Kann sich die Krise eines Unternehmens auch auf die Karrierechancen der Mitarbeiter auswirken? Sie kann! Das ist das Ergebnis einer Langfriststudie, die Monika Hamori, Personalmanagement-Professorin an der spanischen Business School Instituto de Empresa in Madrid, kürzlich veröffentlichte. Dazu verglich sie die Lebensläufe von über 900 Angestellten der New Yorker Finanzbranche, die im Zeitraum zwischen 1992 und 2002 mindestens einmal ihren Job gewechselt hatten. Parallel dazu sammelte Hamori Wirtschaftsnachrichten aus dem „Wall Street Journal“ – insbesondere schlechte Nachrichten und Krisenmeldungen über jene Unternehmen, bei denen die Probanden angestellt waren. Anschließend verglich sie beide Datensätze miteinander, und siehe da: Die Schlagzeilen wirkten sich tatsächlich auf die Berufschancen der Mitarbeiter aus. Allerdings recht unterschiedlich.
Gab es Meldungen über moralische Verfehlungen im Unternehmen, Korruptionsvorwürfe oder Betrugsskandale, dann hatte dies (bis auf die davon Betroffenen) keinerlei Einfluss auf die Karrieren der Mitarbeiter. Bei einem Jobwechsel interessierte sich der neue Arbeitgeber jedenfalls nicht dafür.
Ganz anders verhielt es sich allerdings, wenn die Schlagzeilen die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens betrafen – wenn also Umsatz und Gewinn einbrachen, Marktanteile verloren gingen oder es gar zu massivem Stellenabbau kam. Dann wirkte sich dies durchaus auf die Wechselchancen aus, genauer: Für die Angestellten wurde es zunehmend schwerer einen neuen Job zu finden. Und das sogar unabhängig von ihrer hierarchischen Position. Einfache Angestellte betraf dies genauso wie Führungskräfte, am meisten jedoch die Top-Manager – nunja, sie tragen für die Unternehmensentwicklung schließlich auch die meiste Verantwortung.
Top10 der Social-Media-Recruitingquellen
- Xing (100%)
- Linkedin (88%)
- Facebook (53%)
- Twitter (50%)
- StudiVZ (44%)
- MeinVZ (39%)
- Kununu (35%)
- Ning (32%)
- YouTube (31%)
- WerKenntWen (29%)
Quelle: SMR
Man kann also sagen, dass ethische Verfehlungen den jeweiligen Tätern anhaften, während wirtschaftliche Fehlentwicklungen eher zu einer Art Kollektivschuld führen und damit die gesamte Belegschaft stigmatisieren und deren Aufstiegschancen behindern können. Zumindest sehen die Personaler Mitarbeiter von angeschlagenen Unternehmen offenbar kritischer als Jobwechsler aus einem florierenden Laden.
- Was sich dagegen tun lässt?
Nicht viel. Hamori rät Betroffenen in diesem Fall etwa im Lebenslauf zumindest stärker auf die eigenen Stärken, Erfolge und Erfahrungen abzuzielen und weniger die bisherige Position zu betonen. Die Ergebnisse unterstreichen aber auch, wie wichtig es heute ist, sich eine persönliche Reputation aufzubauen, um sich so stärker von einer drohenden Sippenhaft abzusetzen.
Das Flussdiagramm zum Personal Branding







