Vorstellungsgespräche sind heikel: Binnen weniger Minuten soll man das Schlauste sagen, was einem jemals über die Lippen gekommen ist, soll vor Inspiration und Engagement nur so sprühen, soll sympathisch und motiviert sein und obendrein herausstreichen, warum das die Chance für das Unternehmen ist, die Bestbesetzung einzustellen. Und das alles unter dem hohen Stress einer klassischen Prüfungssituation.
Die Reaktion vieler: Sie reden sich die Nervosität einfach weg – und den Job gleich dazu. Einerseits, weil sie dabei eine Reihe irrelevanter Informationen aneinander reihen; andererseits, weil sie sich um Kopf und Kragen reden. Die vorher zurechtgelegte stimmige Geschichte vom Toptalent wird plötzlich brüchig, dem Personaler kommen erste Zweifel – und im Zweifel gilt: contra reo. Schließlich warten da draußen noch viele andere, glaubhaftere Kandidaten.
Neben all den Punkten, die man im Vorstellungsgespräch erwähnen, diskutieren oder nachfragen sollte, gibt es eben auch ein paar Themen, die Sie besser aussparen. Damit Ihnen Obiges nicht passiert, haben wir hier ein kleine Liste mit Tabuthemen aufgestellt:
- Privatleben. Solange der Personaler Sie nicht gezielt danach fragt, sollten Sie Ihre Freizeitaktivitäten unerwähnt lassen. Erstens, weil es Ihren Arbeitgeber schlicht nichts angeht, was Sie in Ihrer Freizeit machen. Zweitens, weil Sie dabei in der Regel kaum punkten können. Über Hobbies zu sprechen, hat wirklich nur Sinn, wenn Sie damit Fähigkeiten dokumentieren, die auch im Job gefragt sind. Und in dem Fall wäre es noch besser, Sie weisen diese durch berufliche Erfolge nach.
- Kündigung. Der Klassiker: Wenn Sie im vergangenen Job gefeuert wurden, ist das nicht unbedingt eine Sache, die Sie ansprechen sollten. Allerdings fragen manche Personaler ganz gezielt danach. Dann dürfen Sie zwar nicht lügen. Aber Sie können die Sache versuchen zu relativieren: Vielleicht wurden Sie Opfer von Sparmaßnahmen und betriebsbedingten Kündigungen. Oder Sie haben sich gemeinsam mit Ihrem Arbeitgeber auf eine Kündigung seinerseits wegen des Arbeitslosengeldes geeinigt – tatsächlich aber schön länger festgestellt, dass der Job nicht der richtige war. So was eben. Und falls Sie gefeuert wurden, weil Sie einen schweren Fehler begangen haben, zeigen Sie zumindest, was und dass Sie daraus gelernt haben und diesen Fehler nicht zweimal begehen.
- Bezahlung. Es kommt zwar vor, dass man im Jobinterview über Gehaltsvorstellungen spricht. Falls der neue Arbeitgeber dabei jedoch deutlich unter Ihren Vorstellungen bleibt, sollten Sie das nicht weiter kommentieren – nur denken. Sie schlagen sonst eine Tür zu, durch die Sie vielleicht doch noch gehen möchten. Bringen Sie Ihren Unmut darüber deutlich vor, weiß Ihr künftiger Arbeitgeber, dass dies für Sie nur eine Notlösung ist und Sie vermutlich beim erstbesten besseren Angebot kündigen. Das Unternehmen sucht aber vermutlich keine Notstopfen, sondern hochmotivierte Mitarbeiter. Mit Ihrer Offenbarung schießen Sie sich eher wieder von der Liste – strategisch also unklug. Sollte Ihnen das Angebot zu gering ausfallen, fragen Sie lieber nach anderen Beigaben, wie Boni oder Dienstwagen. Abwägen können Sie daheim dann immer noch.
- Misserfolge. Im Grunde erklärt sich der Punkt von alleine. Es gibt allerdings auch ein artverwandtes Thema: schlechte Erfahrungen. Etwa mit Kollegen, mit dem Chef, mit Kunden. Das fällt dann unter die Rubrik Klatsch und Tratsch – oder gar üble Nachrede. Lassen Sie das! Sprechen Sie nie negativ über Ihren alten Job oder Arbeitgeber. Das hinterlässt immer einen schalen Nachgeschmack. Zumal Ihr künftiger Arbeitgeber auch mal Ihr Ex-Arbeitgeber sein könnte. Und der will auch nicht, dass Sie später so über ihn sprechen. Zeigen Sie lieber Dankbarkeit für viele Gelegenheiten, in denen Sie lernen konnten. Das ist zweideutig, klingt aber besser.
- Chefs. Das eben Gesagte gilt freilich umso mehr für ehemalige Vorgesetzte. Auch wenn die Quälgeister, Menschenschinder, Hundertsassas waren – sprechen Sie möglichst nicht über deren Schwächen (wirkt respektlos) und schon gar nicht über ausgefochtene Konflikte (sieht renitent aus). Betonen Sie lieber deren Stärken und Vorbild, an dem Sie sich bis heute ein Beispiel nehmen. Und mal ehrlich: Auch dem schlimmsten Tyrannen kann man noch irgendwo eine positive Seite abgewinnen. Der Rest ist Schweigen.







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