Ich lerne vom Leben. Ich lerne solange ich lebe. So lerne ich noch heute.
Dieses Zitat stammt von Otto von Bismarck und bringt das heute allgegenwärtige geflügelte Wort vom lebenslangen Lernen wunderbar auf den Punkt. Sicher, Studenten müssen täglich neues Wissen aufnehmen und sich bisher unbekannte Themengebiet erschließen. Lernen ist daher an der Tagesordnung. Das gilt – auf etwas andere Art und Weise – jedoch auch für Arbeitnehmer. In jedem Job müssen Fachwissen, Fähigkeiten und Kenntnisse aktuell gehalten oder neu erworben werden. Dabei hilft die richtige Lerntechnik.
Erstaunlicherweise setzen sich die wenigsten Studenten – und noch weniger Arbeitnehmer – aktiv mit Lerntechniken auseinander. Zugegeben, viele Lerntechniken lassen sich zwar einfach erklären, brauchen für die optimale Umsetzung allerdings einige Übung. Diese Investition an Zeit und Energie lohnt sich jedoch, denn so bald Sie die für Sie passende Lerntechnik beherrschen, können Sie sich neue Inhalte einfach und schnell erschließen, verstehen und merken. So sparen Sie nicht nur Zeit, Sie schonen auch Ihre Nerven und haben mehr Energie für andere Aktivitäten übrig.
![]() | Alphabet-Methode – Bei dieser Technik dienen die Buchstaben des Alphabets als Ordnungsmerkmale. Jedem Buchstaben wird dabei ein Bild zugeordnet, für den Buchstaben B also beispielsweise ein Buch. Wenn Sie sich zum Beispiel an den Begriff der Relativitätstheorie erinnern müssen, könnten Sie sich Albert Einstein vorstellen, der in einem Buch liest. Solche Bilder prägen sich leicht ein. | |
![]() | Gedächtnispalast – Sie verfügen über eine gute Vorstellungskraft? Dann könnte diese Technik für Sie optimal sein. Das Prinzip funktioniert wie folgt: Aus den zu lernenden Inhalten konstruieren Sie gedanklich ein Gebäude. Die grundlegenden Inhalte bilden das Fundament, die wichtigsten Punkte können tragende Säulen darstellen und Details schließen Ihren Gedankenpalast als Dach ab. Wenn Sie dieses Gebäude ganz bewusst entstehen lassen und sich mehrfach vor Augen rufen, werden Sie die Inhalte bald verinnerlicht haben. | |
![]() | Karteikarten – Diese Lernmethode lernen viele Menschen bereits in den ersten Schuljahren kennen. Die klassische Lerntechnik besteht darin, einen Begriff auf die Vorder- und dessen Definition auf die Rückseite der Karte zu schreiben. Ein Karteikasten kann beispielsweise in drei Abschnitte unterteilt sein. Ganz vorne befinden sich alle Inhalte, die noch zu lernen sind. Im zweiten Abschnitt befinden sich Inhalte, die Sie wiederholen müssen und im dritten die Begriffe, die Sie bereits beherrschen und nur alle paar Wochen durchsehen. Eine Softwarelösung für diese Lernform ist beispielsweise der Zettelkasten. | |
![]() | Listen – Wer mit eher optisch orientierten Lernmethoden nicht viel anfangen kann, ist mit Listen vielleicht besser bedient. Durch verschiedene Ebenen lassen sich Informationen einfach und klar strukturieren. Diese Struktur kann ihrerseits dazu beitragen, die Inhalte leicht aufzunehmen und Zusammengänge verstehen zu können. Um komplexe Inhalte zu vereinfachen, eignen sich Listen beispielsweise hervorragend. | |
![]() | Loci-Methode – Diese Methode soll ihre Wurzeln im antiken Griechenland haben. Das Prinzip basiert auf der Verknüpfung von Orten und Objekten mit Lerninhalten. Wenn Sie beispielsweise einen Vortrag vorbereiten, sollten Sie sich eine Route aussuchen, die Sie entweder zu Fuß abgehen oder mit Ihrem Blick folgen. Jedem Punkt dieser Route ordnen Sie dann bestimmte Inhalte zu. So können Sie diese Punkt für Punkt abrufen und die Inhalte so speichern. | |
![]() | Mind Mapping – Wenn Sie eher kreativ veranlagt sind, eignet sich die bekannte Mind-Map-Technik wunderbar, um Inhalte aufzubereiten und Zusammenhänge darzustellen. Von dem im Zentrum stehenden Thema oder Schlagwort gehen Äste mit weiteren Informationen und einzelnen Aspekten ab. Die Unterpunkte können dabei beliebig viele neue Äste ausbilden. Ab einer gewissen Komplexität wird eine Mind Map jedoch unübersichtlich, auch elektronische Lösungen können hier nur bedingt helfen. | |
![]() | SQR3 – Francis Robinson – seines Zeichens amerikanischer Pädagoge – hat mit der SQR3-Technik einen aufwändigen, jedoch effektiven Weg entwickelt, um komplexe wissenschaftliche Texte zu bearbeiten. Zu Beginn lesen Sie nur das Inhaltsverzeichnis und die Überschriften (Survey). Anschließend stellen Sie Hypothesen auf, worüber der Text handeln könnte und notieren alle Fragen, auf die Sie nach dem Lesen eine Antwort haben wollen (Question). Die dritte Phase besteht aus dem Lesen des Textes, dabei sollten Sie gründlich vorgehen und mit Markierungen und Kommentaren arbeiten (Read). Anschließend fassen Sie den Text Abschnitt für Abschnitt zusammen (Recite). Zum Schluss geben Sie den Text inhaltlich wieder (Review). | |
![]() | Verständnis – Eine der grundlegendsten Techniken überhaupt: Legen Sie bei Texten und neuen Inhalten den Fokus darauf, die Zusammenhänge und Aussagen zu verstehen. Ignorieren Sie zunächst alle Details und Zahlen und konzentrieren Sie sich wirklich nur auf Prinzipien und Strukturen. Details sind danach das i-Tüpfelchen, dass Ihr Verständnis abrundet. | |
![]() | Visualisierung – Wenn Sie mit einer lebhaften Fantasie ausgestattet sind, sollten Sie diese auch für das Lernen neuer Inhalte nutzen. Assoziieren Sie Inhalte mit Bildern und stellen Sie sich die beschriebenen Situationen und Aussagen möglichst lebhaft vor. Arbeiten Sie dabei ganz bewusst mit möglichst plastischen Bildern und nutzen Sie beispielsweise Organigramme und Mind Maps, um sich die Inhalte – sprichwörtlich – vor Augen zu führen. | |
![]() | Wiederholung – Die bekannteste aller Lernmethoden: Wiederholen Sie die zu lernenden Inhalte so oft, bis Sie diese sicher wiedergeben können. Die Kritik an dieser Methode ist naheliegend: Stumpfe Wiederholung kann bei reinem Faktenwissen zwar funktionieren, ist jedoch zeitaufwändig und nicht sehr effektiv. In Kombination mit beziehungsweise als Ergänzung anderer Lernmethoden kann Wiederholung jedoch sinnvoll sein. |











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Andreas
Gedächtnispalast ist schnell mal auf eine Liste geschrieben – klingt leicht und war ja schon Buch “Hannibal” zu lesen. Ich habe mich mal auf die Suche gemacht: Man braucht schon eine Menge, um so zu lernen! Es gibt eine ganz gute Beschreibung auf denkreich.com – da kriegt man auch einen Eindruck davon, wie genial (aber nicht unbedingt leicht) lernen sein kann…
Redakteure: Testet, was Ihr den Lesern empfehlt!
Andi
Christian Mueller
Hallo Andreas,
wo habe ich denn geschrieben, dass der Gedächtnispalast einfach zu nutzen sei? Das jede der genanntenTechniken Übung braucht, steht bereits am Anfang des Artikels, hast du gelesen, oder?
Und zu deiner Beruhigung: Ich nutze den Gedächtnispalast selbst seit einigen Jahren. Ich habe also getestet, was ich den Lesern empfehle. Interessant, dass du mir etwas anderes unterstellst.
Gruß,
Christian