: Wollen Sie eher im konservativen Bankensektor tätig werden oder bewerben Sie sich bei einem hippen Start-up?


  • Schneiden Sie den Lebenslauf auf das Unternehmen zu.

    Eine Bewerbung sollte für das jeweilige Unternehmen maßangefertigt sein. Sie wirken wesentlich professioneller, wenn der Personaler den Eindruck hat, dass der Lebenslauf individuell und auf diese Stelle zugeschnitten ist. Im Laufe des Berufslebens kommen allerdings allerhand Erfahrungen hinzu und die Kunst besteht nun darin, den Lebenslauf auf zwei Seiten zu begrenzen.

    Statt alle Tätigkeiten einer ehemaligen Arbeitsstelle aufzuführen, müssen Sie priorisieren. Dabei sollten alle relevanten Kenntnisse zusammengefasst und der Informationsgehalt dennoch erkennbar sein.

    Das erreichen Sie, indem Sie Ihren Lebenslauf ausmisten: Packen Sie nur das hinein, was zur Stellenausschreibung passt und somit erforderlich ist. Dazu gehört auch, dass Sie Ihre Fortbildungen unter die Lupe nehmen: Sind sie noch aktuell? Passen die zur ausgeschriebenen Stelle? Eine Fortbildung, die über zehn Jahre her ist, wird schwerlich noch als Beleg für entsprechende Sachkenntnisse dienen.

    Ebenso sollten Sie darauf achten, wenn Sie beispielsweise Grundkenntnisse in einem Bereich erworben haben, in der Stellenbeschreibung allerdings ein routinierter Umgang oder fundierte Sachkenntnisse verlangt werden. Ein professioneller Lebenslauf spiegelt also auch inhaltlich die Stellenanzeige wider und macht Sie somit zu einem attraktiven Kandidaten für das Unternehmen.


  • Achten Sie auf eine durchdachte Gliederung.

    Ein professioneller Lebenslauf zeichnet sich auch durch eine durchdachte Struktur aus. Je nachdem, wie Sie den Text in Blöcke zusammenfassen oder einrücken, wird er dadurch lesbarer und übersichtlicher.

    Der tabellarische Lebenslauf ist bereits darauf angelegt, dass Sie auf bewährte Kategorien zur Strukturierung zurückgreifen. Sie erleichtern damit dem Personaler den Zugang zu den relevanten Informationen. Dazu gehört auch, dass man heutzutage meist auf den amerikanische Lebenslauf zurückgreift, das heißt, Ihre Einträge werden umgekehrt chronologisch eingegeben.

    Sie beginnen also mit dem aktuellsten Eintrag und gehen dann in der Zeit zurück. Der Vorteil bei dieser Gliederung ist, dass der unter Zeitdruck stehende Personaler bereits beim ersten Sichten der Unterlagen zuoberst Ihre letzte Tätigkeit sehen kann.


  • Achten Sie auf Vollständigkeit.

    Es klingt banal, wird aber dennoch in der Aufregung mitunter vergessen: Um einen professionellen Lebenslauf zu gestalten, müssen Sie auf Vollständigkeit achten. Das bedeutet einerseits, dass Sie wirklich alle erforderlichen Stationen aufführen, die für die Stelle ausschlaggebend sind.

    Aber es gilt auch insgesamt für Ihre Bewerbungsunterlagen. Haben Sie alle Abschluss- und Arbeitszeugnisse? Werden vielleicht Arbeitsproben in der Stellenausschreibung verlangt? Gibt es die Forderung nach einer Gehaltsangabe? Manchmal sind es vermeintliche Kleinigkeiten, die das große Ganze nachlässig wirken lassen können.


  • Zeigen Sie Sorgfalt.

    Wie eingangs erwähnt, zählt der erste Eindruck. So gesehen ist Ihre Bewerbung eine Arbeitsprobe, anhand derer Rückschlüsse über Ihre Arbeitsweise gezogen werden. Ein professioneller Lebenslauf zeichnet sich dadurch aus, dass er frei von Rechtschreibfehlern ist und inhaltlich die Informationen bietet, die der Personaler sucht.

    Wer sich postalisch bewirbt und auf eine Bewerbungsmappe zurückgreift, zeigt Sorgfalt natürlich auch dadurch, dass keine Eselsohren oder Kaffeeflecken auf Pappe oder Papier zu erkennen sind.

    Nicht zu unterschätzen ist allerdings auch die Formatierung: Sauberes Formatieren bedeutet auch, dass Sie nicht mit der Leertaste Einrückungen vornehmen, sondern mit der Tabulatortaste arbeiten. Dies gilt umso mehr, wenn der Umgang mit Textverarbeitungsprogrammen wie Word erwartet wird.

    Auch sollten Sie Ihre Unterlagen als PDF-Dokument abspeichern. Hier können auch die Wahl des Dateinamens für Ihre Bewerbungsunterlagen sowie Ihre persönliche Mailadresse dazu beitragen, dass Sie professionell wirken: Sie sollten möglichst eine E-Mail nach folgendem Muster wählen: Vorname.Nachname@Provider.de.

    Und schließlich gehört zur Sorgfalt auch die Vollständigkeit Ihrer Daten: Vergessen Sie nicht Ihre (aktuellen!) Kontaktdaten sowie das Datum und Ihre Unterschrift unter den Lebenslauf zu setzen.

[Bildnachweis: baranq by Shutterstock.com]

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