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Die Kunden sind zu anstrengend, der Chef zu fordernd, das Gehalt zu schlecht und außerdem wird ohnehin alles schief gehen und die Beförderung geht an jemand anderen - Schwarzseher haben nicht nur an allem etwas auszusetzen, sie gehen auch immerzu vom Worst-Case-Szenario aus. Morgens betreten sie schlecht gelaunt das Büro, scheint die Sonne, ist es zu heiß, regnet es draußen, beschweren sie sich über das triste Wetter. Mit Sicherheit kennen Sie auch in Ihrem Job solche chronischen Miesepeter. Recht machen kann man es ihnen nie. Warum ständiges Nörgeln im Job schadet und wie Sie mit Miesmachern umgehen...

Was eine positive Sichtweise bewirken kann

Ein kleiner Selbsttest vorab. Welcher dieser Aussagen würden Sie zustimmen?

  • Ich rechne grundsätzlich mit dem Schlimmsten.
  • Bei neuen Vorschlägen, finde ich immer Gründe, warum etwas nicht funktionieren wird.
  • Angesichts einer Herausforderung denke ich meistens: Das schaffe ich nicht.
  • Meistens läuft es nicht so, wie ich es mir vorstellen würde.
  • Andere empfinden mein Auftreten oft als negativ.

Haben Sie bei den meisten Aussagen still genickt? Dann gehören Sie zu den Schwarzsehern und Pessimisten - und sind damit genau richtig bei diesem Artikel, um zu erkennen, dass Ihre Einstellung, dass ständige Nörgeln, Meckern, Klagen, Motzen und Maulen Ihnen schadet.

Für Sie ist das Glas halb leer. Optimismus halten Sie für Naivität. Der Psychoanalytiker Wolfgang Schmidbauer sagt dazu folgendes:

Der Pessimist ist der Realist. Ohne eine Portion Pessimismus kann ein nachdenklicher Mensch eigentlich nicht existieren.

Er hält Optimisten für "Meister der Verdrängung", doch sie verdrängen nicht einfach nur, sondern schaffen es auch, das Negative im Leben zu akzeptieren und trotzdem Spaß zu haben.

Und nicht nur das. Optimismus kann das Leben auf vielfältige Art und Weise beeinflussen:

  • Optimisten leben länger.

    Forscher um Matthias Bopp vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Zürich recherchierten dafür das Schicksal von mehr als 8200 Schweizern. Sie fanden einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Antwort auf die Frage nach dem derzeitigen Gesundheitszustand und der Lebenserwartung.

  • Optimismus stärkt die Abwehrkräfte.

    Die Psychologin Suzanne Segerstrom von der Universität von Kentucky untersuchte diesen Zusammenhang. Sie befragte Studenten, wie zuversichtlich sie auf das Studium blickten und untersuchte die Reaktion ihres Immunsystems auf verabreichte Antigene. Waren die Studenten optimistisch, reagierte ihr Immunsystem stärker.

  • Optimismus macht intelligenter.

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    Das Gehirn belohnt Lebensfreude mit gesteigerter Denkleistung. Zu diesem Ergebnis kamen Untersuchungen der Universität Toronto. Der Psychologe Adam Keith Anderson teilte dazu 24 Probanden in drei Gruppen ein. Die erste wurde durch Musik in eine beschwingte Stimmung versetzt, die zweite hörte traurige Lieder, die Kontrollgruppe schmökerte geografische Fakten über Kanada. Anschließend sollten die Teilnehmer kreative Aufgaben lösen sowie solche, die ihre volle Konzentration verlangten.

    Das Ergebnis spricht für sich: Die Hochstimmung verbesserte die Aufnahme- und Analysefähigkeit der Probanden enorm. Lediglich bei den Konzentrationstests ließen sie sich etwas leichter ablenken als die traurig gestimmten Gemüter.

  • Optimismus macht erfolgreicher.

    Gutgelaunte und optimistische Kollegen bringen im Schnitt 17,5 Verbesserungsvorschläge und gute Ideen in ihre Unternehmen ein, so eine Untersuchung des IFAK-Instituts. Miesepeter dagegen kamen nur auf 8,4 Vorschläge. Ebenso kommen motivierte Mitarbeiter im Schnitt auf höchstens 4,3 Fehltage, ihre frustrierten Kollegen dagegen auf zehn.

Weitere Informationen zum Optimismus

Drei Dinge, die unglückliche Menschen falsch machen:

  1. Sie brauchen ständig die Bestätigung von anderen. Wer etwas tut, nur um dafür Applaus einzuheimsen, macht sich abhängig von der Bestätigung der anderen. Etwas ist nur gut und gelungen, weil jemand anderes gesagt hat, dass es so ist. Bleibt diese Bestätigung aus, sinkt das Selbstvertrauen. Hält man sich jedoch selbst für einen wertvollen Menschen, geht man ausgeglichener und glücklicher durchs Leben.
  2. Sie wollen es allen Recht machen. Bloß nicht anecken, jeder muss einen mögen – wer sich dieses Ziel gesetzt hat, muss sich früher oder später selbst verbiegen. Es wird immer jemanden geben, dem es nicht passt, was Sie tun oder wie Sie es tun. Sie entscheiden, wessen Meinung zählt und wessen nicht. Wer in seinen Überzeugungen gefestigt ist, wird nicht so schnell aus der Bahn geworfen.
  3. Sie vergleichen sich ständig mit anderen. Der Nachbar fährt das bessere Auto, der Kollege hat das schönere Büro, der Freund verdient mehr – wer sich andauernd mit seinem Umfeld vergleicht, wird von seinem Neid zerfressen. Man konzentriert sich dann viel zu sehr auf die anderen und nicht auf die eigenen Ziele und Träume. Will ich überhaupt den Job, den mein Freund hat? Im Vergleichswahn vergisst man allzu schnell, sich solche Fragen zu stellen.

Warum ständiges Nörgeln schadet

Balazs Kovacs Images/shutterstock.comSie sind noch nicht ganz überzeugt? Dann gehen wir die Sache anders an und zäumen das Pferd von hinten auf. Es ist nicht nur so, dass positives und optimistisches Denken viele Vorteile hat. Gleichzeitig schadet das ständiges Nörgeln und - nicht nur Ihnen, sondern auch Ihrem Umfeld, wodurch Sie selbst zum Auslöser und Verstärker der Negativität werden. Oder um es mit Goethes Zauberlehrling zu sagen: Die ich rief, die Geister werd ich nun nicht los...

Sieben Gründe, warum Schwarzsehen und ständiges Nörgeln Ihnen schaden:

  • Schlechte Laune steckt an. Schwarzseher stecken alle um sie herum mit ihrer ewigen Meckerei an. Diese verbreitet sich dann wie ein Virus in rasender Geschwindigkeit im gesamten Umfeld.
  • Es wird zur Gewohnheit. Irgendwann können Sie gar nicht anders, als zu meckern. Diese Verhaltensweise ist so sehr zur Gewohnheit geworden, dass es Ihnen schwer fällt, die positiven Seiten an einem Mitmenschen oder an einer Sache zu erkennen. Es wird zu Ihrer ersten Reaktion auf die Umwelt und auf Veränderungen.
  • Es wird zur selbsterfüllenden Prophezeiung. Reden Sie sich von Anfang an ein, dass Sie etwas nicht können oder nicht schaffen, wird es auch genauso kommen. Dann können Sie sagen: "Ich habe es doch gewusst." Doch wie soll es auch anders kommen? Immerhin haben Sie, ohne es zu merken, unterbewusst darauf hingearbeitet, dass es schief läuft. Damit nehmen Sie sich die Chance, aus einer Herausforderung etwas zu machen.
  • Es lässt die Dinge schlimmer aussehen, als sie sind. Je mehr gemeckert und genörgelt wird, desto mehr steigern Sie sich in die Situation hinein. Sie konzentrieren sich ganz und gar auf die schlechten Aspekte einer Sache und verlieren dadurch die Fähigkeit, das Ganze zu relativieren und im Kontext zu sehen. Aus einer kleinen nervigen Angelegenheit wird auf diese Weise eine unendliche Qual.
  • Es nervt die Kollegen. Schwarzseher müssen sich ständig bei ihren Kollegen beschweren und darüber auslassen, wie schwer sie es doch haben. Früher oder später können die Kollegen diese ständige Litanei nicht mehr hören, fühlen sich genervt davon und lassen Sie allein im selbst herbeigerufenen Regen stehen.
  • Es bremst Innovation. Neue Vorschläge und Veränderungen werden direkt abgeschmettert, denn der Fokus liegt auf dem Risiko und den nicht machbaren Aspekten. Eine Situation wird viel schneller als ausweglos abgetan. Man tritt nur noch auf der Stelle und blockt Kreativität ab.
  • Es fördert die Grüppchenbildung im Team. Chronische Schwarzseher umgeben sich gerne mit Menschen, die sie in ihren Ansichten bestätigen und selbst meckern. Gut gelaunte Menschen hingegen gehen ihnen auf die Nerven - was auf Gegenseitigkeit beruht. Auf diese Weise wird das Team gespalten.

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Wie gehen Sie mit einem chronischen Nörgler um?

KieferPix/shutterstock.comWie verhält es sich aber mit der anderen Perspektive, wenn nicht Sie der Schwarzseher sind, sondern ein Freund oder Kollege? Was kann man tun, wenn es Personen im Team gibt, die ständig die gute Laune drücken? Wie geht man mit diesen um?

Am effektivsten ist es, den Miesepetern aus dem Weg zu gehen. Doch im Job ist das weder förderlich für den Zusammenhalt im Team, noch lässt es sich auf Dauer umsetzen, denn Sie müssen immer noch zusammenarbeiten. Drei Anregungen, wie Sie das Problem lösen:

  1. Kontern Sie positiv.

    Beginnt der Schwarzseher wieder eine seiner Schimpftiraden, lassen Sie sich gar nicht erst darauf ein. Machen Sie ganz deutlich, dass Sie die Sache anders sehen. Betonen Sie bewusst die positiven Aspekte oder lenken Sie das gesamte Gespräch auf ein anderes Thema. Das bringt den Nörgler zum Schweigen, denn mit seinem Gejammer erhofft er immer auf Ihre Zustimmung.

  2. Begegnen Sie ihm mit Humor.

    Machen Sie ihm mit einem Witz deutlich, wie sein Gejammer bei Ihnen ankommt. Die nötige Schlagfertigkeit bringt jedoch nicht jeder mit. Ebenso funktioniert es, das Gemecker so sehr zu übertreiben, dass den Gegenüber bewusst wird, dass Sie es unmöglich ernst meinen können.

  3. Konfrontieren Sie ihn.

    Das ist zwar eine einfache, jedoch auch sehr effektive Methode. Sprechen Sie den Schwarzseher direkt darauf an, dass er nur meckert. Zwar werden die meisten gereizt darauf reagieren, doch ihnen wird auch bewusst, dass andere von ihrem Verhalten gestört sind.

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