mangostock/Shutterstock.comSeit Donnerstag haben sich die Prioritäten in deutschen Büros klar verschoben: Für Gesprächsstoff sorgt weniger die neue Frisur des Chefs, sondern mehr und mehr die Fußball-Weltmeisterschaft. Immerhin 40 Prozent aller Deutschen gehen davon aus, sich während der Arbeit zwischen zehn Minuten und einer Stunde mit dem Großereignis in Brasilien zu beschäftigen - täglich. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie der Universität Hohenheim noch vor dem ersten Anpfiff. Nur 20 Prozent der Befragten erwarten, bei der Arbeit überhaupt nicht mit dem Thema Fußball konfrontiert zu werden. Die meisten werden sich dem Ereignis also schwerlich entziehen können. Wir sagen Ihnen, warum ein gemeinsamer WM-Abend eine gute Idee ist - und worauf Sie dabei achten sollten...

Rudelgucken mit den Kollegen

Teambuilding oder Zwangsmaßnahme? Wer sich mit Chefs und Kollegen vor der WM-Leinwand versammelt, kann Sympathiepunkte sammeln - oder seine letzten verspielen.

Zur Erinnerung: Das erste Spiel der deutschen Mannschaft gegen Portugal findet am Montag um 18 Uhr mitteleuropäischer Zeit statt, danach geht es am Samstag um 21 Uhr gegen Ghana - Uhrzeiten also, die sich für einen gemeinsamen Besuch im Biergarten oder der WM-Kneipe sehr wohl anbieten.

Wir verraten Ihnen, warum das Rudelgucken im Kollegenkreis eine gute Idee ist:

1. Teamgeist stärken

Eine Mannschaft arbeitet auf ein gemeinsames Ziel hin – das gilt im Fußball wie im Unternehmen. Ohne allzu pathetisch sein zu wollen: Aber wer sich mit Gleichgesinnten vor dem Bildschirm versammelt, hat das Gefühl, Teil eines übergeordneten Projekts, einer größeren Mission zu sein. Und kann live im TV verfolgen, zu welchen Leistungen Menschen in der Lage sind, wenn sie füreinander rennen, kämpfen und einstehen. Sozialpsychologen bestätigen: Diese Art Gemeinschaftserlebnis schweißt zusammen, das Zusammengehörigkeitsgefühl wächst.

2. Organisationstalent unter Beweis stellen

Leute zusammentrommeln und mal eben rüber in die nächste Kneipe gehen – damit ist es im Regelfall leider nicht getan. Sie sollten sich vorab schon zwei, drei Gedanken zum Ablauf des Abends machen. Wann und wo treffen wir uns? Muss ich einen Tisch reservieren? Oder zwei? Wer hier das Heft des Handelns in die Hand nimmt, signalisiert in jedem Fall, dass er vor Verantwortung nicht zurückschreckt, dass ihm auch im Büro etwas anvertraut und zugetraut werden kann. Eine Einschränkung: Stecken Sie nicht zu viel Zeit und Energie in die Planung. Andernfalls geht der Torschuss schnell nach hinten los - wenn das große Freizeit-Engagement mit Desinteresse und mangelnder Auslastung im Job gleichgesetzt wird.

3. Kollegen kennenlernen

Eine gesellige Runde bietet ausreichend Gelegenheit, den neuen Kollegen besser kennenzulernen, vielleicht sogar Verbündete für das eigene Projekt zu gewinnen. Auch passive Beobachter erfahren hier eine ganze Menge über ihre Nebenleute. Vermeintliche Charmeure sind dabei schon als Choleriker entlarvt worden. Wer aufmerksam ist, schärft also seine Menschenkenntnis. Das ist unter Umständen schon im nächsten Meeting hilfreich.

4. Charakter zeigen

Im WM-Kader der USA stehen allein fünf Spieler mit amerikanischer UND deutscher Staatsangehörigkeit (John Anthony Brooks, Timothy Chandler, Julian Green, Fabian Johnson, Jermaine Jones), auch Trainer Jürgen Klinsmann ist zugleich Deutscher und Wahl-Amerikaner. Weil die Globalisierung multiple Identitäten befördert, sind die Sympathien häufig ungleich verteilt - vor allem in großen, internationalen Konzernen. Das heißt übersetzt: Längst nicht jeder wird Jogis Jungs die Daumen drücken. Bleiben Sie daher Ihren Kollegen gegenüber fair, wenn sich deren Sympathien auf Teams verteilen, die Sie selbst gar nicht leiden können. Vor allem, wenn diese tatsächlich den Sieg davontragen - und Ihr eigenes Team verliert. Dann gilt es, Sportsgeist, Toleranz und Charakter zu zeigen: Erst in der Niederlage zeigt sich bekanntlich wahre Größe.

5. Sympathiepunkte sammeln

Wer sogar den Feierabend mit den Kollegen verbringt, muss diese ja zwangsläufig mögen, oder? Natürlich ist der gemeinsame Zeitvertreib ein großes Kompliment: "Ich mag euch, bin gerne in eurer Nähe und schätze die gemeinsame Zeit mit euch." Aber bleiben Sie ehrlich - zu sich selbst und zu allen anderen: Wer für einen WM-Stammtisch in Wahrheit nichts übrig hat, sollte lieber zuhause gucken.

Checkliste: So wird der WM-Abend mit den Kollegen zum Volltreffer

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  • Ruhig die Initiative ergreifen, aber kein Überengagement an den Tag legen.
  • Kollegen per Rundmail einladen, möglichst niemanden ausschließen.
  • Keinen Druck ausüben: Wer nicht will, muss nicht kommen und sich dabei auch nicht schlecht fühlen.
  • Geeignete Location wählen - zum Beispiel einen Biergarten oder eine geräumig-gemütliche Kneipe.
  • Übers Abseits streiten und lautstark mitfiebern, ist okay; tabu dagegen: Andere beleidigen oder sich durch üble Pöbeleien den Ruf des Büro-Proleten einhandeln.
  • Den Hangover unbedingt vermeiden. Die Arbeit sollte am nächsten Tag nicht unter der WM-Runde vom Vortag leiden.
  • Und das Wichtigste: Spaß haben!