Je enger der Raum, desto schneller entwickelt sich der Streit, soll Schopenhauer einmal gesagt haben. Dabei verglich er den Menschen mit Stachelschweinen, die sich umso mehr stechen, je näher sie zusammenrücken, wenn sie sich eigentlich nur wärmen wollen.
Die Metapher hat einen wahren Kern, keine Frage. Um vernünftig streiten zu können, braucht es aber nicht nur einen fairen Debattanten, sondern auch die Reflexion über die eigenen und dessen Gefühle.
Denn die sind meistens der Auslöser für derlei Reiberein – und auch die einzige Chance, diese wieder zu schlichten. Blockieren Gefühle den Verstand, bleiben die Streihähne auch für die klügsten Argumente verschlossen. Gleichzeitig helfen Gefühle, den Streit überhaupt erst zu vermeiden: Dort wo einer spürt, dass ihm der andere gar nicht am Zeug flicken will oder im Kern wohlwollend begegnet, dort öffnet er sich und hört bereitwilliger zu.
Leider hilft das alles überhaupt nicht, wenn vor einem Rumpelstilzchen tanzt und tobt. Schlimmer noch, wenn der Wüterich der eigene Chef ist. Dann ist Schluss mit lustig. Mit argumentieren allerdings auch.
Wie also umgehen mit notorischen Streithähnen mit Bluthochdruck und einem cholerischen Anfall? Ignorieren? Zurückschreien? Lachen? Bloß nicht! Nichts davon würde helfen, im Gegenteil: Es macht die Sache nur schlimmer. Folgende zwölf Reaktionen sind da deutlich besser:
So reagieren Sie auf einen cholerischen Anfall…
- Bleiben Sie völlig ruhig und vermeiden Sie jede hektische Bewegung.
- Starren Sie den anderen nicht an, das macht ihn nur aggressiver. Schauen Sie aber auch nicht weg.
- Hören Sie genau zu. Überhören Sie Beleidigungen, denn Sie bringen Sie nur selbst in Rage. Konzentrieren Sie sich ausschließlich auf das Problem.
- Unterbrechen Sie den anderen auf keinen Fall. Lassen Sie ihn ausreden – und warten Sie dann selbst noch kurz bis Sie antworten. Das drosselt das Tempo und nimmt den Druck raus.
- Wenn Sie antworten, reden Sie ruhig und langsam. Versuchen Sie durch Ihre Sprache und Stimme auch Ihr Gegenüber zu beruhigen.
- Sagen Sie aber niemals, dass sich der andere beruhigen soll. Er fühlt sich sonst gegängelt. Wirken Sie allein indirekt auf ihn ein, durch Ihr Vorbild.
- Vermeiden Sie lange Schachtelsätze, kurze einfache Hauptsätze genügen. Mehr wird der Wüterich eh nicht verstehen.
- Respektieren Sie seine Gefühle und gehen Sie darauf ein. Zeigen Sie Verständnis für seine Interpretation. Eine objektive Wahrheit gibt es nunmal nicht.
- Schildern Sie Ihre Sicht der Dinge ohne seine dabei zu bewerten.
- Zeigen Sie Kompromissbereitschaft insofern, dass Sie eine friedliche Lösung anstreben.
- Bleiben Sie aber offen genug, zu erkennen, wenn auch Sie sich geirrt haben.
- Nochmal: Zeigen Sie jederzeit Respekt und behalten Sie das Niveau des Gesprächs. Wenn einer schnaubt und wütet, driftet das schnell ab. Und das geht nie gut aus.






