Vor kurzem hatten wir hier im Blog ein Zitat von Mark Twain, der Tenor “Verlasse den sicheren Hafen, erforsche, träume, entdecke.” Manche Arbeitnehmer träumen ein Leben lang davon, sich selbstständig zu machen. Der eigene Chef sein, unabhängig von Firmenregeln und festen Arbeitszeiten – so stellen sich viele die Selbstständigkeit vor. Dennoch wagen die wenigsten den Schritt und verlassen – um im Bild zu bleiben – den sicheren Hafen. Zu groß scheinen die Risiken und die damit verbundene Unsicherheit. Doch der Wechsel vom Arbeitnehmer zum Gründer ist möglich. Wir haben sieben Schritte für Sie zusammengestellt.
Voraussetzungen
Bevor wir Ihnen jedoch die einzelnen Schritte vorstellen, müssen die Voraussetzungen klar sein. Wer mit Selbstständigkeit vier Stunden Tage, monatelangen Urlaub und stressfreies Arbeiten assoziiert, sollte hier aufhören zu lesen. Sicherlich werden Sie unabhängiger und selbstbestimmter arbeiten können, doch um erfolgreich zu sein, müssen Sie mit viel Einsatz und Leidenschaft an die Selbstständigkeit herangehen. Jochen Mai hat das im folgenden Video wunderbar auf den Punkt gebracht.
Wenn Sie diese Grundvoraussetzung akzeptieren, können Sie die folgenden Schritte angehen.
1. Ziele setzen
Bitte achten Sie auf die Formulierung, da steht bewusst nicht “Sie brauchen eine Vision”. Es ist sicher wichtig, dass Sie eine Vision haben, wenn Sie diese aber verwirklichen wollen, sind konkrete Ziele essentiell. Aus Visionen und Träumen lassen sich Ziele ableiten, doch nur auf Ziele können Sie konkret hinarbeiten. Ihre Ziele müssen Sie nicht zwingend im klassischen Businessplan festlegen, doch in irgendeiner Form sollten Sie diese schriftlich festhalten und sich immer wieder bewusst machen.
2. Motivation klären
Dieser Schritt ist – zusammen mit dem ersten – einer der wichtigsten. Beantworten Sie die folgende Frage “Warum wollen Sie sich selbstständig machen?” bitte völlig ehrlich. Wenn Sie aus der falschen Motivation heraus Ihre Selbstständigkeit beginnen, werden Sie in kürzester Zeit scheitern. Unzufriedenheit am Arbeitsplatz oder das Gefühl, es müsse sich “irgendetwas” ändern, eignen sich nicht als Motivation. Wenn Sie jedoch beispielsweise Menschen dabei helfen wollen, deren eigenen Traum zu verwirklich und mit Leidenschaft hinter dieser Idee stehen, ist das die Basis für eine Selbstständigkeit als Bildungsbegleiter oder Coach. Ohne Leidenschaft wird Ihre Motivation nicht tragfähig sein.
3. Realistisch planen
Finanzierung, benötigte Ressourcen, Zeiteinsatz, die Akquise von Kunden, Werbung – die Themenliste für die Planung Ihrer Selbstständigkeit ist lang. Es kommt nicht darauf an, dass Sie jedes Detail Monate im Voraus durchgeplant haben. Viel wichtiger ist, dass Sie bei der Planung genug Spielraum lassen. Sie werden nicht immer voll leistungsfähig sein, Krankheit, familiäre Verpflichtungen, eventuell ein Teilzeitjob – all das sind Faktoren, die Sie berücksichtigen sollten. Getreu dem Motto “Hoffe das Beste und bereite dich auf das Schlimmste vor”.
4. Veränderung im Job
Sicher, wenn Ihre Planung steht und Sie sich Ihrer Sache sicher sind, können Sie Ihren Arbeitsplatz kündigen und sofort voll in die Selbstständigkeit einsteigen. Das muss allerdings nicht sein, vielleicht ist Ihre Arbeitgeber bereit, Sie in Teilzeit weiter zu beschäftigen oder Sie suchen sich einen neuen Teilzeitjob. Das bedeutet für Sie zwar eine Doppelbelastung im Hinblick auf Arbeitszeit und -umfang, bietet Ihnen aber auch die Sicherheit eines geregelten Einkommens und laufender Sozialversicherungen.
5. Die Basis aufbauen
Ob Sie nun in Teilzeit Arbeitnehmer bleiben oder sich in Vollzeit selbstständig machen, die ersten Wochen. Monate und vielleicht sogar Jahre sind meist die anstrengendsten. Denken Sie hier wieder an das Video von Jochen Mai zu Beginn des Artikels, hier ist harte Arbeit angesagt. Scheuen Sie sich nicht, Ihre Freunde, Familie und Bekannten als Netzwerke zu nutzen. Sprechen Sie offen an, dass Sie auf der Suche nach Kunden und Klienten sind. Werbung ist sicher nicht unwichtig, aber gerade zu Beginn hilft Ihnen Ihr bestehende Netzwerk am schnellsten weiter.
6. Prioritäten neu ausrichten
Sollten Sie neben Ihrer Selbstständigkeit weiterhin in Teilzeit angestellt sein, kommt irgendwann der Punkt, an dem Sie Ihre Prioritäten neu ausrichten müssen. Je erfolgreicher Sie selbstständig sind, desto mehr Zeit und Energie brauchen Sie natürlich auch dafür. Spätestens wenn Sie merken, dass Sie ständig an der Belastbarkeitsgrenze arbeiten, sollten Sie Ihren Teilzeitvertrag kündigen und sich ganz und gar Ihrer Selbstständigkeit widmen.
7. Entwickeln Sie sich weiter
Glückwunsch, Sie haben sich erfolgreich selbstständig gemacht. Damit Ihnen der Erfolg weiterhin sicher ist, sollten Sie Stillstand unbedingt vermeiden. Hören Sie Ihren Kunden zu, nehmen Sie deren Fragen und Bedürfnisse auf und verbessern Sie Ihre Dienstleistung oder Ihr Produkt. Gehen Sie auf Kundenwünsche ein und entwickeln Sie – wenn ausreichend Nachfrage besteht – auch neue Produkte und Dienste. Das klingt logisch, wird jedoch oft vernachlässigt.
Und was immer Sie tun, denken Sie an daran: Mit Leidenschaft und viel harter Arbeit werden Sie Erfolg haben. Es kann allerdings etwas dauern.






