Zwei Wochen Brainstorming und schlaflose Nächte liegen hinter den Mitgliedern der Marketingabteilung. Gestern war Abgabetermin für sämtliche Vorschläge. Heute findet die Präsentationen statt. Lukas glänzt mit einer tollen Idee und erntet tosenden Applaus. Ein Hauch von Triumph liegt in der Luft. Der Chef ist begeistert. Die Kollegen auch. Nur Patrizia nicht – warum?
Sie war zu schüchtern, Ihre eigene Idee zu präsentieren und hat so die Chance auf eine mögliche Glanzstunde vertan. Die Angst zu versagen oder auch nur schlechter abzuschneiden war größer. Sagt sie sich. Die Wahrheit aber ist: Sie Angst von anderen zu sprechen, ist jedesmal größer als der Mut, der dazu nötig wäre. Die Medizinerin Selma Martin hat das Problem einmal so definiert:
Gegen Schüchternheit, die man als Hemmnis empfindet, weil sie immer wieder auftritt, auch über die für sie charakteristischen Lebensphasen hinaus, kann man, wenn man sie erkennt und genügend über sie weiß, selbst was tun.
Stimmt. Jeder kann etwas dagegen tun, das ist wahrlich keine Hexenkunst. Deshalb an dieser Stelle:
15 Tipps gegen Schüchternheit
- Nutzen Sie Ihr Unterbewusstsein
Aus Gedanken werden Worte und Worte werden zu Taten. So entstehen innere Einstellungen und Überzeugungen. Statt: “Ich traue mich einfach nicht”, sagen Sie lieber zu sich: “Ich kann das!”
- Suchen Sie sich Unterstützer
Versuchen Sie nicht sofort alles alleine und auf eigene Faust. Suchen Sie sich ruhig ein paar Freunde, die Ihnen helfen, gegen die Schüchternheit anzukämpfen und die Sie mental unterstützen.
- Nehmen Sie sich nicht zu ernst
Fehler passieren. Auch anderen Menschen verschlägt es gelegentlich die Sprache. Das ist menschlich, und dafür müssen Sie sich nicht schämen.
- Erweitern Sie Ihren Wohlfühlbereich
Nur in der realen Welt, mit all den unangenehmen Situationen und fremden Menschen, können Sie trainieren. Fordern Sie sich immer wieder heraus – und sei es nur, um nach dem Weg oder der Uhrzeit zu fragen.
- Erklimmen Sie eine Stufe nach der anderen
Sie müssen nicht gleich vor 1000 Menschen eine Rede halten. Beginnen Sie mit zwei Freunden und stocken Sie langsam auf. Verfolgen Sie die Strategie der kleinen Schritte, aber unterfordern Sie sich auch nicht.
- Üben Sie so oft, wie möglich
Jedes Mal, wenn Freiwillige für eine Präsentation oder eine Rede im kleinen Kreis gesucht werden, ist das eine Gelegenheit zu üben. Melden Sie sich freiwillig!
- Versuchen Sie weniger egozentrisch zu sein
Denken Sie weniger über sich selbst nach oder wie andere Sie finden könnten. Versetzen Sie sich lieber in andere hinein und gehen Sie auf deren Emotionen ein. Das macht Sie sogar sympathischer.
- Üben Sie ein Hobby vor Publikum aus
Sie spielen Klavier oder singen gerne? Beteiligen Sie sich doch am nächsten Weihnachtskonzert. Das schafft Routine im Umgang mit fremden Menschen.
- Analysieren Sie sich nicht zu Tode
Schüchternheit lässt sich nicht ablegen, indem Sie nur darüber nachdenken. Taten sprechen lauter als Worte.
- Fühlen Sie sich wohl in Ihrer Haut
Es mag esoterisch klingen, aber: Sie müssen mit sich selbst im Reinen sein und sich als Person akzeptieren. Nur wenn Sie sich in Ihrer Haut wohl fühlen, können Sie sich unter fremden Menschen wohlfühlen – und die Schüchternheit ablegen.
- Verstehen Sie Ihre Schüchternheit
In welchen Situationen tritt sie besonders häufig auf? Was fühlen Sie dabei? Finden Sie heraus ob Ihre Schüchternheit notwendig war oder ob Sie mit der Situation auch anders umgehen könnten.
- Stellen Sie sich die Situation vor
Auf ähnliche Weise verlieren viele Studenten ihre Prüfungsangst: Sie stellen sich die Prüfungssituation vor – und zwar, wie sie diese meistern.
- Flüchten Sie nicht vor unangenehmen Situationen
Wenn diese Situationen auftreten, widerstehen Sie dem Fluchtreflex. Stellen Sie sich der Herausforderung, es ist ihre Chance um zu Wachsen.
- Konzentrieren Sie sich auf den Moment
Es ist nicht wichtig wie Sie aussehen oder ob Ihr Haar richtig sitzt. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Wortwahl und den Tonfall.
- Führen Sie Buch über Ihre Erfolge
Sie müssen nicht gleich anfangen, ein Tagebuch zu führen. Wichtig ist, dass Sie auf vergangene Erfolge zurückblicken. Das macht Mut für die nächste Präsentation.
Die eigene Schüchternheit abzulegen, ist ein langwieriger Prozess. Oft ist es reine Einstellungssache, eine Kopfsache, die sich lernen beziehungsweise trainieren lässt. Aber es geschieht nicht über Nacht. Dafür können Sie heute schon damit anfangen… etwa mit diesem Video.






