Passend zum heutigen Weltspartag ein Thema, das so manchen Bewerber schon um den Job gebracht hat: Labern.

Vorstellungsgespräche sind heikel: Binnen weniger Minuten soll man das Schlauste sagen, was einem jemals über die Lippen gekommen ist, soll vor Inspiration und Engagement nur so sprühen, soll sympathisch und motiviert sein, einen guten Eindruck machen und obendrein subtil herausstreichen, warum das die einmalige Chance für das Unternehmen ist, die Bestbesetzung für die Position einzustellen. Und das alles unter dem hohen Stress einer klassischen Prüfungssituation.

Die Reaktion vieler: Sie reden sich die Nervosität einfach weg – und den Job gleich dazu. Einerseits, weil sie dabei eine Reihe irrelevanter Informationen aneinander reihen; andererseits, weil sie sich um Kopf und Kragen reden. Die vorher zurechtgelegte stimmige Geschichte vom Toptalent wird plötzlich brüchig, dem Personaler kommen erste Zweifel – und im Zweifel gilt: contra reo. Schließlich warten da draußen andere, glaubhaftere Kandidaten.

Die Kunst ist also, die richtige Balance zu finden – zwischen Selbstanpreisung und einem Rest Spekulationsfläche, zwischen sachlicher Präzision und persönlichem Einblick. Denn natürlich dient das Jobinterview dem Personaler vor allem dazu, den Menschen hinter dem Schreiben kennenzulernen. Die Fakten kennt er ja bereits aus der Bewerbung. Wie das geht? Zuerst: Sparen Sie mit Worten, dann…

  • Konzentrieren Sie auf die Fragen des Interviewers! Wenn er Sie nach bisherigen Karrierestationen fragt, antworten Sie in knappen Beispielen, kurz und knackig, nicht mehr. Fragen Sie lieber hinterher: „Ist Ihre Frage damit beantwortet oder möchten Sie noch mehr Beispiele? So entsteht ein Dialog.
  • Legen Sie sich vorher schon relevante Anekdoten zurecht! Spontaneität ist gut, bleibt aber Profis vorbehalten. Der Rest sollte sich vorbereiten. Überlegen Sie sich, welche Fragen kommen können – und bitte gleich auch amüsante wie relevante Beispiele aus Ihrem bisherigen Lebenslauf dazu. Komprimieren Sie diese auf ein wesentliches Extrakt. Mehr dazu sollten Sie dann auch nicht erzählen. Lieber mehr Beispiele.
  • Beobachten Sie die Körpersprache Ihres Gegenübers! Die Augenlider schlagen seltener, der Blick schweift öfters ab, er wechselt häufiger die Sitzposition, macht sich kaum noch Notizen? Alles Anzeichen dafür, dass sich Ihr Interviewer langweilt. Brechen Sie Ihren Monolog besser gleich ab. Selbst Wechseln in die Metaebene ist erlaubt: „Langweile ich Sie?“ Das zeigt zumindest, dass Sie ein aufmerksamer und empathischer Redner sind.