Reichtum-kann-man-lernen-Geld
Die ersten zehn Berufsjahre sind die entscheidenden - insbesondere für den späteren Reichtum. In dieser vergleichsweise kurzen Zeit entscheidet sich, wer später das große Geld verdient und wer nicht. Ab 40 Jahren hingegen tut sich in Sachen Gehalt nicht mehr allzu viel. Bei den meisten jedenfalls. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Ökonomen um Fatih Guvenen der Landesbank des Bundesstaates New York, die dazu die Lebenseinkommen zahlreicher Arbeitnehmer zwischen 1978 und 2010 verglichen haben...

Definiton Reichtum: Wer ist überhaupt reich?

Reichtum-Definition-Vermoegen-Wohlstand-reich-GoldDie Frage ist zutiefst philosophisch und lässt sich nur schwer in einen Kasten packen. Die meisten denken bei Reichtum wohl an Geld und materielle Güter, Motto: Reich ist, wer Millionär ist, Traumhaus und Traumauto besitzt und genug Geld hat, um nie mehr arbeiten zu müssen. Gleichzeitig spüren wir natürlich alle, dass das nicht der Weisheit und Definition letzter Schluss sein kann. Ist es auch nicht.

Denn was wir unter Reichtum verstehen, hängt von höchst subjektiven und zum Teil auch höchst emotionalen Wertvorstellungen ab. Dabei wird die Bedeutung des emotionalen und geistigen Reichtums regelmäßig unterschätzt - auch weil sie sich kaum messen lässt. Bei Wikipedia gibt es deshalb eine sehr schöne Definition für Reichtum: Reichtum bezeichnet den Überfluss an geistigen und/oder gegenständlichen Werten. Wobei man selbst über das Wort Überfluss noch debattieren kann. Denn reich ist eigentlich schon der, dem reicht, was er hat. Getreu dem Bonmot: Reichtum beginnt im Herzen.

Reichtum: Steile Einkommenskurve in den ersten 10 Jahren

Das Ergebnis der Einkommensstudie (PDF) verblüffte die Forscher selbst: Wer später über großen finanziellen Reichtum verfügte, konnte schon in den ersten zehn Berufsjahren einen steilen Einkommensanstieg verbuchen. Bei Durchschnittsverdienern blieb diese Kurve dagegen von vornherein wesentlich flacher.

Oder in Prozenten ausgedrückt:

  • Die Superverdiener verzeichneten im Alter von 25 bis 55 Jahren einen Einkommensanstieg von 230 Prozent.
  • Die Normalverdiener hingegen erzielten in dieser Zeit nur einen Anstieg von 38 Prozent.

Wobei die größten Sprünge eben in den ersten zehn Jahren stattfanden und damit auch die prozentualen Zuwächse kräftiger steigen ließen. Oder wie es so schön heißt: Die erste Million ist die schwerste...

Die Studie sollten Sie aber bitte nicht falsch verstehen: Sie sagt nicht, dass man nach zehn Jahren keine Karriere mehr machen und nicht mehr viel verdienen kann! Vielmehr geht es dabei um eine statistische Korrelation - keine Kausalität.

Allerdings lassen sich diese Wahrscheinlichkeiten schon durch reines Rechnen nachvollziehen. Ein Beispiel:

Gehaltssteigerungen werden (bei Angestellten) in der Regel prozentual verhandelt - und genau das macht das Einstiegsgehalt so entscheidend. Ob eine(r) in jungen Jahren mit einem 30.000 Euro Jahresbruttogehalt einsteigt oder mit 50.000 Euro und alle drei Jahre einen 5-prozentigen Aufschlag erhält, macht bereits einen enormen Unterschied:

Beispielrechnung: Einstiegsgehalt 30.000 Euro

(Annahme: alle drei Jahre eine Gehaltserhöhung um 5 Prozent)

  • 1. Jahr: 30.000 Euro
  • ab 3. Jahr: 31.500 Euro
  • ab 6. Jahr: 33.075 Euro
  • ab 9. Jahr: 34.728,75 Euro

Beispielrechnung: Einstiegsgehalt 50.000 Euro

  • 1. Jahr: 50.000 Euro
  • ab 3. Jahr: 52.500 Euro
  • ab 6. Jahr: 55.125 Euro
  • ab 9. Jahr: 57.881,25 Euro

Der Berufseinsteiger mit 30.000 Euro verdient in den ersten zehn Jahren also insgesamt: 323.182,50 Euro. Der Berufseinsteiger mit 50.000 und derselben Laufbahn aber schon 538.637,50 Euro - ein Unterschied von stolzen 215.455 Euro in nur zehn Jahren! Davon können sich manche schon ein Reihenhaus kaufen. Und hochgerechnet auf eine Lebensarbeitszeit von rund 40 Jahren beläuft sich der Unterschied dank des Zinseszinseffekts schon auf über eine Million Euro.

Da sich die Studie ebenfalls auf Lebenseinkommen bezieht, macht es über den Zinseszinshebel einen enormen Unterschied wie viel jemand in den ersten zehn Jahren verdienen und sein Einkommen steigern kann. Wer hoch einsteigt und schnell erhöhen kann, erreicht also - bei gleichem Karriere-/Einkommensverlauf - deutlich mehr (materiellen) Reichtum.

Natürlich bedeutet das nicht, dass man später nicht doch noch einen großen Karriere- und Einkommenssprung machen könnte. Aber selbst damit lässt sich in den verbleibenden Arbeitsjahren kaum noch aufholen, was ein Superverdiener bereits in der ersten Zeit erwirtschaftet hat.

Reichtum kann man lernen

Reichtum-10-BerufsjahreThomas C. Corley kennt sich aus in der Welt der Reichen und Schönen. Fünf Jahre lang hat er 233 reichen und 128 armen Menschen genau auf die Finger geschaut, ihre Tagesroutinen, Hobbys und Marotten studiert. Herausgekommen ist dabei sein Buch "Rich Habits", in dem er die Erfolgsrezepte der Gutbetuchten analysiert und verrät. Die Quintessenz des Millionär-Stalkers: Erfolglose Menschen haben schlechte Angewohnheiten. Was wiederum bedeutet, dass jeder die Chance auf das große Geld hat - sofern man seine schlechten Gewohnheiten schleunigst ins Positive dreht.

Oder anders formuliert: Reichtum kann man lernen - unter anderem mit diesen neun Tipps:

  1. Reichtum-Hemmnis: Prokrastination

    Das chronische Aufschieben ist generell ein Hemmklotz - auch beim Geldverdienen. "Wir wollen einfach die Dinge tun, die wir gerne tun und die Dinge, die wir nicht gerne tun, schieben wir auf", schreibt Corley in seinem Buch. Strategien und Tricks gebe es einige, um nicht zu prokrastinieren: To-do-Listen zum Beispiel und strenge Deadlines. Auch schlägt er eine "Daily Five"-Routine vor: Fünf Aufgaben, die man am Tag definitiv erledigen will und muss, um seinem Ziel näher zu kommen. Überhaupt: Verfolgen Sie Ihre Ziele zielstrebig und mit eiserner Disziplin.

  2. Reichtum-Hemmnis: Umfeld

    Negative Menschen ziehen uns - auf emotionaler Ebene - mit hinunter in ihren Sumpf. Negative Verstärkung nennt sich das Phänomen. Einen ganz ähnlichen Effekt gibt es in Bezug auf Wohlstand und Vermögen: Laut Corley haben 86 Prozent der Millionäre die Angewohnheit, sich mit anderen erfolgsorientierten, optimistischen und positiven Menschen zu umgeben. Zugleich würden sie die toxischen Bekanntschaften bewusst meiden.

  3. Reichtum-Hemmnis: Ausgaben

    Unternehmer wissen: Wer Geld verdienen will, muss Geld investieren. Langfristig aber sollte schon mehr reinkommen als aus dem Fenster fliegt. Corleys Faustregel lautet: Spare von allem 20 Prozent und lebe von den restlichen 80. Konkret: Gebe für Haus oder Wohnung maximal 25 Prozent deines Einkommens aus, für Lebensmittel 15 Prozent. Maximal 10 Prozent sind für Vergnügungen reserviert - Kneipe, Kino, Safari-Park, so was. Für Urlaubsreisen sollten nicht mehr als fünf Prozent des Jahresnettolohns eingeplant werden. Der Rest dient als Geldmagnet: Hier sparen Sie mit der Zeit Vermögen fürs Alter an - aber eben auch nur, wenn Sie der Versuchung widerstehen, den Topf vorzeitig auszugeben.

  4. Reichtum-Hemmnis: Geistiger Horizont

    Bill Gates liest Bücher grundsätzlich bis zum Schluss. Und er reserviert sich jeden Tag eine Stunde zum Lesen. Nur so könne er die nötige Konzentration aufbringen, das hat er mal in einem Video-Interview verraten. Die Erkenntnis deckt sich auch mit Corleys Beobachtungen: Demnach verbringen 88 Prozent der extrem Wohlhabenden mindestens 30 Minuten täglich mit der Lektüre von Büchern und Nachrichten, aber auch mit Weiterbildungen, Fach- und Ratgeber-Literatur. Ein nicht ganz uneigennütziger Tipp von uns: Jeden Tag 30 Minuten Karrierebibel lesen!

  5. Reichtum-Hemmnis: Glücksspiel

    Vermutlich ist Glücksspiel einer der schnellsten Wege zum Reichtum - aber noch schneller geht's in die andere Richtung. Corley will herausgefunden haben, dass 77 Prozent aller Menschen mit Geldproblemen jede Woche Lotto spielen. Von den Reichen dagegen spielt niemand Lotto. Glücksspiel lenke nur davon ab, mit eigener Schaffenskraft Geld zu verdienen und sein Geld sinnvoll zu investieren. Aber, so Corleys Rat: Wenn Sie unbedingt zocken wollen, dann zweigen Sie wenigstens und ausschließlich Geld von Ihrem Entertainment-Budget ab.

  6. Reichtum-Hemmnis: Einnahmequelle(n)

    Self-Made-Millionäre sind, laut Corley, nicht nur von einer einzigen Einkommensquelle abhängig. Stattdessen haben sie mehrere Quellen - als magische Zahl nennt er die Drei: 65 Prozent der Superreichen hatten mindestens drei Einkommensquellen, während sie ihre erste Million aufgebaut haben. Nun verfügt natürlich nicht jeder über Immobilien oder Unternehmensbeteiligungen als sprudelnde Geldquellen. Aber der Tipp lässt sich auch anders lesen: Arbeiten Sie neben Ihrem Job noch an einem passiven Einkommen - zum Beispiel durch ein Blog. Oder verdienen Sie zusätzlich etwas Geld durch ein kreatives Hobby (Malen, Nähen, ...), einen Nebenjob, indem Sie andere beraten oder sich als Selbstständiger eben nicht nur auf einen Kunden verlassen, sondern mindestens auf drei.

  7. Reichtum-Hemmnis: Fernsehen

    Das sogenannte Binge Watching auf Netflix gilt schon als Droge des 21. Jahrhunderts. Laut Corley sehen zwei Drittel der Reichen, die er analysiert hat, weniger als eine Stunde pro Tag fern. Demgegenüber sitzen 77 Prozent der Menschen mit finanziellen Problemen täglich mehr als eine Stunde vor der Glotze. Bessere Beschäftigungen laut Corley: Weiterbildung, Networking, ehrenamtliche Arbeit oder Nebenjobs.

  8. Reichtum-Hemmnis: Mentalität

    In unser deutschen DNA ist positives Denken eher rezessiv angelegt. Schade. Denn gesunder (realistischer) Optimismus ist ein ganz wesentlicher Schlüssel zum Reichtum. Dazu zählt laut Corley auch die Selbstbeherrschung, sich den täglichen Sarkasmus zu verkneifen. Ein loses Mundwerk und ständiges Bemosern und Bemeckern der Umstände und anderer sei bei 69 Prozent der Finanzproblematiker enorm ausgeprägt. 94 Prozent der Wohlhabenden hätten sich dagegen auch verbal im Griff. Und nicht zuletzt ist Selbstkontrolle eine wichtige Voraussetzung für gute Geschäftsbeziehungen und ein vitales Netzwerk.

  9. Reichtum-Hemmnis: Beziehungen

    Apropos Netzwerk: Fünf Stunden pro Monat für Networking und Ehrenämter reservieren sich laut Corley fast drei Viertel der Reichen, aber nur einer von zehn Menschen mit Durchschnittseinkommen. Dabei liegen die Vorteile der Beziehungspflege auf der Hand: Man reichert viel Vitamin B an, das bekanntlich nur dem schadet, der es nicht hat. Was man ebenfalls tun sollte: zuhören - und zwar lange und ausgiebig. Ein 5-zu-1-Verhältnis ist angeblich genau richtig. Für jede Minute, die Sie sprechen, sollten Sie fünf Minuten lang zuhören (und daraus lernen). Vor allem jenen Menschen, die schon dort sind, wo Sie noch hinwollen.

Werden die Reichen tatsächlich immer reicher?

Extra-Tipp-IconIm Januar 2009 begann etwas Bemerkenswertes: Eine kleine Gruppe von Internet-Enthusiasten startete ein ökonomisches Experiment und handelte mit digitalem Geld - sogenannten BitCoins. Der Anfang war eher so lala, aber 2011 zündete die Idee plötzlich und das Geld verbreitete sich rapide. Heute kann man mit BitCoins bereits eine Reihe von Produkten oder Dienstleistungen kaufen, mehr als 17 Millionen Transaktionen wurden damit bereits abgeschlossen und der Wert der kursierenden Währung wird insgesamt auf rund eine Milliarde Dollar geschätzt. Das lässt nicht nur Geschäftemacher aufhorchen - Wissenschaftler genauso. Und einige davon sahen darin eine einmalige Chance, der uralten These nachzugehen, ob die Reichen tatsächlich immer reicher werden...

Daniel Kondor und seine Kollegen von der Eotvos Lorand Universität in Ungarn ließ der Gedanke nicht mehr los. Also werteten sie so ziemlich alle Transaktionen aus, die sie im Netz finden konnten (das ist ja das Schöne an BitCoin - es enthält eine Menge Daten), rekonstruierten die finanzielle Historie - soweit möglich - jedes Accounts, und zeichneten die Evolution des Geldflusses nach (siehe auch hier).

Und siehe da: Wer in diesem virtuellen Währungs-Netzwerk einen populären Knotenpunkt innehatte, zog mehr Aufmerksamkeit auf sich und sein Wohlstand stieg rasanter als der der Normalos. Oder kurz: Die Reichen wurden tatsächlich immer reicher.

Das Phänomen ist auch bekannt unter dem Namen Matthäus-Effekt. Der geht auf ein Gleichnis in der Bibel zurück:

Ein Mann muss verreisen. Vorher aber ruft er noch seine drei Diener zu sich, um ihnen sein Vermögen anzuvertrauen. Dem ersten gibt er davon fünf Teile, der zweite bekommt zwei, der dritte eines. Doch dann passiert etwas Unerwartetes: Der Erste kann mit dem Geld gut umgehen, und schon nach kurzer Zeit hat er seinen Anteil verdoppelt. Auch der Zweite stellt sich geschickt an und vermehrt das Vermögen um 100 Prozent. Der Dritte jedoch ist anders. Er vergräbt das Geld lieber, in der Hoffnung, dass er es so wenigstens nicht verlieren kann. Als der Mann nach einer Weile zurückkehrt und seine Dienerschaft nach deren Ertrag fragt, präsentieren die ersten beiden stolz ihren Erfolg. Dann kommt der Dritte an die Reihe. Er hat das Geld lediglich vergraben - aus Schutz vor Räubern. Sein Herr kreist unter der Decke: Auf der Bank hätte er zumindest Zinsen bekommen, schimpft er. Nun aber übergibt ihm dieser Taugenichts lediglich sein altes Geld und etwas Dreck dazu. Da nimmt er ihm seinen Teil ab, schenkt ihn dem ersten Knecht und jagt den Wühlerich vom Hof.

Die Geschichte steht im Matthäus-Evangelium im Kapitel 25, Vers 29 und gehört zu den bekanntesten Gleichnissen, die Jesus erzählt. Nicht zuletzt, weil sie mit dem denkwürdigen Fazit endet: "Denn wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch genommen, was er hat."

Das klingt nun wirklich unfair und so gar nicht göttlich gerecht.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Mit dem "haben" und "nicht haben" meint Jesus jeweils den Ertrag und nicht die Ausgangslage. Das wäre sonst wirklich gemein. Dennoch beschreibt die Anekdote aus dem Neuen Testament ziemlich treffend das Prinzip der sogenannten positiven Rückkopplung, das der Volksmund auch schon mal auf die weniger fromme Formel bringt: "Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen" oder eben "Die Reichen werden immer reicher".

Der eigentliche Entdecker dieses Effekts ist der amerikanische Soziologe Robert K. Merton, der ihm auch den Namen gab. Ob aus Neid oder echtem Wissensdurst heraus beschäftigte sich Merton 1968 mit der Frage, warum bestimmte Wissenschaftler häufiger in Büchern, Studien und Aufsätzen zitiert werden als andere. Dabei stellte er bald fest, dass der Bekanntheitsgrad keine unwesentliche Rolle spielt: Je prominenter einer seiner Kollegen war, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass er von anderen zitiert wurde, was seinen Ruhm wiederum weiter mehrte. Oder wie es die Amerikaner heute ausdrücken: success breeds success.

Den Effekt können wir heute in nahezu allen Lebensbereichen beobachten. Wer reich ist, profitiert von Steuererleichterungen mehr als ein Durchschnittsverdiener. Gute Schüler wiederum fallen in der Schule mehr auf und werden deshalb von den Lehrern meist auch stärker gefördert als die nervigen Problemfälle. Und Top-Entscheider, haben sie erst einmal einen gewissen Status erreicht, brauchen sich über ihre künftigen Jobs in der Regel kaum noch den Kopf zerbrechen.

Ewiger Reichtum: Die 4 größten Mythen

Check-Icon-TransparentWer über Reichtum sinniert, kommt nicht umhin, sich auch mit einigen Mythen zu beschäftigen, die sich hartnäckig darum ranken. Zwar steckt in manchen davon ein wahrer Kern, Halbwahrheiten bleiben sie aber dennoch.

Zum Schluss also noch ein kurzer Check zu klassischen Thesen über den Reichtum...

  1. Reichtum ist angeboren.

    Dieser Mythos fällt in dieselbe Kategorie wie die Annahme, Vermögen würde immer ererbt. Tatsache ist, dass dies nur in wenigen Fällen zutrifft - die aber sind dann umso schillernder. Die Mehrheit der Reichen hat ihr Vermögen indes erarbeitet. Zwar spielen Kontakte, Netzwerk und eine gehörige Portion Glück auf dem Weg zum Reichtum eine große Rolle. Doch wenn Sie nicht in einer Villa auf die Welt gekommen sind, ist das auch kein K.O.-Kriterium für Ambitionen.

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  2. Reichtum ist nur für Elitestudenten erreichbar.

    Auch dieser Mythos lässt sich nicht durch Zahlen bestätigen. Zwar stimmt es, dass die bekannte Harvard Universität den höchsten Anteil an Reichen unter ihren Alumni hat. Doch global betrachtet machen Absolventen von Harvard und anderen Eliteuniversitäten gerade einmal dreieinhalb Prozent der reichen Menschen aus.

  3. Reichtum schützt vor alltäglichen Problemen.

    Bis zu einem gewissen Grad ist dieser Mythos korrekt. Wer nicht aufs Geld achten muss, braucht sich um Dinge wie Ernährung, Haushalt, Kleidung, Reisen nicht zu sorgen. Allerdings bringt Reichtum andere Probleme mit sich: (Falsche) Freunde zum Beispiel. Wer ist noch ein echter Freund - und wer will nur mitprofitieren? Auch müssen Reiche eher damit rechnen, ausgeraubt oder erpresst zu werden. Und nicht zuletzt verpflichtet Reichtum - die (sozialen) Erwartungen des Umfeldes können einen nicht zu unterschätzenden Druck auf Vermögende ausüben - von Neid und Missgunst mal ganz abgesehen.

  4. Reichtum macht glücklich.

    Mit Geld - das ahnen Sie längst - hat Glück gar nichts zu tun. Bestätigt ist das durch Wirtschaftswissenschaftler wie Richard Easterlin. Der verglich zum Beispiel schon 1974 die Ergebnisse aus Umfragen über Zufriedenheit mit dem Einkommen der Befragten und stellte fest: Ein steigendes Einkommen macht - ab einer bestimmten Grenze - nicht automatisch glücklicher. Warum dennoch so viele nach Reichtum streben? Die Antwort ist so einfach, dass man sie leicht übersieht: Sie verwechseln Ursache mit Wirkung. Nicht Geld oder Macht machen das Glück (jedenfalls nicht langfristig), sondern der Glückliche hat Erfolg. Vielleicht wird er kein Millionär oder Chef. Aber womöglich strebt er auch gar nicht danach. Geld, Macht, beruflicher Aufstieg – das sind Statussymbole über deren Bewertung andere entscheiden. Davon das eigene Glück abhängig machen? Schön blöd. Oder anders formuliert:

    Ich habe heute einen bitterarmen Menschen getroffen - der hatte nichts außer Geld.

Das alles bringt uns zu der eingangs formulierten Definition von Reichtum zurück: Erst was Sie darunter verstehen, macht Reichtum erstrebenswert. Und Glück kann auch in einer funktionierenden Beziehung, gesunden Kindern, einem erfüllenden Job und anderen Bereichen zu finden sein. Denn das ist die gute Nachricht: Glücklich werden kostet nichts. Nur ein paar Minuten.

Tipps für mehr Geld im Job

Falls auch Sie noch an der ersten (Einkommens-)Million laborieren (wovon wir mal ausgehen), haben wir hier noch ein paar Tipps für Sie:

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