Semesterferien nutzen: Die besten Tipps für Studenten
Urlaub, faulenzen, nichts tun, abschalten - so oder so ähnlich stellen sich viele Arbeitnehmer des Studentenleben während der Semesterferien vor. Tatsächlich kann dieser Eindruck zutreffen - auf einige Studenten. Doch für viele stellen die Semesterferien die Zeit der Arbeit, der Vorbereitung und Planung dar. Den meisten Studenten ist klar, dass sie die Semesterferien nutzen können und sollten. Mit unseren praxiserprobten Tipps gelingt das - und die Erholung kommt nicht zu kurz...

Semesterferien nutzen: Ausgleich ist wichtig

haveseen/shutterstock.comBevor wir auf konkrete Strategien und Tipps eingehen, ist ein Vorwort wichtig: Bei all den Möglichkeiten, die Studenten für die Gestaltung und Nutzung der Semesterferien zur Verfügung stehen, können Erholung und Ausgleich schnell aus dem Blickfeld verschwinden. Angesichts der zahlreichen Tipps und Ansätze in unserem Artikel könnte es so wirken, als würden wir Studenten komplett durchstrukturierte und von vorne bis hinten verplante Semesterferien empfehlen.

Das ist ganz sicher nicht der Fall. Die Semesterferien können und sollten dem Ausgleich dienen und Studenten die Gelegenheiten bieten, ihren Akku wieder aufzuladen. Unser Artikel ist daher nicht als Menü gedacht, das Studenten Gang für Gang durcharbeiten und komplett umsetzen sollen.

Viel mehr handelt es sich um ein Buffet, bei dem jeder die individuell passenden Teile herausnehmen und sich seine eigene Kombination daraus erstellen kann. Wir wünschen viel Spaß dabei.

Entspannt produktiv: Planung ermöglicht Spontanität

Sergejs Rahunoks/123rfAuch wenn sie bei vielen Studenten nicht gerade hoch um Kurs steht: Um ein wenig Planung Ihrer Semesterferien kommen Sie nicht herum. Und nein, Sie sollten keinesfalls jeden Tag durchstrukturieren oder verplanen, das wäre schon wieder kontraproduktiv. Doch eine grobe Struktur mit einigen Fixpunkten und fest eingeplanten Aktivitäten hilft enorm dabei, die Semesterferien sinnvoll zu nutzen.

Doch auch freie Zeiträume sind wichtig. Diese geben Ihnen die Freiheit, sich spontan und intuitiv auf Aktivitäten einzulassen und mit Freunden wirklich abzuschalten. Gute Planung und Vorbereitung bilden die Grundlage für echte Erholung, denn so können Sie...

  • ... sicher sein, dass Sie alle wichtigen Aufgaben erledigt und bedacht haben.
  • ... sich wirklich auf die Erholung einlassen und abschalten.
  • ... sich darauf verlassen, dass Sie nach den Semesterferien nicht vor einem riesigen Aufgaben-Berg stehen.

Kurz gesagt: Wenn Sie in Ihrer Planung alle wichtigen Aufgaben und Themen abgedeckt haben, können Sie das Studium auch mal getrost bei Seite legen und die Semesterferien wirklich genießen. Damit Ihre Vorbereitung vollständig ist und ihren Zweck erfüllt, können Sie unseren Semesterferien-Check nutzen.

Checkliste für die Semesterferienvorbereitung

Die Planung und Vorbereitung der Semesterferien kann sich - abhängig von Ihren Plänen - durchaus komplex gestalten. Um Ihnen diesen Prozess zu erleichtern, haben wir die 25 wichtigsten Punkte für die Vorbereitung in einer Checkliste zusammengefasst. Sie können Sie als PDF herunterladen und als Arbeitsvorlage nutzen.

Kreativ und produktiv: 11 Tipps für etwas andere Semesterferien

Wenn Sie von klassischen Studentenjobs die Nase voll haben, alle Standard-Aktivitäten bereits kennen und sich nach Abwechslung sehnen, haben wir etwas für Sie. Mit unseren elf kreative Tipps können Sie die Semesterferien abwechslungsreich gestalten und gleichzeitig produktiv nutzen.

Gerne würden wir Ihnen jetzt einfach nur elf kreative Freizeitmöglichkeiten, neue Hobbys und Aktivitäten, die Sie auch beruflich weiterbringen und sich gut im Lebenslauf machen, gibt es zuhauf. Doch das ginge an der Realität leider vorbei, denn viele Studenten müssen sich in den Semesterferien ihr Studium zumindest teilweise finanzieren.

Daher können wir uns nicht auf reine Freizeit-Tipps beschränken, sondern zeigen in unseren elf Alternativen auch kreative und ungewöhnliche Ferienjobs auf. Um das gleich klarzustellen: Die vorgestellten Alternativen stellen teilweise einen Kompromiss zwischen Bezahlung und Wissens- oder Kompetenzgewinne dar. Bedeutet konkret: Mit einigen der Alternativen können Sie zwar Geld verdienen, es wird jedoch nicht so viel sein, wie mit traditionellen Ferienjobs und Verdienstmöglichkeiten.

Dennoch sollten Sie die Alternativen zumindest in Erwägung ziehen. Denn diese...

  • ... sind ungewöhnlich und bringen Abwechslung in Ihrer Semesterferien.
  • ... bieten Ihnen die Möglichkeit, auch für den Beruf wichtige Kompetenzen zu erwerben.
  • ... machen sich teilweise gut im Lebenslauf.
  • ... können Ihnen Spaß und Freude bringen.

Wir wünschen viel Spaß beim Ausprobieren und freuen uns über Ihre kreativen Semesterferien-Tipps in den Kommentaren.

  1. Kinderferienprogramm - Wohl jede Stadt und jede Kommune bietet in den Sommerferien ein Ferienprogramm mit verschiedensten Programmpunkten an. Natürlich sollen Sie als Student nicht daran teilnehmen, doch wenn die Arbeit mit Kindern Ihnen liegt, können Sie sich hier als Betreuer einbringen. In größeren Städten und Programmen können diese Jobs sogar bezahlt sein. In jedem Fall können Sie Ihre sozialen Fähigkeiten schulen und später auf ein vorteilhaftes soziales Engagement verweisen.
  2. Stadtführungen - Sie kennen sich in Ihrem Wohnort hervorragend aus und Geschichte ist ohnehin Ihr Steckenpferd oder zumindest interessant? Dann machen Sie sich noch mal über die Geschichte Ihres Ortes schlau und bewerbe Sie sich bei Ihrer Stadtverwaltung als Stadtführer. Immer mehr Städte bieten solche Jobs- die oft gar nicht schlecht bezahlt werden - an und sind froh über Unterstützung. Hier kommen Sie auch mit zahlreichen Menschen in Kontakt und können Ihre didaktischen Fähigkeiten ein wenig schulen.
  3. Lektorenprogramm - Okay, es mag im ersten Augenblick etwas seltsam wirken, wenn wir Ihnen in den Semesterferien einen Job an der Hochschule empfehlen, doch lesen Sie weiter. Zahlreiche Hochschulen und Universitäten bieten in den Sommerferien Kurse und Seminar für Studieninteressierte oder Studenten mit Nachholbedarf an. Für solche Kurse werden immer auch Lektoren gebraucht, die oft aus Studenten höherer Semester bestehen. Bezahlt werden solche Stellen in der Regel zumindest ein wenig. Wenn Sie also ohnehin in die Lehre wollen oder Training im Umgang mit Menschen und Gruppen suchen, bietet sich hier eine echte Alternative zum normalen Job.
  4. Lokalzeitung - Wenn Sie eher auf einen Job im Medienbereich spekulieren, könnte Ihre Lokalzeitung eine Alternative zum normalen Studentenjob darstellen. Fragen Sie hier - wenn Sie schreiben können - nach, ob Unterstützung bei der Berichterstattung über kleinere Veranstaltungen oder andere Themen gebraucht wird. Die Bezahlung hält sich oft zwar in Grenzen, dafür können Sie erste Redaktionserfahrung sammeln und einige Einblicke in die Arbeitsweise in diesem Bereich gewinnen.
  5. Improvisationstheater - Keine Alternative zum Studentenjob, dafür jedoch eine kreative Option mit echtem Mehrwert und hohem Lernpotenzial ist die Mitwirkung im Improvisationstheater. Angebote dieser Art gibt es in der Ferienzeit in vielen Städten, eine kurze Google-Suche dürfte Ihnen zahlreiche Treffer liefern. Die Überwindung mag für den einen oder anderen hier groß sein, doch solche kreativen Aktivitäten schulen Ausdrucksfähigkeit und Spontanität und können Ihnen ganz neue Seiten Ihrer Persönlichkeit zugänglich machen.
  6. VHS-Kurse - Auch die Volkshochschule kann eine Alternative zum klassischen Studentenjob darstellen - wenn Sie in einem Bereich über umfassende Erfahrung und Kompetenz verfügen und Ihre lokale VHS gerade Bedarf hat. Da hier oft lange im Voraus geplant wird, sollten Sie möglichst frühzeitig mit den Verantwortlichen Kontakt aufnehmen und sich um einen Job als Referent kümmern. Die Bezahlung ist oft gar nicht so schlecht und eine solche Tätigkeit können Sie später, richtig platziert, gut in Lebenslauf und Anschreiben als Beleg Ihrer sozialen Kompetenzen nutzen.
  7. Blogpraktikum - Nicht nur wir von der Karrierebibel, auch andere Blogs bieten immer wieder die Möglichkeit zum Praktikum. Da Sie in den Semesterferien vermutlich deutlich mehr Zeit haben als während der Vorlesungszeit, sollten Sie sich für diesen Zeitraum bei einem für Sie interessanten Blog als Praktikant bewerben. Ob das Praktikum vergütet ist, hängt natürlich vom Blogbetreiber ab. Doch eines ist sicher: Sie werden dabei viel lernen und können - wenn das Blog einen Namen hat - eine gute Referenz nachweisen.
  8. Autodidaktische Weiterbildung - Okay, Sie wollen sich in den Semesterferien erholen und nicht noch mehr lernen. Doch Spaß können Sie auch beim Lernen haben - wenn Sie es nach Ihrem Rhythmus und mit Gleichgesinnten tunt können. Etablieren Sie dazu eine Lerngruppe mit Freunden und nehmen Sie sich Themen vor, die Ihnen nicht nur fürs Studium sondern auch für das spätere Berufsleben Vorteile bieten. Sie werden sehen, selbstbestimmtes Lernen kann Spaß machen.
  9. Trainerjobs - Sie in einer Sportart richtig gut und können Ihr Wissen ansprechend vermitteln? Dann bewerben Sie sich bei Freizeitparks, Touristenressorts und ähnlichen Einrichtungen als Trainer und nutzen Sie die Semesterferien dazu, auf diese Weise Geld zu verdienen. Auch hier können Sie Ihre didaktischen Fähigkeiten schulen und sozialen Kompetenzen trainieren.
  10. Wandern - Es mag altmodisch klingen, doch wenn Sie sich ein oder zwei Wochen Zeit nehmen, können Sie zu Fuß schöne Ecken Deutschlands - oder anderer Länder - erkunden und dabei wunderbare Eindrücke sammeln und so richtig abschalten. Wenn Ihnen Wander zu altmodisch ist, können Sie das Ganze auch Hiking oder Active Sightseeing nennen.
  11. Nachbarschaftshilfe - In immer mehr großen Städten gibt es organisierte Nachbarschaftshilfe, die sich längst nicht mehr nur auf ehrenamtliches Engagement stützt. Nutzen Sie Ihre Semesterferien um sich hier für ältere und hilfsbedürftige Menschen zu engagieren und nebenbei einige Euro zu verdienen. Die Erlebnisse und Gespräche mit den verschiedensten Menschen können bereichernd sein und das Engagement wirkt sich auf jeden Fall positiv auf Ihrer sozialen Kompetenzen aus.

Studieneinstieg nach den Semesterferien

wavebreakmedia/shutterstock.comSo erholsam und aktiv die Semesterferien auch sein mögen, irgendwann wartet auf Studenten wieder das Studium. Der Studieneinstieg kann - vor allem wenn Sie in den Semesterferien wirklich abgeschaltet haben - erstaunlich schwer fallen.

Das liegt zum einen daran, dass viele Studenten nach längeren Pausen nicht mehr an intensives Lernen gewöhnt sind. Das Gehirn braucht einfach eine gewisse Zeit, um sich wieder darauf einzustellen. Zum anderen könnte es - natürlich nur rein theoretisch - sein, dass sich der Schlafrhythmus während der Semesterferien verschoben hat.

Die ersten paar Tage in der neuen Vorlesungszeit können morgens daher durchaus interessant und ein wenig anstrengend sein. Mit der passenden Vorbereitung bekommen Studenten das jedoch relativ einfach in den Griff.

Bereiten Sie sich rechtzeitig vor

Am besten beginnen Sie bereits vor Beginn der Vorlesungszeit mit dem Aufwärmen. Beispielsweise indem Sie rechtzeitig klären,

  • welche Lehrveranstaltungen auf dem Programm stehen,
  • wie diese zeitlich verteilt sind,
  • welche Prüfungsvoraussetzungen bestehen,
  • welche Referatsthemen wählbar sind und
  • welche Lektüre prüfungsrelevant ist.

Je früher Sie aktiv werden, desto mehr Referate sind noch verfügbar. So können Sie sich nicht nur für die Themen entscheiden, die Ihnen liegen, sondern auch mögliche Synergien nutzen, indem Sie etwa für ähnliche Aufgaben auf die gleichen Quellen zurückgreifen.

Einige Zeit vor Ende der Semesterferien können Sie zudem in aller Ruhe Themen und Erwartungen mit Ihren Dozenten besprechen, Schließlich sind auch diese in der vorlesungsfreien Zeit erreichbar und haben außerhalb der Alltagshektik deutlich mehr Zeit für Sie.

Finden Sie Ihren Lernrhythmus

bikeriderlondon/shutterstock.comEbenso wichtig ist, dass Sie so schnell wie möglich zu Ihrem Tagesrhythmus zurückfinden. Abhängig davon, ob Sie eher Tag- und Nachtmensch sind, fällt der deutlich anders aus: Während Morgenmuffel etwa bis zehn Uhr brauchen, um wirklich fit zu sein, sind Frühaufsteher zu dieser fortgeschrittenen Stunde schon fast wieder müde.

Leider nimmt der Studienkalender darauf selten Rücksicht. Doch wenn Sie Ihre innere Uhr kennen, können Sie zumindest in der Freizeit verfügbaren Zeiten Ihre Lernphasen so legen, dass Sie dafür richtig fit sind.

Zum Rhythmus finden gehört allerdings mehr: Da Sie verschiedenen Verpflichtungen nachkommen müssen, sollten Sie sich Ihre Zeit so einteilen, dass regelmäßig Gelegenheit zum Lernen ist. Das sorgt für deutlich besseren Prüfungserfolg als Paniklernen direkt vor der Klausur - und hält außerdem den Stresspegel niedrig.

Sorgen Sie für Abwechslung

Bei aller Konzentration aufs Studium darf der Spaß nicht zu kurz kommen. Gerade am Semesteranfang bieten zahlreiche Partys dafür willkommene Gelegenheiten. Ganz nebenbei können diese auch dazu dienen, alte Freundschaften aufzufrischen sowie neue Leute kennenzulernen.

Das hat durchaus einen praktischen Nebeneffekt: Mit Ihren Kommilitonen können Sie sich ja auch zu neuen Lerngruppen zusammenschließen. Gemeinsam lernt es sich schließlich deutlich erfolgreicher, weil neben Motivation und Unterstützung auch die soziale Kontrolle wirkt.

Die gemeinsame Freizeitgestaltung sollte aber immer im Vordergrund stehen: Schließlich sorgt sie für den Ausgleich vom Uni-Alltag – und gehört einfach zum Studentenleben.

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