Wer am Terminal D des Kölner Flughafens landet, wird in der Empfangshalle mit zwei Lebensformeln konfrontiert, die die Domstädter erstaunlich resistent gegen Krisen machen. Die erste lautet: Et kütt wie et kütt. Die zweite: Et hätt noch immer jot jejange.
Dahin muss man erst einmal kommen. Nichts ist so beständig wie der Wandel. Eher ist es diese Erkenntnis, die vielen den Schlaf raubt, sie in Unruhe und manchmal sogar in Rage versetzt. Derart vom Affekt getrieben, lassen sich aber weder gute Entscheidungen treffen noch Erfolge genießen. Dazu braucht es vor allem Gelassenheit. Die bereits von den antiken Griechen verehrte Tugend hat mit fehlendem Temperament genauso wenig zu tun wie mit Unterlassung oder Phlegma. Vielmehr setzt der Gelassene darauf, seine Begierden und Emotionen in Schach zu halten, um, wie der römische Philosoph Lucius Annaeus Seneca bemerkte, am Ende befriedigt festzustellen, „dass der Geist dem Körper überlegen ist“. Oder anders formuliert: Gelassenheit ist Einstellungssache. Sie mäßigt den Hitzkopf wie sie den Enttäuschten aufmuntert oder den Verzweifelten geduldig nach vorn blicken lässt. Sie schenkt ihnen das, was der Hedonist Epikur einmal die „ungestörte Seelenruhe“ nannte. Und die ist ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg.
Erst wer sich selbst beherrscht, kann andere beherrschen. Erst wer Ruhe und Gleichmut ausstrahlt, wirkt souverän, überlegt und überlegen. Ganz im Gegensatz zum Wüterich. Aus der Hirnforschung weiß man: Unter extremem Stress gerät das Frontalhirn derart in Unruhe, dass an Empathie, Analyse, Improvisation nicht mehr zu denken ist. Unser Geist verkürzt drastisch die Informationsmenge, die er verarbeiten muss und greift auf primitive Urprogramme zurück: Flucht, Angriff, Erstarrung. So jemand taugt nicht zum Vorbild.
Gelassenheit wird einem nicht angeboren, man muss sie trainieren. Selbstbeherrschung und Lebenserfahrung bilden dazu jeweils ein Drittel. Das letzte Drittel ist die Sicht der Dinge. Wie wir uns selbst betrachten, den Beruf sehen oder unsere Situation bewerten, beeinflusst unser Handeln. Und da es dazu keinen objektiven Maßstab gibt, bleibt es allein uns überlassen, wie wir entscheiden. Wobei die Erfahrung der Kölner lehrt: Was passiert, passiert – und am Ende geht es immer gut.







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