Wenn es um die persönliche Karriereplanung geht, herrscht wahrlich kein Mangel an passender Literatur oder Coaching-Angeboten. Sie können in unzähligen Ratgebern nachlesen, mit welchen Verhaltensweisen und Strategien Sie Ihren Aufstieg in der Hierarchie beschleunigen und Ihre Karriere voranbringen können. Daher wählen wir heute den umgekehrten Ansatz und zeigen Ihnen zwölf Gewohnheiten, mit denen Sie sich selbst sabotieren und Ihre Karriere bremsen.

Einige der Gewohnheiten werden Sie vermutlich bei sich selbst wiederentdecken. Das ist kein Grund zur Aufregung, jedoch ein deutlicher Weckruf. Nutzen Sie die Gelegenheit und beginnen Sie damit, diese Gewohnheiten abzulegen und durch neue, positive zu ersetzen. Bis Sie Ihre Gewohnheiten wirklich geändert haben, wird es natürlich einige Wochen dauern, doch das ist nur ein weiterer Grund, noch heute mit der Veränderung zu beginnen.

  1. Höchstleistung nur unter Druck – “Unter Druck kann ich am besten arbeiten.” Dieser Satz stammt meist von Menschen, die es in der Prokrastination zu wahrer Meisterschaft gebracht haben. Diese Mitarbeiter beherrschen es perfekt, Aufgaben bis zum letzten Tag aufzuschieben, nur um dann in unglaubliche Aktivität und Hektik zu verfallen. Oft sind die Ergebnisse gut, doch wenn irgendetwas dazwischen kommt, kann ein Projekt auch mal schief gehen. Zudem wirken solche Mitarbeiter schnell überfordert und gestresst – nicht gerade die besten Voraussetzungen für eine Beförderung.
  2. Kommentare zu jedem Thema – Es gibt Kollegen, die einfach immer und zu jedem Thema einen Kommentar abgeben müssen. Dabei ist völlig egal, wer gerade mit wem diskutiert und ob die Kollegen den gesamten Sachverhalt oder nur zwei Sätze aus einem stundenlangen Gespräch mitbekommen haben. Dieses Verhalten nervt nicht nur Kollegen und Chefs, es führt auch dazu, dass die Kommentare oft unpassend sind. Das wirkt wiederrum alles andere als kompetent.
  3. Überstunden sind die Regel – Eigentlich sollten Überstunden Ihre Chance auf eine Beförderung doch steigern, oder? Immerhin zeigen Sie Engagement, Einsatzbereitschaft und Belastbarkeit. Mag sein, doch wenn Überstunden zur Regel werden, zeigen Sie damit vor allem, dass Sie Ihre Aufgaben innerhalb der regulären Arbeitszeit nicht schaffen. Der Eindruck der Überforderung ist dann nicht mehr weit.
  4. Übergroße Hilfsbereitschaft – Zu Beginn sind Mitarbeiter, die immer und überall helfen und jeden unterstützen, bei ihren Kollegen und Chefs beliebt. Doch nach und nach ändert sich das meist, denn die Mitarbeiter nehmen viel zu viele Aufgaben an, die sie gar nicht alle bewältigen können. Als Konsequenz bleiben viele Arbeiten liegen, werden nicht rechtzeitig fertig oder gehen ganz unter. Die Kollegen sind dann enttäuscht und der Vorgesetzte fragt sich, ob die Mitarbeiter den Anforderungen überhaupt gewachsen sind.
  5. Nicht über eigene Erfolge sprechen – Bescheidenheit kann eine bewundernswerte und positive Eigenschaft sein – allerdings nicht, wenn Sie beruflich weiterkommen wollen. Dann sollten Sie nämlich dafür sorgen, dass Ihr Chef auch weiß, was Sie leisten und welche Erfolge auf Ihr Konto gehen. Woher soll Ihr Vorgesetzter beispielsweise wissen, dass Sie an dem erfolgreichen Vertragsabschluss maßgeblich beteiligt waren, wenn Sie in der Besprechung den Mund nicht aufbekommen und anderen das Feld überlassen?
  6. Primär alleine arbeiten – Natürlich gibt es Arbeiten, die sich am besten alleine und in Ruhe erledigen lassen. Doch wenn daraus Gewohnheit wird und Sie irgendwann hauptsächlich alleine arbeiten, ist das ein Problem. Denn dann fällt es Ihnen zusehends schwer, sich mit Kollegen im Team abzustimmen und zusammenzuarbeiten. Das merkt dann auch Ihr Chef, der Ihre Leistung vielleicht zu schätzen weiß, Sie jedoch garantiert nicht als nächsten Abteilungsleiter einplant.
  7. Am Schlaf sparen – Es ist eine beliebte Strategie: Um mehr arbeiten zu können, sparen viele Arbeitnehmer kurzer Hand am Schlaf. Doch so sehr Sie sich das auch einreden: Sie können Ihren Körper nicht darauf trainieren, statt mit acht Stunden auf einmal mit vier Stunden Schlaf auszukommen. Das Resultat ist eine reduzierte Leitungsfähigkeit und eine hohe Fehlerquote, kurz gesagt, Ihre Arbeitsqualität wird spürbar schlechter. Und das ist keine Empfehlung für eine Leitungsposition.
  8. Grundsätzlich freiwillig melden – Sicher wird es zunächst gern gesehen, wenn Sie sich engagieren und freiwillig mehr Aufgaben übernehmen. Doch wenn das zur Gewohnheit wird, entsteht früher oder später die Erwartungshaltung, dass Sie das immer und ganz selbstverständlich tun. Lehnen Sie dann einmal zusätzliche Aufgaben ab, sind Kollegen und Vorgesetzte enttäuscht und zweifeln vielleicht an Ihrer Leistungsfähigkeit.
  9. Dem Chef immer zustimmen – Manche Mitarbeiter stimmen ihrem Chef grundsätzlich und bei allen Themen vorbehaltlos zu. Kritische Reflexion oder eigene Meinung? Fehlanzeige, statt dessen werden diese Kollegen schnell als Schleimer abgestempelt. Für den Chef mag das angenehmen sein, doch wenn das die Voraussetzung für eine Beförderung ist, sollten Sie diese ablehnen.
  10. Die eigene Meinung schnell aufgeben – Apropos eigene Meinung. Diese sollten Sie – wenn Sie es für angebracht halten – durchaus nachdrücklich vertreten. Mitarbeiter, die Ihre eigene Meinung schnell zu Gunsten der Meinung des Chefs oder der Mehrheit aufgeben, wirken unsicher und wankelmütig.
  11. Arbeit grundsätzlich mit nach Hause nehmen – Hier gilt ähnliches wie bei den Überstunden: Im Prinzip ist es kein Problem und eher positiv, wenn Sie auch mal Arbeit mit nach Hause nehmen. Doch wenn das die Regel wird, kann schnell der Eindruck entstehen, dass Sie mit Ihrer Arbeitszeit nicht auskommen. Negativer Nebeneffekt: Sie können auch nicht mehr wirklich entspannen oder abschalten, da Sie ja auch zu Hause ständig Arbeit vor sich haben. Das schlägt sich in kürzester Zeit negativ auf Ihre Arbeit nieder.
  12. Immer erreichbar sein – Wenn Sie rund um die Uhr erreichbar sind, mag das für den einen oder anderen Chef positiv und wünschenswert sein. Doch damit begeben Sie sich in eine andauernde Hab-Acht-Haltung, die es Ihnen schwer macht, wirklich abschalten zu können. Feierabend wird dann schnell zu einem Fremdwort. Dass darunter Ihre Arbeitsleistung – und schlussendlich auch Ihre Reputation – leidet, bedarf keiner weiteren Erläuterung.

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