Jeden Tag mehr Erfolg – das ist das Motto der Karrierebibel. Was aber, wenn Sie überhaupt keine Lust darauf haben? Vielleicht langweilt Sie das ganze Gerede über Erfolg, Glück und Selbstverwirklichung ja nur? Gut, dass Sie jetzt hier sind. Denn endlich haben wir auch für Sie genau den richtigen Beitrag – pünktlich zum Wochenende! Gewachsen ist er aus dem festen Glauben daran, dass jeder von uns nichts erreichen kann – wenn er nur feste will.

(Anm. der Red. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit – ist also beliebig erweiterbar. Deshalb: Immer raus mit Ihren Ideen! Hier sind schon mal unsere, die…)

11 Anti-Erfolgs-Gesetze

Geld ist Gott. Vergessen Sie den ganzen Freundschafts-Glücksbärchen-Käse, den man Ihnen im Fernsehen einreden möchte – was wirklich glücklich macht, ist Geld. Viel davon. Wann immer Sie die Wahl zwischen Familie und Freunden auf der einen und dem mächtigen Mammon auf der anderen Seite haben – Sie wissen, was zu tun ist.
Erdrückende Ziele setzen. Wieso mit kleinen Fischen abgeben? Die erste Million ist die schwerste, und die verdient man sich nicht, wenn man mit 5000 mickrigen Scheinen im Monat zufrieden ist. Außerdem ist keine Position im Unternehmen zu hoch – oder haben Sie schon mal was von „Machthöhenangst“ gehört? Viel wollen, viel bekommen!
Den Führern glauben. Sie kennen die Bücher jedes Motivationsgurus auswendig, feilen Tag und Nacht an ihrer Psyche und besuchen tausende Erfolgsseminare? Großartig! Glauben Sie vorbehaltlos jede fremde Erfolgslektion, und Sie leben im Einklang mit dem Universum. Negative Gedanken sind das Gift des Pöbels!
Durch und durcharbeiten. Burnout ist was für Weicheier, zweitklassige Fußballer und magersüchtige Skispringer. Echte Karrieretypen machen auch nach 80-Stunden-Wochen nicht schlapp. Wochenenden sind sowieso nur was für Träumer und Alkoholiker! Genau wie Mittagspausen, Brückentage und Urlaub.
Es allen zeigen. Keiner weiß Sie richtig zu schätzen, alle trampeln auf Ihnen herum? Zeigen Sie es diesen Dumpfbacken! Allein der Hass auf Ihre größten Feinde muss Motivation genug sein, es nach ganz oben zu schaffen. Vor allem Ihren Eltern sollten Sie beweisen, dass Sie viel erfolgreicher sein können als sie. Ätsch!
Es allen recht machen. Verscherzen Sie es sich in Ihrem Leben mit niemandem! Sorgen Sie dafür, dass jeder einzelne nur Gutes über Sie sagen kann – ob Chef, Kollege oder Türsteher. Niemand mag Beschwerden – verzichten Sie darauf! Wer nichts einfordert, wird auch nicht zurückgewiesen.
Nach oben treten. Nur weil sich jemand Ihr„Vorgesetzter“ schimpft, denkt er, er sei König Ludwig? Falsch gedacht! Jeder Gefallen und jede Freundlichkeit dem Chef gegenüber ist eklige Schleimerei. Mit solchen Bücklingen haben Sie nichts zu tun. Legen Sie dem Wichtigtuer wo immer möglich Steine in den Weg!
Alten Ballast abwerfen. Sie sind befördert worden? Glückwunsch, endlich können Sie Ihren alten Freundeskreis aus Verlierern und Nichtsnutzen aufgeben. Es ruft die Gesellschaft der Reichen & Schönen! Jetzt ist auch die Zeit, über eine neue Beziehung nachzudenken – schließlich gehört die alte daheim noch zu Ihrem Unter-Ich.
Erfahrung ersetzt Bücher. Was wissen denn die anderen schon? Sie haben 114 Jahre Berufserfahrung, kannten den Firmengründer persönlich und arbeiten schon ewig auf Ihrem Posten – und jetzt kommt so ein aufmüpfiger Jungspund und will Ihnen was erzählen? Der kann ja nur Quatsch reden.
Bücher ersetzen Erfahrung. Was wissen denn die anderen schon? Sie kommen frisch von der Uni, haben jede Klausur mit Auszeichnung bestanden und waren Liebling der Professoren – und jetzt kommt so ein eingerosteter Tattergreis und will Ihnen was erzählen? Der kann ja nur Quatsch reden. (Das ist übrigens kein Widerspruch zu Punkt 9. Bonusgesetz: Was interessiert Sie Ihr Geschwätz von vorhin!)
Seien Sie unfehlbar. Sie haben alle 10 vorherigen Lektionen mit einem Grinsen gelesen und wissen, dass das mit Ihnen nichts zu tun haben kann? Toll! Sie sind ein perfekter Mensch. Ruhen Sie sich auf Ihren Lorbeeren aus – der Erfolg kann Sie gar nicht mehr verfehlen. Herzlichen Glückwunsch!