Studieren ist der Königsweg für die Karriere – kostet aber richtig Geld. Der erste Umstand führt dazu, dass die Zahl der Studenten in Deutschland stetig zunimmt. Laut einer Erhebung des statistischen Bundesamtes stieg allein die Zahl der Studienanfänger vom Wintersemester 2002/2003 bis zum Wintersemester 2010/2011 von 1,939 auf 2,217 Millionen. Der zweite bringt vor allem Probleme bei der Studienfinanzierung mit sich…

Studentenjobs sind eine Möglichkeit. Aber es gibt auch Alternativen, über die sich Studenten in spe rechtzeitig informieren und einen Überblick verschaffen sollten. Der folgende Ratgeber listet die gängisten Optionen und Alternativen auf und sagt Ihnen, worauf Sie dabei jeweils achten sollten. Zudem gibt es Tipps zur Finanzplanung oder zu Auswahl des richtigen Girokontos. Das macht den Artikel zwar lang – doch die Lektüre lohnt sich. Also los…

Welche Ausgaben kommen auf Studenten zu?

Ein Studium erfordert in vielen Fällen einen Umzug an den Studienort. Wer sich für ein Studium entscheidet und nicht die Möglichkeit hat, täglich zu Uni oder Fachhochschule zu pendeln, muss daher oft den Wohnort wechseln und erstmals einen eigenen Hausstand gründen. Ein solches Vorhaben ist dabei mit ganz anderen Kosten verbunden als das bisherige Leben bei den Eltern. Neben den Mietkosten für die Unterkunft am Studienort fallen auch Kosten für die Strom-, Wasser- und Wärmeversorgung an. Einen weiteren Kostenpunkt stellen die Gebühren für Internet und Telefon dar. Des Weiteren müssen die Lebenshaltungskosten, d.h. die Ausgaben für Nahrung, Kleidung, Hygiene und Freizeitgestaltung, einkalkuliert werden. Zudem bringt auch das Studium selbst nicht unwesentliche Kosten mit sich. Dazu gehören mögliche Studiengebühren, die je nach Universität bis zu 500 Euro pro Semester betragen können, der Semesterbeitrag für Verwaltungsgebühren und das Semesterticket sowie die Ausgaben für Fachliteratur und Studienmaterialien.

Die wichtigsten Studienkosten im Überblick:

  • Miete für Unterkunft
  • Strom-, Wasser- und Wärmekosten
  • Telefon und Internet
  • Lebenshaltung (Essen, Kleidung, Hygiene, Freizeit)
  • Semesterbeitrag
  • Studiengebühren
  • Lehrmittel (Fachliteratur, Studienmaterialien)

Wie sehen die Kostenpunkte im Detail aus?

Die Höhe der aufgeführten Kostenstellen kann durchaus variieren und ist maßgeblich von folgenden Fragestellungen abhängig:

  • In welcher Stadt soll studiert werden?
  • Wie bewegen sich die Mietpreise dort (Mietpreisspiegel)?
  • Berechnet die Universität Studiengebühren?
  • Sind die Lebenshaltungskosten besonders hoch?
  • Wie ist das eigene Konsumverhalten einzuschätzen?

Ausgehend von diesen Fragen kann der konkrete Finanzbedarf geplant werden. Eine Beispielrechnung soll zusätzlich verdeutlichen wie unterschiedliche die monatlich zu kalkulierenden Kosten für ein Studium ausfallen können:

Miete: 150 bis 400 Euro
Energiekosten: 40 bis 150 Euro
Internet/Telefon: 15 bis 45 Euro
Lebenshaltung: 170 bis 380 Euro
Studiengebühren: 0 bis 90 Euro
Semesterbeitrag: 20 bis 50 Euro
Lehrmittel: 10 bis 50 Euro
Gesamtkosten: 405 bis 1.165 Euro

So lässt sich ein Studium finanzieren

Da ein Studium meist selbst viel Zeit in Anspruch nimmt, ist es nur schwer möglich, den kompletten Finanzbedarf durch einen Nebenjob zu decken. Viele Studenten lassen sich zudem finanziell zumindest teilweise von ihren Eltern unterstützen, aber auch das ist nicht immer möglich. Finanzierungsalternativen bieten daher staatliche Unterstützungen wie das BAföG oder ein KfW-Studienkredit sowie Studienkredite von privaten Banken, die teils zu recht attraktiven Konditionen gewährt werden, Stipendien und Bildungsfonds.

Die Finanzierungsmöglichkeiten im Überblick:

  • BAföG
  • KfW-Studienkredit
  • Studienkredit einer privaten Bank
  • Stipendium
  • Bildungsfonds
Welche Finanzierung – welche Leistung?

Das BAföG ist eine staatlich geförderte Finanzierungsmöglichkeit, bei der das erhaltene Geld nach dem Studium nur zur Hälfte zurückgezahlt werden muss. Allerdings ist der Erhalt von BAföG an bestimmte Voraussetzungen gebunden und einkommensabhängig, das heißt: Sowohl das Einkommen der Eltern als auch das eigene, zum Beispiel im Rahmen einer Nebenbeschäftigung erzielte Einkommen, das einen festgelegten Betrag überschreitet, werden auf den Bedarf angerechnet.

Zudem dürfen Studenten das 30. Lebensjahr beziehungsweise bei Masterstudiengängen das 35. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Der Förderhöchstbetrag liegt derzeit bei 670 Euro im Monat. Wer während des Studiums weiterhin bei seinen Eltern wohnt, bekommt maximal 495 Euro monatlich. Werden außerdem zu Beginn des 5. Fachsemesters keine entsprechenden Leistungsnachweise vorgelegt, kann die Förderung gestrichen werden.

Beim KfW-Studienkredit handelt es sich ebenfalls um eine Form der Studienfinanzierung, die staatliche gefördert wird. Diese Variante unterscheidet sich jedoch deutlich vom BAföG.

Hierbei handelt es sich um ein vollständiges Darlehen, das auch in vollem Umfang zurückgezahlt werden muss. Die Zinsen werden jedoch staatliche gefördert und liegen damit besonders niedrig. Der KfW-Studienkredit ist grundsätzlich für jeden Studenten zugänglich und die Vergabe der Förderung wird nicht vom Einkommen der Eltern abhängig gemacht.

Der Kredit wird in monatlichen Teilbeträgen ausbezahlt, die je nach Wahl des Kreditnehmers zwischen 100 und 650 Euro liegen. Die Rückzahlungsphase beginnt 6-23 Monate nach der letzten Auszahlung und kann per Option zu einem Festzins erfolgen.

Ähnlich konzipiert sind die Studienkredite privater Banken, die mittlerweile von recht vielen Kreditinstituten angeboten werden. Die Angebote der verschiedenen Banken sind dabei zinstechnisch jedoch sehr unterschiedlich und sollten deshalb in jedem Fall einem ausführlichen Vergleich unterzogen werden.

Darüber hinaus zahlt sich bei einem Studienkredit auch ein gutes Verhandlungsgeschick aus, da auf diese Weise eine ausreichende Karenzzeit bis zu Rückzahlungsphase ausgehandelt werden kann. So ist man gegen Verzögerungen abgesichert und kann die spätere Jobsuche überlegt, kontrolliert und vor allem ohne finanziellen Druck angehen.

Die Finanzierung des Studiums mittels eines Stipendiums ist überwiegend mit hohen Anforderungen verbunden, die die vergebenden Stiftungen an ihre Stipendiaten stellt. Diese Anforderungen können von besonders guten Schul- und Studienleistungen über ehrenamtliches ökologisches Engagement bis hin zur Angehörigkeit einer bestimmten Partei oder Organisation reichen.

Die Vergabe von Stipendien ist zudem meist an ein Auswahlverfahren gekoppelt, das Bewerber zunächst erfolgreich durchlaufen müssen, um anschließend während ihres Studiums entsprechend gefördert zu werden.

Bildungsfonds stellen einen weiteren alternativen Weg der Studienfinanzierung dar. Die Bewerbung für eine solche Förderung ist jedoch ebenfalls aufwendig, weil ein mehrstufiges Verfahren durchlaufen werden muss, das mitunter geringe Kosten für den Bewerber mit sich bringt. Dafür lassen sich anschließend während der gesamten Studienzeit bis zu 30.000 Euro abrufen, deren Tilgung sich nach der Höhe des späteren Einkommens berechnet. Wer viel verdient, zahlt hier also mehr zurück als Personen mit relativ geringem Einkommen.

Welche Versicherungen sind für Studenten interessant?

Während Studienanfänger bisher größtenteils über ihre Eltern versichert waren, sind in puncto Versicherung gerade bei Gründung eines eigenen Hausstandes einige Veränderungen nötig, denn auch Studenten benötigen eine gewisse Absicherung, um in bestimmten Situationen nicht auf den Kosten sitzen zu bleiben.

Am allerwichtigsten ist dabei die Krankenversicherung. Bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres sind Studenten in der gesetzlichen Familienversicherung bei ihren Eltern mitversichert. Danach besteht die Wahl zwischen der gesetzlichen Krankenversicherung für Studenten und einem privaten Versicherer. Der Tarif für Studenten liegt in der gesetzlichen Krankenkasse bei 64,77 Euro (Stand Herbst 2012) und kann solange in Anspruch genommen werden, wie der Studierende maximal 400 Euro pro Monat verdient. Private Anbieter können mitunter günstiger sein, allerdings sollte man sich hier die Konditionen und die vorhandene Absicherung im Vorfeld genau anschauen.

Des Weiteren sollte jeder Student durch eine Privathaftpflichtversicherung abgesichert sein, die im Falle eines aus Versehen verursachten Schadens am Eigentum anderer Personen haftet. Viele Versicherungsgesellschaften versichern Studenten noch im Tarif der Eltern, es ist jedoch wichtig, diese Möglichkeit vorab zu prüfen und andernfalls eine eigene Versicherung abzuschließen.

Bei einer eigenen Wohnung ist eine Hausratversicherung, die bei Rohrbrüchen oder einem Brand entsprechend für die Kosten aufkommt, ebenfalls interessant.

Wer zudem bereits zu Studienzeiten eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen möchte, kann dies aufgrund des guten Gesundheitszustandes in jungen Jahren meist zu recht niedrigen Prämien tun.

Eine eigene Kfz-Versicherung lohnt sich dagegen nur für den Fall, dass auch ein eigenes Auto zur Verfügung steht.

Die wichtigsten Versicherungen für Studenten im Check:

  • Gesetzliche oder private Krankenversicherung?
  • Haftpflichtschutz prüfen oder eigene Haftpflichtversicherung abschließen
  • Hausratversicherung bei eigener Wohnung
  • Kfz-Haftpflicht (bei eigenem Fahrzeug)

So finden Sie die passende Versicherung:

Wer sich für den Abschluss einer bestimmten Police interessiert, hat dabei die Wahl zwischen den Direktversicherern, die hauptsächlich im Internet agieren und den bekannten, etablierten Versicherungsgesellschaften.

Die bekannten Versicherungsgesellschaften bieten den Vorteil der persönlichen Beratung und können auf langjährige Erfahrung im Versicherungssektor verweisen. Direktversicherungen bieten hingegen oftmals deutlich günstigere Tarife und lassen sich online sehr bequem miteinander vergleichen, können jedoch in puncto Service nicht mit den klassischen Versicherern mithalten. Beratung und Schadenabwicklung erfolgen hier telefonisch und auf dem Schriftweg statt über einen persönlichen Ansprechpartner.

Finanzplanung – wie funktioniert das?

Damit das Studium nicht von Anfang an auf wackeligen Füßen steht und man sich während des Studiums mit Finanzsorgen beschäftigen muss, sollte man seine Finanzplanung frühzeitig angehen und von Anfang an für Übersicht sorgen. Gerade deshalb ist es wichtig, schon zu Beginn alle Einnahmen und Ausgaben aufzulisten und einander gegenüber zu stellen. Auf diese Weise lässt sich auch ein eventuell zusätzlicher Finanzbedarf ermitteln.

Damit trotz Einnahmen- und Ausgabenaufstellung nicht doch irgendwann die Ausgaben überwiegen und man in Finanznot gerät, hat sich ein Haushaltsbuch, in dem alle monatlichen Ausgaben verzeichnet werden, als sinnvoll erwiesen. Auf diese Weise behält man stets den Überblick darüber, wie viel des monatlichen Budgets bereits ausgegeben wurde und wie viel Geld noch zur Verfügung steht.

Was sollte in die Finanzplanung einkalkuliert werden?

Auch wenn eine solide Haushaltsplanung eine gute Basis darstellt, ist niemand vor unerwarteten Ausgaben gefeit. Für den Fall, dass Waschmaschine oder Kühlschrank plötzlich ihren Dienst versagen, sollte man deshalb stets ein wenig Geld zurücklegen und sich so eine zumindest kleine Finanzreserve schaffen.

Girokonto – worauf sollten Studenten achten?

Wer einen eigenen Hausstand führt, muss die Kosten für Miete, Strom, Wasser und Energie per Überweisung oder Lastschrift begleichen und ist daher auf ein eigenes Girokonto angewiesen.

Zudem müssen auch die finanzielle Unterstützung der Eltern oder das BAföG sowie der Lohn des Nebenjobs irgendwie empfangen werden. Ein eigenes Girokonto erleichtert in diesem Zusammenhang nicht nur den Zahlungsverkehr, sondern trägt auch dazu bei, jederzeit einen Überblick über seine Einnahmen und Ausgaben sowie das noch zur Verfügung stehende Budget zu behalten.

Worauf sollte bei der Konto Auswahl geachtet werden?

Bei der Suche nach einem Girokonto besteht neben der Wahl eines Kontos bei der Haus-beziehungsweise Filialbank heute auch die Möglichkeit, auf Onlinekonten diverser Direktbanken zuzugreifen. Diese sind größtenteils auch nach der Studentenzeit kostenfrei nutzbar und bieten zudem attraktive Zusatzleistungen wie kostengünstige Kreditkarten, eine Guthabenverzinsung oder ein zusätzliches Tagesgeldkonto und sehr niedrige Dispo-Zinsen.

Trotzdem sollte man darauf achten, dass die Gebührenfreiheit nicht an zu hohe Bedingungen wie einen monatlichen Mindestgeldeingang oder die Nutzung als Gehaltskonto geknüpft ist. Wer diese Bedingungen nicht erfüllen kann, muss nämlich häufig eine monatliche Pauschalgebühr zahlen.

Mit einem Girokonto-Vergleich im Internet lassen sich jedoch auch bedingungslos kostenfreie Konten finden. Wer großen Wert auf eine persönliche Beratung und Betreuung legt, sollte aber trotz eventuell schlechterer Konditionen auf ein Angebot einer etablierten Filialbank setzen.

Wie können Studenten Kosten senken?

Neben einer ausgeklügelten Finanzplanung hat man als Student weitere Möglichkeiten, die Kosten für die eigene Lebenshaltung so niedrig wie möglich zu halten. Viele kulturelle Angebote wie beispielsweise ein Kino- oder Schwimmbadbesuch gewähren gegen Vorlage eines gültigen Studentenausweises besondere Studentenrabatte.

Ferner bieten viele Verlage Zeitungs- oder Magazinabos zum Studententarif. Zusätzlich können sich zumindest BAföG-Empfänger von der Pflicht der GEZ-Gebührenzahlung befreien lassen.

Das eigene Studententicket erlaubt darüber hinaus meistens auch Fahrten mit Regionalzügen im Verkehrsverbund des jeweiligen Studienortes. Einige Studententickets reichen zudem noch deutlich weiter, so dass bei guter Planung auch längere Reisen mit der Bahn deutlich günstiger realisiert werden können. Die Bahncard der Deutschen Bahn wird an Studenten ebenfalls günstiger vergeben, sodass man mitunter noch einmal 50 Prozent des Fahrpreises einsparen kann.

Tipps zum Thema Studienfinanzen

Mit Semesterstart beginnt für viele Studienanfänger ein neuer Lebensabschnitt. Gleichzeitig stellen das Studium und der damit oft verbundene Umzug in die erste eigene Wohnung gerade in finanzieller Hinsicht neue Herausforderungen dar.

Im Vorteil ist hier, wer sich bereits im Vorfeld gründlich über die Finanzierungsmöglichkeiten seines Studiums informiert und eine solide Finanzplanung aufstellt. Dabei sollte nicht nur geprüft werden, welche Finanzierungsoptionen in Anspruch genommen werden sollen, sondern auch wie die voraussichtliche Situation in Bezug auf Einnahmen und Ausgaben aussieht. Auf diese Weise steht das Studium von Anfang an auf stabilen Stützen und der Studienerfolgt wird nicht durch finanziellen Stress beeinflusst.

Über den Autor:

Der Artikel wurde uns exklusiv von der Redaktion des Girokonto Portals Girontovergleich.org zur Verfügung gestellt. Das Vergleichsportal gehört zur Aslander & Fromeyer Vergleichsportale GmbH, die sich seit Jahren auf den Vergleich sämtlicher Finanzprodukte spezialisiert hat.