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Leidenschaft und Engagement im Job sind essenziell, um erfolgreich zu sein. Doch was auf der einen Seite zum Erfolg führt, kann auf der anderen Seite schaden - nämlich dann, wenn man es übertreibt. Wer 60 Stunden die Woche arbeitet, immer erreichbar ist und Schlaf für überbewertet hält, ist nicht mehr nur ein engagierter Arbeitnehmer, sondern ein Workaholic. Bertold Brecht drückte es treffend aus: Früher arbeiteten die Menschen, um zu leben, heute leben die Menschen, um zu arbeiten. Doch wenn die Arbeit sich zum einzigen Lebensinhalt entwickelt hat, ist es höchste Zeit, die Notbremse zu ziehen. Ansonsten folgt früher oder später die Diagnose Burn-out. Das Problem ist jedoch, selbst zu erkennen, dass der Job das ganze Leben ausfüllt. Als Hilfestellung, um die Anzeichen zu erkennen, kann Ihnen dieser Selbsttest dienen...

Wenn Arbeit zum Lebenssinn wird

Als Workaholics werden Menschen bezeichnet, die nicht einfach besonders viel oder besonders hart arbeiten. Workaholics sind schlichtweg nicht in der Lage, ihre Arbeit zu beenden – weder physisch noch mental. Das heißt: Einen echten Feierabend kennen sie nicht. Selbst in der Freizeit wälzen sie Probleme, im Urlaub bleiben sie – dank moderner Technik – mit dem Büro verbunden und erholsamer Tiefschlaf ist für sie nur eine andere Bezeichnung für Koma. Workaholics bezeichnen sich selbst gerne als ehrgeizig und loben ihre eigenen Ambitionen. Am Anfang steht dabei meist der Spaß und die Begeisterung für den Job. Es fühlt sich gut an, etwas zu leisten und erfolgreich zu sein. Problematisch wird es allerdings dann, wenn der Ausgleich fehlt.

Wie dieser Selbsttest funktioniert

Der Selbsttest besteht aus zehn Fragen. Für die Antworten wird eine unterschiedliche Punktzahl vergeben. Bitte addieren Sie diese zusammen. Am Ende gelangen Sie anhand Ihrer Punktzahl zur Auswertung.

Sind Sie schon zum Workaholic geworden?

1. Frage: Wie häufig pro Woche machen Sie Überstunden?

  • Äußerst selten. Ich kann mich an das letzte Mal gar nicht mehr erinnern. 1 P.
  • Vor zehn Uhr abends bin ich eigentlich nie zuhause. 3 P.
  • Bei knappen Deadlines oder Sonderwünschen vom Kunden. Das kommt immer mal wieder vor. 2 P.

2. Frage: Ein großes Projekt steht ins Haus. Viel Arbeit an unterschiedlichen Baustellen kommt auf Sie zu. Wie reagieren Sie?

  • Ich sage alle Wochenendtermine für die kommenden Wochen ab und lege einige Extraschichten ein, um die ganze Arbeit zu stemmen. 3 P.
  • Ich bitte meine Kollegen um Hilfe und verteile einige der Aufgaben im Team. Alleine kann das keiner schaffen. 1 P.
  • Ich frage meine Kollegen nach Hilfe, gebe aber nur kleinere Aufgaben ab. Die Kollegen haben nicht dieselben Ansprüche und dann wird das Ergebnis einfach nicht so gut. 2 P.

3. Frage: Nach Feierabend treffen Sie sich noch mit ein paar Freunden auf ein Bier. Worüber sprechen Sie?

  • Mal über den Job, mal über die Familie oder Probleme mit dem Auto. Was mich gerade beschäftigt. 2 P.
  • Wir sprechen nur selten über den Job. Viel häufiger sind Familie, Partner, anstehende Urlaube und Hobbys Thema. 1 P.
  • Ich langweile mich häufig bei diesen Gesprächen. Am liebsten spreche ich von Branchenzahlen, Projektfortschritten oder Veränderungen in der Firma. 3 P.

4. Frage: Es ist Sonntagmorgen und die Sonne scheint. Wie verbringen Sie diesen Tag?

  • Ich frühstücke gemütlich mit der Familie und danach machen wir gemeinsam einen Ausflug. 1 P.
  • Ich habe mir Arbeit mit nach Hause gebracht. Die Zeit kann ich nutzen, um noch einige Aufgaben abzuschließen. 3 P.
  • Ich checke den Posteingang meiner Arbeitsmail, bereite mich für den morgigen Arbeitstag vor und lese Fachzeitschriften. 2 P.

5. Frage: Wie häufig treffen Sie sich mit Freunden und Bekannten?

  • Wir treffen uns regelmäßig, unternehmen etwas zusammen, feiern Geburtstage. Wir pflegen einen regen Austausch. 1 P.
  • Die meisten meiner Kollegen sind Freunde. Der Kontakt zu Freunden außerhalb des Jobs ist eingeschlafen. 2 P.
  • Ich habe immer sehr viel zu tun. Es ist schon lange her, dass ich Zeit hatte, etwas mit Freunden zu unternehmen. 3 P.

6. Frage: Wie wichtig ist Ihnen Urlaub?

  • Ich gönne mir jedes Jahr eine dreiwöchige Auszeit. 1 P.
  • Ich komme nicht dazu, längere Zeit am Stück frei zu nehmen. Es hat sich jede Menge Resturlaub angestaut. 2 P.
  • Im Urlaub weiß ich nie etwas mit mir anzufangen. Wenn ich verreise, nehme ich meinen Laptop und Arbeitsunterlagen mit, sonst wird mir schnell langweilig. 3 P.

7. Frage: Wie viel Zeit nehmen Sie sich für Hobbys oder um Sport zu treiben?

  • Ich gehe morgens vor der Arbeit Joggen. Ansonsten habe ich kaum Zeit für Hobbys. 2 P.
  • Ich liebe meine Arbeit. Mein Job ist mein Hobby. 3 P.
  • Meine Hobbys sind mir wichtig, dafür nehme ich mir regelmäßig die Zeit. 1 P.

8. Frage: Was sagt Ihr Partner, wenn Sie spät von der Arbeit nach Hause kommen oder zuhause weiterarbeiten?

  • Ich habe gar keinen Partner. Mein Job lässt sich nur schwer mit einer Beziehung vereinbaren. 3 P.
  • Mein Partner beschwert sich, dass ich zuviel arbeite. Ich persönlich sehe das allerdings nicht so. 2 P.
  • Mein Partner weiß, dass es sich um eine Ausnahme handelt, wenn ich Arbeit mit nach Hause bringe oder später komme. 1 P.

9. Frage: Schauen Sie sich bitte einmal kritisch in Ihrer Wohnung um. Wie sieht es da aus?

  • Wäscheberge und schmutziges Geschirr türmen sich. Ich komme einfach nicht dazu aufzuräumen. 3 P.
  • Alles steht an seinem Platz. Vielleicht sollte ich noch einmal Staub wischen, aber ansonsten bin ich zufrieden. 1 P.
  • Ganz in Ordnung. Der Kühlschrank ist leer und der Schreibtisch chaotisch, aber im Großen und Ganzen aufgeräumt. 2 P.

10. Frage: Sie sitzen im Wartebereich des Bürgeramtes, um Ihren neuen Personalausweis abzuholen. Wie vertreiben Sie sich die Zeit?

  • Ich habe ein gutes Buch mitgebracht und lese. 1 P.
  • Ich checke meine E-Mails und ärgere mich darüber, keine Arbeitsunterlagen mitgenommen zu haben. 2 P.
  • Ich schaue immer wieder auf die Uhr. Im Kopf denke ich bereits an die anstehenden Termine des Tages und ärgere mich über die verlorene Arbeitszeit. Ich plane bereits, wie ich diese wieder aufholen kann und entscheide mich, die Mittagspause ausfallen zu lassen. 3 P.
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