Mit den elf Tipps für die perfekte Bachelorarbeit habe ich die Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens erläutert. Den heutigen Artikel widme ich jedoch einem Thema, das bei allen wissenschaftlichen Arbeiten eine wichtige Rolle spielt und die Grundlage einer korrekten Studien- oder Bachelorarbeit darstellt. Die Rede ist von der richtigen Literaturverwaltung und Quellenarbeit. Denn auch wenn Zitationsstile oft vorgegeben werden, gibt es jede Menge Details zu beachten. Und die sind in wissenschaftlichen Arbeiten enorm wichtig.

Bei allen Tipps gehe ich davon aus, dass Sie das grundlegende Prinzip der Zitatarbeit beherzigen. Es lautet: In jeder wissenschaftlichen Arbeit wird ein Zitationsstil konsequent durchgezogen. Innerhalb der gleichen Arbeit gibt es keine Abweichung vom einmal gewählten Stil. Und ja, dabei spielen Details wie beispielsweise die Kommasetzung in der Quellenangabe eine Rolle. Halten Sie sich nicht an dieses Prinzip, können Sie Literaturrecherche, -arbeit und -verwaltung noch so präzise durchführen, Ihre Bewertung wird dennoch unterirdisch sein.

Regeln klären – Bevor Sie sich hochmotiviert an die Literaturrecherche machen, müssen Sie unbedingt die Regeln für Zitate und Quellenangaben klären. Viele Hochschulen bieten diese in Form eines Leitfadens an, doch manche Bildungseinrichtungen überlassen die Definition dieser Vorgaben komplett den Dozenten oder Professoren. Besprechen Sie das Thema mit Ihrem Betreuer und halten Sie sich exakt an die festgelegten Regeln.
Tools wählen – Als zweiten Schritt empfehle ich meinen Coachees immer, sich die passenden Tools für die Literaturverwaltung zu suchen. Dabei sind die Geschmäcker verschieden, manche Studenten bevorzugen auch in Zeiten von Literaturverwaltungssoftware noch die analoge und händische Archivierung von Quellen und Zitaten. Dass ich Ihnen die elektronische Literaturverwaltung empfehle, wird Stammleser sicherlich nicht überraschen. Machen Sie sich auf jeden Fall mit Ihren Tools vertraut, bevor Sie mit der eigentlichen Arbeit beginnen.
Zitationsstil festlegen – Wenn Ihre Hochschule oder Universität einen klaren Zitationsstil vorgibt, müssen Sie diesen natürlich präzise umsetzen. Das letzte Wort hat an vielen Bildungseinrichtungen jedoch der Betreuer Ihrer Bachelorarbeit. Es kann daher durchaus sein, dass Kommilitonen Ihres Studienganges einen anderen Zitationsstil verwenden (müssen). Lassen Sie sich davon nicht irritieren, es zählt die Vorgabe Ihres Betreuers. Eine Übersicht verschiedener Zitationsstile bietet beispielsweise die Universität Augsburg auf ihrer Plattform an.
Struktur anlegen – So bald der Zitationsstil feststeht, sind Sie an der Reihe. Bereiten Sie auf Grundlage des vorgegebenen Stiles die Struktur Ihrer Literaturverwaltung vor. Konkret bedeutet das, dass Sie sich – analog oder digital – Masken und Vorlagen erstellen, die alle wichtigen Quellenangaben beinhalten. Dazu gehören beispielsweise Titel, Autor, Herausgeber, Auflage, Erscheinungsjahr, Kapitel, Seitenzahl, Absatz und Verweise auf andere Quellen. Welche der genannten – oder zusätzlichen – Angaben Sie wirklich brauchen, hängt von Ihrem Zitationsstil ab.
Gliederung erstellen – Dieser Schritt ist für mich eigentlich die erste Phase einer jeden Bachelorarbeit. Sollten Sie Ihre Gliederung jedoch noch nicht erstellt haben, müssen Sie sich dieser Aufgabe spätestens jetzt widmen. Denn nur mit einer zumindest grob erstellten Gliederung können Sie Ihre Literaturrecherche und -arbeit planen. Und wenn Sie Gefahr laufen, sich in Ihren Quellen zu verlieren und Ihr Thema zu verfehlen, genügt ein Blick auf Ihre Gliederung, um Sie wieder in die richtige Spur zu bringen.
Recherche planen – Die Suche nach den passenden Quellen ist – auch wenn sich dieses Vorurteil hartnäckig hält – keineswegs schnell erledigt. Denn Google und Bibliothekskataloge verraten Ihnen nur den Titel und vielleicht Teile eines Buches. Den Nutzen der einzelnen Quelle können Sie jedoch nur beurteilen, wenn Sie das Buch lesen. Da Fachbücher teilweise recht teuer sind, erhalten Sie viele der wichtigen Standardwerke nur im Lesesaal Ihrer Bibliothek. Die Recherche nimmt daher oft viel Zeit in Anspruch, die Sie im Vorfeld einplanen und strukturieren sollten.
Fristen prüfen – Dass Sie ausgeliehene Bücher innerhalb der Frist zurückbringen, ist schon aus finanziellen Gründen selbstverständlich. Doch die Leihfristen sind auch aus einem anderen Grund wichtig: Wenn Sie ein Buch unbedingt im Original brauchen, muss die Leihfrist natürlich mit Ihrer Bearbeitungsphase zusammenfallen. Daher sollten Sie im Vorfeld die Leihfristen – und die Verfügbarkeit – der Quellen mit Ihrem Arbeitsplan abgleichen und diesen entsprechend anpassen.
Arbeitsphasen definieren – Für viele Studenten sind – trotz den Grundlagenkursen zum wissenschaftlichen Arbeiten – Literaturrecherche und -arbeit ein und derselbe Vorgang. Das hat mit der Realität jedoch nichts zu tun. Denn Sie recherchieren zuerst Ihre Quellen und bearbeiten diese dann im zweiten Schritt. Bei der Recherche müssen Sie Ihre Gliederung und Ihr Thema als Grundlage für die passenden Stichworte verwenden. Bei der Literaturarbeit brauchen Sie dagegen zwingend Ihr vorbereitetes Literaturverwaltungssystem, in das Sie die Literaturangaben und Quellen direkt eintragen.
Primärquellen nutzen – In vielen Fachbüchern finden Sie Verweise auf andere Quellen vor. Das bedeutet für Sie zusätzliche Recherchearbeit, da bei wissenschaftlichen Arbeiten Primärquellen immer Priorität vor Sekundärquellen haben. Recherchieren und verwenden Sie daher idealerweise immer die Quellen, auf die in den entsprechenden Fachbüchern verwiesen wird. Sollte der Beschaffungsaufwand zu groß sein, stimmen Sie bitte mit Ihrem Betreuer ab, ob Sie im Einzelfall auch mit der Sekundärquelle arbeiten können.
Quellen abstimmen – Apropos abstimmen: Grundsätzlich sollten zumindest Ihre wichtigsten Quellen mit Ihrem Betreuer oder Dozenten besprechen. In vielen Fällen darf er Ihnen zwar keine konkreten Empfehlungen geben, doch wenn er sich für Ihr Thema interessiert, werden Sie sicherlich den einen oder anderen Hinweis erhalten. Auf jeden Fall werden Sie so rechtzeitig auf völlig unbrauchbare Quellen aufmerksam gemacht und können sich die Arbeit mit diesen sparen.
Literaturverzeichnis vorbereiten – Vergessen Sie bei aller Recherche, Literaturarbeit und Quellensicherung bitte nicht, Ihr Literaturverzeichnis vorzubereiten. Der Aufwand ist dabei von Ihrer Methode und den Vorgaben Ihres Betreuers abhängig. Begehen Sie auf keinen Fall den Fehler, die Erstellung Ihres Literaturverzeichnisses bis kurz vor der Abgabe Ihrer Arbeit zu verschieben. Um wirklich alle Details zu beachten – und diese sind bei wissenschaftlichen Arbeiten wichtig – brauchen Sie genug Zeit und Muse. Die haben Sie kurz vor der Abgabe garantiert nicht mehr. Da hilft nur rechtzeitiges Vorarbeiten.