Falls Ihnen heute vermehrt Frauen mit roten Handtaschen im Straßenbild auffallen – das ist kein modischer Trend, sondern vielmehr ein Symbol für die Ungleichbehandlung: Heute, am 20. März, ist „Equal Pay Day“. Er markiert den Tag im Jahr bis zu dem Frauen länger arbeiten müssen, um das Gehaltsniveau eines Mannes zu erreichen. Denn Frauen verdienen hierzulande noch immer durchschnittlich 23 Prozent weniger als Männer. Nach einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) klaffen die Saläre von Männern und Frauen heute sogar mehr auseinander als in den Neunzigerjahren.

Warum das noch immer so ist? Experten nennen mehrere Gründe:

  • Frauen arbeiten überdurchschnittlich häufig im Niedriglohnsektor. Das erhöht schon statistisch die Lohnungleichheit.
  • Frauen wählen andere, schlechter bezahlte Berufe als Männer (trotz allem werden sie aber auch dort schlechter bezahlt als die Männer im selben Beruf).
  • Männer machen aber auch häufiger (bezahlte) Überstunden als Frauen.
  • Der Hauptgrund aber ist wohl, dass Frauen aufgrund von Kindern längere Elternzeit und oft danach noch Teilzeitjobs in Kauf nehmen, was ihre Gehaltsentwicklung gegenüber Männern deutlich bremst.

Laut Statistischem Bundesamt gibt es die größte Gehaltsschere bei unternehmensnahen Dienstleistungen (30 Prozent), dicht gefolgt vom im Kredit- und Versicherungsgewerbe (29 Prozent) und im Verarbeitenden Gewerbe (28 Prozent). Deutlich fairer wird in den Wirtschaftszweigen Bergbau (5 Prozent), Verkehr- und Nachrichtenübermittlung (9 Prozent) sowie im Gastgewerbe (13 Prozent) bezahlt. Allerdings arbeiten in diesen Wirtschaftszweigen aufsummiert nur 7 Prozent aller Frauen. In keinem Wirtschaftszweig verdienten Frauen im Durchschnitt mehr als Männer.

Wo Frauen am schlechtesten bezahlt werden

Gehaltsunterschiede…

…nach Branchen Abstand zu Männern in Prozent
Unternehmensnahe Dienstleistungen -30
Kredit- und Versicherungsgewerbe -29
Verarbeitendes Gewerbe -28
Gesundheits-, Veterinär-, und Sozialwesen -25
Handel, Reparatur von Gebrauchsgütern -25
Öffentliche und persönliche Dienstleistungen -22
Energie- und Wasserversorgung -21
Erziehung und Unterricht -16
Baugewerbe -14
Gastgewerbe -13
Verkehr- und Nachrichtenübermittlung -9
Bergbau, Gewinnung von Steinen und Erden -5

…nach Regionen Abstand zu Männern in Prozent
Westdeutschland -25
Ostdeutschland -6