fireexitÜberall Kurzarbeit, Entlassungen, Einstellungsstopp. Selten war der Markt für Fach- und Führungskräfte härter als heute. Selbst Uni-Absolventen fragen sich inzwischen, ob sie nach dem Studium überhaupt noch einen Arbeitsplatz finden; junge Berufstätige zweifeln, ob ihre Traumkarriere noch möglich ist. Und wer noch einen Job hat, ist froh, wenn er ihn behalten darf. Sogar unter den Talentiertesten grassiert die Angst, das Berufsleben in den kommenden Jahren im immer gleichen Büro und unter ihren Möglichkeiten fristen zu müssen. Wars das also mit der Karriere? Für die WirtschaftsWoche habe ich zehn Experten aus verschiedenen Branchen und Unternehmen gefragt, was derzeit noch möglich ist und wie sich die augenblickliche Situation meistern lässt. Eine Frage davon:

Die Wirtschaft steckt in der Krise und eine Besserung wird frühestens 2010 erwartet. Muss ich meine Aufstiegspläne für dieses Jahr beerdigen?

Marcus Schmidt, Geschäftsführender Gesellschafter von Hanover Matrix: Nein. Die Krise ist selektiv. Es wird genauer ausgewählt bei der Stellenbesetzung, und es gibt noch weniger Fehlertoleranz – auch bei Führungskräften. Jetzt setzen sich die wirklich guten Leute durch. Derzeit werden Manager gesucht, die bestehende Jobs noch besser erledigen als die Amtsinhaber. Ebenso bietet sich die Chance, Restrukturierungsjobs zu übernehmen. Dafür taugen weniger die Gutwetterpiloten, die im Aufschwung erfolgreich waren. Chancen bekommen nun auch Leute aus der zweiten Reihe, die sich erst beweisen, bevor sie Spitzengagen fordern. Gerade jetzt gilt: nicht aufgeben!

Heike Cohausz, Geschäftsführende Gesellschafterin von Rundstedt & Partner: Nein. Auch in schwierigen Zeiten gibt es Bedarf an neuen oder anderen Mitarbeitern. Unabhängig davon, wie stark ein Unternehmen von der Krise betroffen ist, müssen Schlüsselpositionen bei Fluktuation neu besetzt werden. Dies betrifft vor allem Führungs- und Spezialistenfunktionen. Und nicht zuletzt ist vielen Unternehmen bewusst, dass es die demografische Entwicklung erforderlich macht, auch in schwierigen Zeiten Mitarbeiter zu fördern und aufzubauen. Jeder sollte sich jetzt darüber klar werden, wo er dem Unternehmen einen echten Nutzen bietet. Reflektieren Sie Ihre Stärken, Ihre Erfolge und übertragen Sie diese auf die Herausforderungen der Krise.

Tiemo Kracht, Geschäftsführer von Kienbaum: Im Gegenteil, Aufstiegspläne sollten Sie nie beerdigen. Personelle Veränderungen unterliegen keinen Gesetzmäßigkeiten, sie kommen meist unverhofft. Krisen erzeugen Bewegung, wodurch ungeahnte Aufstiegschancen entstehen. Die Jahre 2009 und 2010 werden mehr Karrieren befördern, als es im Jammertal Deutschland erwartet wird. Bestes Beispiel: die Berufung des 37-jährigen Karl-Theodor zu Guttenberg zum Bundesminister für Wirtschaft.

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