Sketchnotes: Lernen für Einsteiger
Ob in Meetings, in Vorlesungen oder bei Vorträgen auf Konferenzen - immer geht es darum, sich Inhalte zu merken. Doch leider gleicht unser Gedächtnis allzu häufig einem Sieb. Gerade hat man etwas gehört und schon ist es wieder vergessen. In den meisten Fällen reicht es eben nicht aus, einfach nur zuzuhören. Deswegen greifen viele Menschen auf eine Gedächtnisstütze in schriftlicher Form zurück – die klassische Notiz. Doch sich gute Notizen zu machen, ist gar nicht so leicht. Die Schwierigkeit liegt darin, das Gehörte sowohl schnell als auch so zu Papier zu bringen, dass man nach Tagen oder gar Wochen noch weiß, was man aufgeschrieben hat. Eine praktische und zeitsparende Möglichkeit das zu tun, sind Sketchnotes. Mit einfachen Mitteln und wenigen Handgriffen lassen sich Inhalte visualisieren. Im Folgenden erfahren Sie, wie das geht...

Was sind Sketchnotes?

Der Begriff Sketchnote ist eine einfache Zusammensetzung aus den englischen Begriffen "sketch" für skizzieren und "note" für notieren. Gemeint sind dabei Notizen, die eine Kombination aus Text, Symbolen, Zeichnungen und Strukturen sind. Beim Erstellen von Skechtnotes werden Informationen nicht nur aufgeschrieben, sondern als Zeichnung dargestellt.

An dieser Stelle werden wohl einige entrüstet den Kopf schütteln. Zeichnen?! "Ich kann doch gar nicht zeichnen", werden Sie wahrscheinlich denken. Es geht auch gar nicht darum, zeichnerische Kunstwerke zu erstellen. Für Sketchnotes reicht es völlig aus, wenn man in der Lage ist, simple Formen wie Pfeile, Kreise, rechteckige Kästen oder Strichmännchen zu zeichnen. Die Zeichnungen dienen lediglich der Visualisierung von Zusammenhängen.

Wobei können Sketchnotes helfen?

EM Karuna/shutterstock.comBei der schieren Menge an Informationen, mit der wir manchmal in kürzester Zeit konfrontiert werden, ist es oft schwer, den Überblick zu behalten. In einem Meeting oder auch bei längeren Vorträgen werden wir zwischen 30 und 90 Minuten lang mit Wissen, Fakten und Daten beschossen, die am besten alle behalten werden sollten. Kaum jemandem gelingt dies durch reines Zuhören, die Informationen sind einfach zu umfangreich und früher oder später lässt die Konzentration nach. Sketchnotes unterstützen den Lern- und Merkprozess und haben einige Vorteile:

  • Sie bieten einen Einstieg in ein Thema. Durch die visuellen Elemente erhalten Sie einen Überblick über die verschiedenen Aspekte eines Themas.
  • Beziehungen sind leichter zu erkennen. Beziehungen zwischen einzelnen Aspekten kommen durch die Verwendung von Symbolen und Formen deutlich zum Vorschein.
  • Sie fördern das aktive Zuhören. Bei der Erstellung von Sketchnotes komprimieren und gewichten Sie Gehörtes. Sie lassen sich von den Informationen nicht nur berieseln, sondern verarbeiten diese in Ihrer Darstellung.
  • Sie helfen dabei Ihre Gedanken zu strukturieren. Ihre Notizen sind kein sinnloses Durcheinander mehr, in dem Sie möglichst alles festhalten, was der Sprecher gesagt hat. Für die Erstellung von Sketch Notes filtern Sie das Gehörte und visualisieren die wichtigsten Informationen und Zusammenhänge.
  • Sie verhindern, dass Sie abgelenkt werden. Auch bei langatmigen Vorträgen und Passagen driften Ihre Gedanken nicht ab, denn durch Ihre Sketchnotes sind Sie gedanklich immer noch im Thema.

Sketchnotes: Welche Ausstattung benötigen Sie?

Ein weiterer Vorteil von Sketchnotes ist die einfache Handhabung. Sie müssen sich lediglich entscheiden, ob Sie Ihre Sketchnotes auf die klassische Weise erstellen wollen oder auf die digitale Alternative zurückgreifen möchten.

Für die analoge Variante benötigen Sie:

  • Ein Notizbuch: Am besten Sie verwenden ein Notizbuch mit Blankopapier in einem kleinen Format, damit Sie es problemlos überall mitnehmen können.
  • Stifte: Achten Sie darauf, eine Auswahl an unterschiedlichen Stiften dabei zu haben. Beispielsweise Bleistifte, Textmarker, Fineliner und so weiter. Verschiedenfarbige Stifte dienen dazu, wichtige Informationen hervorzuheben.

Für die digitale Variante benötigen Sie:

  • Ein digitales Endgerät: Am besten eignen sich hierfür Tablets, da sie genügend Zeichenfläche bieten. Wenn sie damit arbeiten, ist es Ihnen überlassen, ob Sie mit einem Stift oder mit Ihrem Finger zeichnen. Hauptsache, die Sketchnotes sind gut zu erkennen.
  • Eine App: Mithilfe einer App können Sie unterschiedliche Stifte und Schriftarten für Ihre Sketchnotes wählen. Viele haben zusätzliche Funktionen, wie beispielsweise die Möglichkeit zu Zoomen, die fertige Notiz zu exportieren oder Screenshots zu erstellen.

Sketchnotes Literaturtipps

Folgende Bücher liefern viele nützliche Tipps, geben Beispiele und sorgen für Inspiration:

  • The Sketchnote Handbook: The illustrated guide to visual Notetaking (Mike Rhode): Darin erklärt Rhode, wofür Sketchnotes verwendet werden, wie man sie erstellt, welche Techniken dabei helfen und welche unterschiedlichen Sorten von Sketchnotes es gibt.
  • Bildsprache: Formen und Figuren in Grund- und Aufbauwortschatz (Petra Nitschke): In diesem Buch wird erläutert, wie Bildsprache funktioniert und wie Sie, mithilfe von bildhaften Elementen, Inhalte transportieren können.
  • Lehren und Lernen mit Sketchnotes (Ralf Appelt): Dieses kostenlose Ebook eignet sich bestens als Einstieg in die Thematik. Viele der Basiselemente werden hier gezeigt und erklärt. Das PDF können Sie hier kostenlos downloaden.

Sketchnotes; Diese Elemente erleichtern das Lernen

nenetus/shutterstock.comUm Inhalte visualisieren zu können, werden Sie unterschiedliche Elemente benötigen. Dabei handelt es sich um einfache grafische Elemente, auch wenn Ihnen das künstlerische Talent nicht in die Wiege gelegt wurde, brauchen Sie also keine Angst haben. Außerdem steht der Lerneffekt und nicht die Schönheit Ihrer grafischen Darstellung im Vordergrund. Damit Sie mit den Sketchnotes loslegen können, haben wir die wichtigsten Elemente für Einsteiger zusammengefasst:

  • Boxen

    Hiefür bieten sich geometrische Formen wie Kreise, Rechtecke oder Quadrate an. Eine Information kann so hervorgehoben werden. Neben Boxen können auch Sprechblasen verwendet werden oder Sie nutzen bildliche Elemente und tragen die Information beispielsweise in ein Straßenschild ein.

  • Aufzählungszeichen

    Mit Aufzählungszeichen strukturieren Sie Ihre Gedanken. Mithilfe der daraus entstandenen Hierarchie lässt sich auf Anhieb erkennen, was wichtig und was weniger wichtig ist. Dafür stehen Ihnen einfache Gedankenstriche und Punkte, aber beispielsweise auch Häkchen oder Sterne zur Verfügung.

  • Verbindungselemente

    Mithilfe von Pfeilen lassen sich Bezüge zwischen Elementen herstellen. Dabei können Sie die Art der Pfeile variieren. Es können einfache Pfeile oder dreidimensionale sein. Die Gestaltung der Linie, beispielsweise dünn oder dick, durchgezogen oder gepunktet, kann die Stärke der Verbindung ausdrücken. Pfeile leiten die Blickrichtung und tragen so zum Verständnis bei.

  • Trennungselemente

    Linien können dazu genutzt werden, den zur Verfügung stehenden Raum in verschiedene Abschnitte zu teilen. Diese Bereiche können unterschiedliche Gedanken enthalten oder sich mit unterschiedlichen Themen beschäftigen. Hier bietet es sich an, mit der Art der Lininezeichnung zu variieren: gestrichelt, gepunktet, als Balken und vieles mehr.

  • Figuren

    Figuren verleihen Ihren Notizen einen menschlichen Aspekt. Aussagen und Tätigkeiten können ihnen leicht zugeordnet werden. Doch keine Angst, Sie müssen keine Portraits zeichnen. Um beispielsweise einen Geschäftsmann darzustellen reicht ein Strichmännchen mit einer Krawatte völlig aus, es geht nur darum, dass Sie selbst wissen, wofür das Element steht.

  • Symbole

    Mit gängigen Symbolen, sogenannten Icons, können Sie Dinge, die Sie ansonsten umständlich ausschreiben müssten, schnell visualisieren. Zum Beispiel eine Glühbirne für eine Idee oder ein Paragraphzeichen für ein Gesetz.

Zum Abschluss haben wir hier eine Anleitung für Sie, wie Sie mit dem Sketchnoting beginnen können:

[Bildnachweis: EM Karuna, nenetus by Shutterstock.com]