Reputationsaufbau 2015: Darum werden Blogs unverzichtbar
Blogger schreiben über die Bedeutung von Blogs. Ich gebe zu, das wirkt auf den ersten Blick etwas egozentrisch. Dennoch - oder gerade deswegen - ist mir dieser Artikel wichtig, denn ich bin mir sicher: Blogs werden 2015 für den Reputationsaufbau noch wichtiger, ja sogar unentbehrlich. Wichtig: Hier ist nicht von Corporate Blogs die Rede, deren Bedeutung haben wir hier auf der Karrierebibel schon mehrfach dargelegt. Nein, es geht um den Reputationsaufbau für Fachkräfte und Arbeitnehmer, die Etablierung der Personenmarke. Blogs werden 2015 dafür unverzichtbar...

Blogs als kommunikatives Zentrum

Bei der Unternehmenskommunikation ist die Bedeutung von Corporate Blogs eindeutig: Das eigene Unternehmensblog dient als kommunikative Zentrale, die Basis aller Social Media Aktivitäten und der Kommunikationsstrategie. Über Frequenz, Umfang und Gestaltung kann zwar trefflich diskutiert werden, doch im Grunde gilt: Unternehmen, die ernsthaft online kommunizieren, kommen über kurz oder lang nicht an einem Corporate Blog vorbei.

Dieses Prinzip gilt jedoch nicht nur für Unternehmen. Auch wer seine Personenmarke ausbauen, seine Reputation aktiv gestalten und sich klar positionieren will, braucht 2015 eine solche Plattform. Die Argumente für ein eigenes Blog sind zahlreich, hier eine Auswahl:

  • Profilierung durch Artikel mit eigener Meinung und klaren Standpunkten.
  • Influencer und Blogger Relations werden deutlich einfacher.
  • Vernetzung mit anderen Blogs und potenziell wichtigen Netzwerkpartnern.
  • Hoher Lerneffekt durch die Recherche und das Verfassen von Artikeln.
  • SEO Relevanz durch qualitativ guten Content.
  • Weitere Vernetzung und Sichtbarkeit durch Social Signals.
  • Feedback-Kanal in den Kommentaren und Lerneffekte durch Diskussionen.
  • Eigene, multimedial gestaltbare Plattform.

Einige dieser Effekte können nur eintreten, wenn Blogger auch die sozialen Netzwerke nutzen, um ihre Artikel zu verbreiten. Doch die aktive Streuung von Artikeln, die Vernetzung mit anderen Bloggern und die Kommunikation innerhalb der Community gehören ohnehin zum Bloggen.

Wer sein Blog als reine Publikationsplattform ohne Interaktion, Kommunikation und Vernetzung versteht, vergeudet wertvolles Potenzial. Kein Blog ist eine Insel.

Bloggen lohnt sich - perspektivisch

suphakit73/shutterstock.comBloggen nimmt Zeit und Energie in Anspruch, keine Frage. Wer sein Blog ernsthaft betreibt, erlebt im Lauf der Zeit verschiedenste Höhne und Tiefen. Es gibt Tage und Artikel, die sich fast von selbst schreiben, hervorragendes Feedback bekommen und einfach perfekt sind. Doch dann gibt es auch Zeiten, in denen partout keine neuen Themen auftauchen wollen, jeder Satz dem Gehirn mühsam abgetrotzt werden muss, Kommentar-Flaute herrscht und einfach nichts funktioniert.

In diesen Phasen ist so mancher Blogger versucht, in den oft gehörten Satz: "Bloggen lohnt sich nicht" einzustimmen. Doch dieser Satz ist falsch und stammt in der Regel von Menschen, die sich einer von drei Gruppen zuordnen lassen:

  1. Nicht-Blogger - Sie betrachten Blogs mit einer enormen Skepsis und können dem Konzept nichts abgewinnen. Sie können nicht nachvollziehen, warum man Texte ins Netz stellen und über teilweise sensible und schwierige Themen schreiben sollte. Das will doch ohnehin niemand lesen, so die Annahme.
  2. Frustrierte Blogger - Der Spruch: "Ein Pesimist ist ein Optimist mit Erfahrung" trifft auf diese Menschen perfekt zu. Sie haben es mit einem eigenen Blog versucht, in den ersten Monaten jedoch kaum Feedback erhalten und keine Erfolg gesehen. Frustriert haben sie ihr Blog aufgegeben und sind seit dem davon überzeugt: Bloggen lohnt sich nicht.
  3. Ziellose Blogger - Sie haben einfach mal ein Blog gestartet und vor sich hin gebloggt. Alle paar Wochen erschien ein neuer Artikel, eine thematische Linie oder gar ein roter Faden war nicht zu erkennen und auf anderen Blogs haben sie ohnehin nie kommentiert. Auch nach einem Jahr waren noch keine Erfolge zu erkennen, Ziele haben sie nie definiert. Auch für sie steht fest: Bloggen ist sinnlos.

Immer, wenn ich den Satz: "Bloggen lohnt sich nicht" von Vertretern der beiden letztgenannten Gruppen höre, lautet meine Antwort: "Sie haben Recht, was Sie unter Bloggen verstehen, lohnt sich tatsächlich nicht." Das ist natürlich etwas zugespitzt, trifft aber den Kern der Sache.

Wer seine Reputation ausbauen und gestalten will, sollte nicht nur Texte ins Netz stellen. Auch das Beantworten von Fragen und Kommentaren, das Kommentieren auf anderen Blogs und in sozialen Netzwerken, die Teilnahme an Blogparaden, das Schreiben von Gastartikeln und vieles mehr ist Teil ernsthaften Bloggens.

Weiterführende Artikel

Sie wollen sich intensiver mit dem Bloggen befassen? Dann bitte hier entlang:

Bloggen für Nicht-Autoren

Nun ist nicht jeder mit der Leidenschaft oder Affinität fürs Schreiben geboren. Dennoch können auch Menschen, die so gar nicht schreiben können, ein Blog für den Reputationsaufbau nutzen. Sie können hervorragend reden? Dann machen Sie einen Podcast zum Zentrum Ihrer Aktivität und verbreiten Sie die Folgen über Ihr Blog, in dem Sie die jeweilige Ausgabe mit Links und Erklärungen ergänzen.

Sie fühlen sich vor der Kamera wohl? Dann ist ein Youtube- oder Vimeo-Kanal für Sie optimal. Die Videos betten Sie dann im Blog ein und ergänzen sie durch entsprechenden Text. Sie fotografieren gerne? Starten Sie ein Foto-Blog, in dem Sie Ihre Themen durch Bildstrecken - und begleitenden Text - vermitteln.

Ein Blog ist zwar nicht alternativlos, bietet jedoch klare Vorteile gegenüber anderen Möglichkeiten:

  • Eine Google+-Seite oder ein Google+-Profil sind SEO technisch ebenfalls gut. Doch die Zukunft von Google+ ist ungewiss und Sie unterliegen den Richtlinien des Netzwerks.
  • Ein reiner Youtube-Kanal ist auch nicht schlecht, doch wo bringen Sie dort beispielsweise Informationen zu Ihrer Jobsuche und - bei Bedarf - Ihren Online Lebenslauf unter?
  • Eine Facebook-Seite kann viele Fans und Netzwerkpartner anziehen, doch in der Google-Suche kann dieser Kanal nicht mit einem Blog mithalten.

Es gibt noch zahlreiche weitere Beispiele. Der Punkt ist: Ein eigenes Blog ist Ihre Plattform, die sowohl unter SEO Gesichtspunkten als auch für die Vernetzung und die Kontrolle über Ihren Content die besten Möglichkeiten bietet.

Wenn Sie sich 2015 aktiv mit Personal Branding befassen und Ihre Personenmarke aufbauen wollen, sollten Sie mit dem Aufbau Ihres Blogs beginnen. Es lohnt sich. Die folgende Infografik zeigt Ihnen, worauf Sie dabei im Blick auf die SEO Optimierung achten sollten.

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[Bildnachweis: Alexander Supertramp, suphakit73 by Shutterstock.com]