Über das Psychologie-Blog von Katja Schwab bin ich gerade auf diese Geschichte aus Psychologie Heute aufmerksam geworden:

Wer seine Mitarbeiter zu größerer Leistung anspornen möchte, sollte ihnen hin und wieder etwas schenken. Diesen Schluss legt eine Studie nahe, die jetzt beim Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn erschienen ist. Für das Experiment zahlte eine kanadische Firma ihren Arbeitern einen einmaligen Bonus – und zwar unabhängig von der zuvor erbrachten Leistung. Am Tag des Geldgeschenks erhöhte sich die Produktivität der Mitarbeiter um mehr als zehn Prozent. Je länger ein Mitarbeiter schon bei der Firma beschäftigt war, desto andauernder entfaltete die Gratifikation eine positive Wirkung.

Die Forscher begründen den Effekt mit dem Wesen der Reziprozität – oder zu Deutsch: Wie du mir, so ich dir. Wie andere Studien zeigen, beschenkt der wirklich schlaue Chef seine Mitarbeiter dabei aber nicht zu großzügig. Sonst verkehrt sich die Wirkung der Präsente ins Gegenteil.

Geschenke als Gesten der spontanen Wertschätzung sind eine großartige Sache. Wenn sie ehrlich und persönlich sind. Als Mittel zur Motivation halte ich sie indes für untauglich – Studien hin oder her. Es ist nichts weiter als eine Karotte, die einem vor die Nase gehalten wird, damit man schneller läuft. Und das sagt doch, dass der Chef glaubt, man sei ein fauler Esel.