Durch die Reform der Studiengänge sollten Absolventen besser vorbereitet ins Berufsleben einsteigen. Tatsächlich sorgt die rigide Studienordnung fürs Gegenteil: Weil keine Zeit für Praktika und Ehrenämter übrig ist, bleibt Hochschülern nur ein stromlinienförmiges Studium, das sie gesichtslos in den Arbeitsmarkt entlässt. Oder?
Nein. Wenn Sie bereit sind, notfalls die Regelstudienzeit zu überziehen, können Sie in Praktika oder Ehrenämtern wertvolle Erfahrungen für den Berufseinstieg sammeln – und sich so einen entscheidenden Vorsprung schaffen. Das klappt aber nur, wenn Sie sich nicht verzetteln, sondern Ihre Biografie gezielt bereichern. Ob Sie sich dann für Praktikum, Ehrenamt oder soggar beides entscheiden, hängt von Ihrer eigenen Lebensplanung ab.
Diese Aspekte sollten Sie dabei berücksichtigen:
Praxisluft schnuppern
Nichts bereitet besser aufs Berufsleben vor, als praktische Erfahrungen zu sammeln. Am Besten geht das im Praktikum (darum heißt es schließlich so) – oder gleich in mehreren Praktika…
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Übrigens: Praktika verschlingen nicht zwingend ein ganzes Semester. Wenn Sie viele verschiedene Stationen ausprobieren wollen, sind Kurzpraktika – etwa in den Semesterferien – besser. Selbstverständlich lässt sich Berufserfahrung auch beim Jobben sammeln, wenn Sie einer passenden Nebentätigkeit nachgehen.
Ideale leben
Auch das Ehrenamt bietet einige Vorzüge, die nicht zu verachten sind – leider aber auch ein paar gravierende Nachteile:
| Vorteile | Nachteile |
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Aber: Weil immer mehr Start-ups Wert auf die ethische Ausrichtung ihres Unternehmens legen, lässt sich insbesondere dort mit sozialem Engagement punkten. Auch kleine Unternehmen bieten gerade in diesem Bereich gute Einstiegs- und Aufstiegschancen. Die Bezahlung ist dafür freilich nicht ganz so opulent – aber Geld ist ja schließlich auch nicht alles.
Gute Organisation ist notwendig
Trotz zusätzlichem Zeitaufwand schließen sich Praktika und Ehrenamt nicht aus. Wichtig ist, dass Sie den notwendigen Aufwand fürs Engagement ums Studium herum arrangieren und organisieren. Und zwar so, dass für alles genügend Platz bleibt und Sie nicht das Gefühl haben, trotz 120 Prozent Aufwand nicht hinterher zu kommen. Da hilft nur: Prioritäten setzen – und Dinge nacheinander tun.
Vielleicht nutzen Sie ja die Zeit bis zum Bachelor fürs Ehrenamt – und machen dann bis zum Master ein, zwei Praktika. Oder Sie beschränken die Praxiserfahrung auf die Semesterferien und engagieren dich während des Semesters ein, zwei Mal pro Woche. Eine andere Möglichkeit ist, sich während des Studiums zu engagieren und während der Prüfungszeiten jede außercurriculäre Aktivität zurückzufahren.
Es liegt an Ihnen, für welchen Weg Sie sich entscheiden: Wichtig ist nur, dass das Studium immer im Mittelpunkt bleibt. Wenn Sie sich trotz guten Zeitmanagements nicht mehr ausreichend auf Prüfungen vorbereiten können, müssen Sie die Notbremse ziehen. Ob Sie sich dann für die Regelstudienzeit oder für Engagement und Praxis entscheiden, hängt von Ihren Präferenzen ab – und eben von den finanziellen Ressourcen, die Ihnen zur Verfügung stehen.
Sie können sich aber auch voll aufs Außeruniversitäre konzentrieren. Weil Sie – beispielsweise – am praktischen Arbeiten so viel Spaß finden, dass Sie dafür gern aufs Studieren verzichten. Oder sich gerade eine Stelle auftut, die langfristige Entwicklungsmöglichkeiten verspricht. Auf den Universitätsabschluss müssen Sie deswegen noch lange nicht verzichten: Der lässt sich später per Fernstudium neben der Arbeit nachholen.
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Josef
Hallo,
ehrenamtliches Engagement halte ich in jedem Fall sinnvoll. Egal ob man nun Student ist oder nicht. Jeder der etwas Zeit hat und natürlich auch Lust dazu sollte helfen.
Etwas tun ist ja immer besser als nichts tun.
freundliche Grüße
Josef