Es gibt Vorstellungsgespräche, die dauern bis zu zwei Stunden. Und manchmal gehen sie auch über mehrere Runden. Ein langer Marathon für die Bewerber – aber auch für die Personaler, die sich (hoffentlich) völlig zurecht viel Mühe mit der Personalauswahl geben. Es scheint allerdings auch Abkürzungen auf diesem Weg zu geben. Solche, wie sie dieser US-Artikel beschreibt – und die ich ebenso ungewöhnlich wie amüsant fand, dass ich sie hier gleich (übersetzt und adaptiert) wiedergeben muss.
Die These lautet: Wenn Sie herausfinden wollen, mit welchem Menschen Sie es zu tun haben, beobachten Sie ihn dabei, wie er oder sie die Straße überquert. Etwa, indem Sie das Jobinterview spontan in ein Café auf der anderen Straßenseite verlegen. Oder mit dem Kandidaten essen gehen. Oder ihn während der Rushhour auf einem belebten Platz treffen. Hauptsache, derjenige wird dabei unauffällig genötigt, eine gut befahrene Straße zu überqueren. Die Autoren schlagen sogar vor, den Moment heimlich auf Video festzuhalten, um das Ergebnis hinterher auszuwerten – denn diese wenigen Sekunden sollen viel darüber verraten, wie sich derjenige später im Job verhalten wird.
Gewiss, das ist nicht nur kurios, sondern auch sicher nicht ganz ernst gemeint. Trotzdem enthält die These einen wahren Kern, der sich erst in der Typologie der Straßenüberquerer offenbart. Deshalb nun die Auflösung:
5 Straßenüberquerer – und was das über ihr Jobqualifikation verrät
- Der Umsichtige. Kühn, aber nicht tollkühn. Dieser Typ zeigt Initiative, ist entschlossen wie der Draufgänger, wägt aber gleichzeitig ab und nutzt seinen gesunden Menschenverstand. Solche Menschen zeichnen sich durch viel Energie aus, können gleichzeitig telefonieren und mailen – nur nicht im Straßenverkehr. Sie wissen: Angefahren werden, stellt keinen nachhaltigen Fortschritt dar. Deshalb passen sie den besten Moment ab – um auf dem kürzesten Weg zum Ziel zu kommen.
Idealbesetzung: Manager, Projektleiter, Ingenieur, Entwickler. - Der Sprunghafte Auch dieser Typ ist in der Lage, mehrere Dinge auf einmal zu erledigen: telefonieren, orientieren, Kreuzungen überqueren – alles kein Problem. Das macht ihn dem Umsichtigen ziemlich ähnlich – jedoch mit einer Ausnahme: Der Sprunghafte besitzt weniger Konsequenz. Er geht spontan los und erkennt: Das herannahende Auto ist doch zu schnell. Also kehrt er wieder um – oder macht plötzlich halt. Er wechselt die Richtung, das Tempo, mäandert durch die Straße und kommt zuweilen ganz woanders an als geplant. Kurz: Es fehlt ihm ein wenig die Geistesgegenwart und das Zutrauen in die eigene Urteilskraft.
Idealbesetzung: Kreative, Programmierer – nur keine übergeordneten Aufgaben, sonst droht Chaos. - Der Opportunist.Er beginnt seine Reise mit lauteren Absichten: Bei Grün gehen, bei Rot stehen. Erst recht wenn Kinder in der Nähe sind. Doch dann merkt er, dass er schon eine Minute zu spät ist oder dass sich gerade ein günstige Gelegenheit auftut. Mit anderen Worten: Er merkt, dass lautere Absichten manchmal auch Ballast auf dem Weg zum Ziel sein können. Und so wird aus Dr. Jekyll für einen Moment Mr. Hyde. Solange es nützt, merkt ja keiner…
Idealbesetzung: Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer und Manager mit versteckten Tätowierungen. - Der Oxthodoxe. Egal, wie leer die Straße ist: Dieser Typ würde niemals die Straße auch nur betreten, solange die Ampel Rot zeigt. Das wäre ja illegal. Überhaupt setzt sich dieser Typ erst bei Grün in Bewegung und sollte die Ampel mitten auf der Kreuzung gelb werden, neigt er dazu, zu zögern und zu überlegen, ob er weitergehen kann oder lieber schnell umkehrt (was ihn ab und an zur Kühlerfigur von Kavalierstartern macht).
Idealbesetzung: Buchhalter, Statistiker, Beamter und alle anderen Berufe, bei denen man starre Regeln befolgen muss und Improvisationstalent als Schwäche angesehen wird.
Der Draufgänger. Angst? Kennt der Typ nicht, Gefahr ist sein zweiter Vorname (oder Rex – wie Rex Cramer). Deshalb sind Zebrastreifen für ihn allenfalls Asphaltgraffiti und Ampeln moderne Lichtkunst. Gegenverkehr, Rotphasen, überllaunige Verkehrswächter – es gibt nichts, was den Typ stoppen könnte. Alles ist eine Herausforderung, ein Wettkampf, ein Spiel. Sollte der Draufgänger den Straßenseitenwechsel überleben, ist das seine…
Idealbesetzung: Unternehmer, Starverkäufer, Heuschrecke oder Finanzhai.
Wo wir schon dabei sind: Wie überqueren eigentlich Sie die Straße?







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Marxty
Sorry was für ein mistiges psychozeugs .. glauben diese Personaler wirklich daran? Kein wunder wenn dann die Firmen den Bach runtergehen. Die Personaler die ich bis jetzt kennengelernt habe, beruflich und privat, hatten fast alle was an der Klatsche gehabt
Jochen Mai
Der Originalbeitrag sagt ja gar nicht, dass Personaler das so machen. Es ist eine nicht ernst gemeinte Satire – aber eine mit einem kleinen wahren Kern. Dem, dass wir uns durch manches Verhalten offenbaren.
Marco Nellessen
Ich bin eine Mischung aus dem Draufgänger und dem Umsichtigen. In der Tat passt diese Beschreibung auch relativ gut auf mein Verhalten im Job…
Stitch
“Der Umsichtige”
Ja passt, auch zu meiner derzeitigen Position. Wobei solche Texte ja eher in die Richtung Horoskop gehen…es ist so allgemein gehalten das es auf die einzelnen Berufgruppen passt.
Was aber nichts daran ändert das solche Sartieren äußerst amüsant sind :)
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Christian Neuwerth
Via Twitter kam ich hierher…
Antwort:
Kommt drauf an.
Gegenfrage:
Sie kommen an eine Kreuzung zweier gleichberechtigter Straßen. Von Rechts kommt ein Auto, wer hat die Vorfahrt?
Zusatzfrage:
Warum eigentlich?
Schönes Wochenende wünscht Ihnen
@Neuwerth