Passend zum heutigen Weltspartag ein Thema, das so manchen Bewerber schon um den Job gebracht hat: Labern.
Vorstellungsgespräche sind heikel: Binnen weniger Minuten soll man das Schlauste sagen, was einem jemals über die Lippen gekommen ist, soll vor Inspiration und Engagement nur so sprühen, soll sympathisch und motiviert sein, einen guten Eindruck machen und obendrein subtil herausstreichen, warum das die einmalige Chance für das Unternehmen ist, die Bestbesetzung für die Position einzustellen. Und das alles unter dem hohen Stress einer klassischen Prüfungssituation.
Die Reaktion vieler: Sie reden sich die Nervosität einfach weg – und den Job gleich dazu. Einerseits, weil sie dabei eine Reihe irrelevanter Informationen aneinander reihen; andererseits, weil sie sich um Kopf und Kragen reden. Die vorher zurechtgelegte stimmige Geschichte vom Toptalent wird plötzlich brüchig, dem Personaler kommen erste Zweifel – und im Zweifel gilt: contra reo. Schließlich warten da draußen andere, glaubhaftere Kandidaten.
Die Kunst ist also, die richtige Balance zu finden – zwischen Selbstanpreisung und einem Rest Spekulationsfläche, zwischen sachlicher Präzision und persönlichem Einblick. Denn natürlich dient das Jobinterview dem Personaler vor allem dazu, den Menschen hinter dem Schreiben kennenzulernen. Die Fakten kennt er ja bereits aus der Bewerbung. Wie das geht? Zuerst: Sparen Sie mit Worten, dann…
1. Kommentar
André Wegner
31.10.07 um 18:00 Uhr
Wäre denn die Frage “Langweile ich Sie?” nicht gleich zu setzen mit “Der nächste bitte”?
Wenn der Personaler bejaht, kann man doch im Grunde gleich die Materialien einpacken und gehen. Oder?
2. Kommentar
Jochen Mai
31.10.07 um 20:19 Uhr
Kommt drauf an, wann man die Frage stellt. Nach einem 15-minütigen Monolog: Ja. Dann ist es zu spät. Aber nach 2 Minuten? Da gilt das noch als aufmerksam. Aber natürlich ist das nur die Notlösung. Besser ist freilich, erst gar nicht zu langweilen.
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