Klar, Jobsuche geht auch auf den letzten Drücker. Schließlich haben Studenten viel um die Ohren. Die Vorbereitung aufs Berufsleben gehört oft leider nicht dazu. Dabei haben gerade Studenten zahlreiche Gelegenheiten, nebenbei Praxisluft zu schnuppern und so wertvolle Kontakte für die spätere Laufbahn zu knüpfen. Tatsächlich ist es so: Wer rechtzeitig anfängt, sich auf dem Arbeitsmarkt umzusehen, hat hinterher deutlich bessere Karten. Nicht zuletzt hat er oder sie etwas, was bei Personalern seit jeher hoch geschätzt wird: Praxiserfahrung. Wie man daran kommt?

Eigentlich ganz einfach. Schließlich jobben schon zwei Drittel aller Studierenden nebenher, um eigenes Geld dazu zu verdienen. Viele kellnern, geben Nachhilfe oder arbeiten als Urlaubsvertretung auf dem Bau, in Fabriken und Altenheimen. Nicht schlecht. Besser aber wären Jobs, die zum Studium oder dem späteren Wunschberuf passen. Hier eine Übersicht Ihrer Optionen:

Jobben

Ein Freund von mir beispielsweise arbeitete jede Semesterferien bei einem Wirtschaftsprüfer. Der war froh, dass während des Urlaubs seiner Angestellten keine Arbeit liegen blieb – und dass er dafür jedes Mal auf eine erfahrene Arbeitskraft zurückgreifen konnte. Was er auch während der Vorlesungszeit gern genutzt hat. wenn wieder Mal viel zu tun war. Mittlerweile ist mein Freund dort fest angestellt. Dabei ist er Geisteswissenschaftler.

An die Stelle ist er übrigens über den Vater seiner Freundin gekommen, der mit dem Wirtschaftsprüfer befreundet ist. Netzwerke helfen bei der Suche wie gezieltes Nachfragen: Manches Unternehmen ist froh, kompetente Urlauvsvertreter zu finden. Wer Vorerfahrungen besitzt – beispielweise durch Praktikum oder vorherige Ausbildung – ist natürlich klar im Vorteil. Aber auch Quereinsteiger erhalten oft genug ihre Chance.

Praktika

In vielen Studiengängen zählen Praktika zum Pflichtprogramm, um Praxisbezug herzustellen. Weil der hilft, sollte man auch dann Praktika absolvieren, wenn keine vorgeschrieben sind. Denn sie schaffen Kontakte, die für den Berufseinstieg nützlich sind. Gerade Geistes- und Sozialwissenschaftler, die nach dem Studium eine Karriere in der Wirtschaft anstreben, sollten sich so eine Chance nicht entgehen lassen.

Natürlich sorgen mehrere Praktika auch für mehr Orientierung, Erfahrung und Kontakte. Das ist zwar im Rahmen des dicht gedrängten Bachelor und Master-Systems schwierig unterzubringen. Im Zweifelsfall hilft aber ein Urlaubssemester, um ein Praktikum antreten zu können, das wichtige berufliche Impulse setzen kann.

Das Nonplusultra ist natürlich nach wie vor ein Auslandspraktikum. Schließlich wird interkulturelle Kompetenz in internationalen Konzeren immer wichtiger. Wer im Ausland nicht nur die Hörsaalbänke gedrückt hat, sondern Einblick in die Gepflogenheiten und Abläufe fremder Arbeitsmärkte geschaut hat, verschafft sich dort einen entscheidenenden Startvorteil.

Freie Mitarbeit

Steuer-Tipp

Freie Mitarbeiter müssen ihre Tätigkeit anmelden. Für freie Berufe reicht die Meldung beim Finanzamt, Gewerbetreibende müssen sich obendrein bei Kommune und Kammer anmelden. Wenn Sie nicht mehr als 50.000€ pro Jahr umsetzen, müssen Sie als keine Mehrwertsteuer in Rechnung stellen.

Freie Mitarbeit ist der klassische Einstiegsweg in Medien- und IT-Berufe. Gerade Lokalzeitungen, zum Beispiel, sind dankbar, wenn Freie mit guter Schreibe bereitwillig Jahreshauptversammlungen von Taubenzüchtervereinen und Basare der Kindertagesstätten besuchen.

IT-Firmen sind scharf auf Programmierer, die sie projektbezogen unterstützen können. Grafikdesigner suchen Jobber mit grafischem Gespür. Und Finanzdienstleister freuen sich über Verkaufstalente, die nebenher Versicherungen an den Mann bringen. Und auch hier erhalten fachfremde ihre Chance, wenn sie gut genug sind.

Wer sich gut selbst organisieren kann und mit stark schwankender Auf- und Ertragslage leben kann, hat so die Chance, eine spätere Daseinsform auszuprobieren. Denn freie Mitarbeit ist in diesen Branchen mittlerweile fast die Regel.

Selbständigkeit

Die Umsetzung einer guten Geschäftsidee muss nicht bis zum Studienabschluss warten. Viele erfolgreiche Unternehmer haben ihre Idee risikoarm während ihres Studiums ausprobiert. Manche waren damit so erfolgreich, dass sie mehr oder weniger freiwillig ihr Studium zugunsten der Selbständigkeit aufgaben.

Andere sind schon zufrieden, wenn sie sich “nur” ein Zubrot als Nachhilfelehrer, Übersetzer, Webdesigner oder Anwendungsentwickler verdienen können. Die Überlegung, hauptberuflich Chef zu sein, stellt sich ihnen erst bei Studienende. Und viele Verzichten dann zugunsten der Anstellung. Und punktet dann mit Organisationsfähigkeit und Unternehmereigenschaften wie Leistungsbereitschaft, Selbständigkeit und Entschlusskraft.

Studentische Aktivitäten

Auch die Hochschulen selbst bieten mittlerweile viel Praxisbezug. Wirtschaftswissenschaftliche Fakultäten betreiben Unternehmensberatungen, in denen die eigenen Studenten arbeiten. Und für angehende Medienwissenschaftler ist die Mitarbeit im Uni-Radio oder -Fernsehen sowieso ein Muss. Und schließlich lassen sich auch die Netzwerke der betreuenden Professoren beim Berufseinstieg nutzen.

Wer beabsicht, nach dem Studium viel mit Menschen zu tun zu haben, kann sich auch in einer studentischen Initiative engagieren und beispielsweise Austauschstudenten betreuen. Das kostet zwar Zeit, bringt aber interkulturelle und soziale Kompetenzen, die in ständig stärker vernetzten Weltkonzernen gut ankommen.

Werkstudent

Arbeiten als Student

Studenten dürfen während der Vorlesungszeit wöchentlich 19,5 Stunden arbeiten. Dafür sparen sie sich die Beiträge für Arbeitslosen- und Rentenversicherung. Wer weniger als 8005 Euro verdient, kann sich Lohnsteuer und Soli erstatten lassen.

Werkstudenten sind Zwitterwesen: zur einen Hälfte eingeschriebene Studenten, zur anderen Teilzeitbeschäftigte eines Unternehmens. Vom Jobber unterscheiden sie sich außerdem dadurch, dass die fachliche Nähe der Tätigkeit zum Studium den Lernerfolg erheblich unterstützt.

Dass eine reguläre Teilzeitstelle auch finanzielle Vorteile bringt, macht den Werkstudenten-Status gerade für Leute interessant, die ihr Studium selbst finanzieren müssen. Interessant ist diese Form des Studierens übrigens auch für Leute, die sich während des Berufslebens weiterbilden wollen. Wer seine Arbeitszeit vorübergehend reduziert, um ein Studium aufzunehmen, steht nach dem Abschluss nicht ohne Stelle da. Und weil qualifizierte Mitarbeiter dem Unternehmen nutzen, kann man seinen Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit dafür oft gern in Anspruch nehmen.

Abschlussarbeit

Viele Studiengänge bieten die Möglichkeit, die Abschlussarbeit in einem Unternehmen schreiben zu können. Vor allem Absolventen der MINT-Berufe, aber auch Juristen und Psychologen sind in vielen Firmen gern gesehen, da sie verwertbare Ergebnisse liefern. Oft schreiben Unternehmen gezielt Vorhaben aus, die ihnen bei der Lösung eines bestimmten Problems helfen, sind aber auch für andere Vorschläge offen.

Tipp

Um Pflicht-Praktika sollte man sich mindestens ein Semester, um Abschlussarbeiten gar drei Semester vorher kümmern.

Bevor Sie allerdings mit der Firma handelseinig werden, müssen Sie mit Ihrem Betreuer abklären, ob er Sie dabei unterstützen will. Und natürlich sollte er auch Ahnung vom Thema haben. Anschließend sollten Sie mit der Firma genau absprechen, was erwartet wird, wer Ihre Ansprechpartner sind und welche Unterstützung Ihnen gewährt wird.

Liefern Sie dann eine gute Leistung ab, sind Uhre Chancen groß, mit derAbschlussurkunde auch einen Arbeitsvertrag in der Hand zu halten.

BA-Studium

Das Studium an einer Berufsakademie ist natürlich die optimale Form, Studium und Einbindung in einen Betrieb zu verbinden. Studien- und Arbeitsinhalte sind eng verzahnt, und die Firmen haben ein großes Interesse, dass ihre BA-Studenten gute Abschlüsse schaffen – schließlich geht es ums Unternehmensprestige. Entsprechende Unterstützung ist deswegen selbstverständlich.

Natürlich hat das auch seinen Preis: Studieren und Arbeiten ist Doppelbelastung, fürs Studentenleben bleibt wenig Zeit. Und da die Erwartungen des Betriebs meistens hoch sind, ist zielstrebiges Studieren Pflicht. Dafür gehört man von Anfang an zum Netzwerk des Unternehmens, wird fürs Studieren bezahlt und hat den anschließenden Einstiegsjob meist sicher. Und mittlerweile findet sich auch für fast jedes Interesse ein duales Studium, das obendrein bei den Unternehmen hoch angesehen ist.

Drei Gratis-Bewerbungsvorlagen zum Herunterladen

Damit Ihre Bewerbung gelingt, haben wir Ihnen noch drei Bewerbungsmuster als PDF vorbereitet, die Sie kostenlos herunterladen und als Grundlage für Ihr Anschreiben verwenden können. Nur bitte nicht wörtlich abschreiben!

Bewerbung eines Abiturienten für ein BA-Studium Bewerbung BA-Stelle (PDF)
Bewerbung einer BWL-Studentin für ein Praktikum im Rechnungswesen Praktikumsbewerbung (PDF)
Bewerbung eines Informatikers für eine Masterarbeit bei einer IT-Firma Bewerbung für eine Masterarbeit (PDF)