So vertreten Sie eine andere Meinung richtig
Am Arbeitsplatz gehören Meinungsverschiedenheiten zur gemeinsamen Arbeit dazu. Besonders in wirklich gut funktionierenden Teams sind eben nicht immer gleich von Anfang an einer Meinung, sondern können verschiedene Standpunkte vertreten und diese auch in einer Diskussion verteidigen. Eine Situation, die sich in zwei unterschiedliche Richtungen entwickeln kann. Entweder profitieren alle davon, es entsteht eine wirkliche Gesprächsrunde und am Ende kommt man gemeinsam zum bestmöglichen Ergebnis. Oder die Fronten verhärten sich, die Arbeitsatmosphäre leidet spürbar, die Kommunikation gerät ins Stocken und es bahnt sich ein Streit über die unterschiedlichen Meinungen an. Damit sich Ihre Diskussionen am ersten Szenario orientieren, sollten Sie darauf achten, wie Sie eine andere Meinung vertreten. Diese Tipps können Ihnen dabei helfen...

Tipps, um eine andere Meinung richtig zu vertreten

OPOLJA/shutterstock.comFälschlicherweise wird häufig versucht, Meinungsverschiedenheiten aus dem Weg zu gehen. Zu groß ist die Angst, dass die eigene Meinung von den anderen nicht akzeptiert oder vielleicht sogar nur belächelt und nicht einmal ernst genommen wird. Auch möchte man nicht derjenige sein, der sich gegen eine vorherrschende Meinung stellt, selbst wenn man eigentlich davon überzeugt ist. Zuerst gilt daher: Haben Sie keine Angst, eine andere Meinung zu vertreten.

Richtig umgesetzt, ist eine Diskussion eine gute Grundlage für kreative Ideen und vielversprechende Ergebnisse. Damit das funktioniert, sollten Sie jedoch darauf achten, die andere Meinung richtig zu vertreten. Wir zeigen, wie es geht:

  1. Fühlen Sie sich nicht direkt angegriffen

    Kritisiert jemand unsere Einstellung oder Meinung, nehmen wir dies oft als persönlichen Angriff wahr. Schnell kommen Unterstellungen auf. Der konnte mich noch nie leiden oder Er will mir nur eins auswischen, damit er die Beförderung bekommen. In der Realität sind dies jedoch die absoluten Ausnahmen. Versuchen Sie die Diskussion sportlich zu nehmen und den persönlichen Aspekt außen vor zu lassen.

    Gleiches gilt natürlich auch für Sie selbst: Eine andere Meinung zu vertreten bedeutet nicht, dass Sie Ihre Gesprächspartner diffamieren sollen, um recht zu behalten. Wenn Sie auf solche Tricks zurückgreifen müssen, spricht vieles dafür, dass Ihre Sicht der Dinge nicht die bessere ist.

  2. Bleiben Sie selbstbewusst

    Eine andere Meinung zu vertreten, erfordert eine Menge Courage, gerade dann, wenn sich in einer Diskussion gleich mehrere Personen finden, die eine andere Perspektive vertreten. Schnell fühlt man sich in die Ecke gedrängt und gibt lieber nach, weil man glaubt, sich alleine ohnehin nicht durchsetzen zu können. Mit einem solchen Rückzieher vergeben Sie aber möglicherweise eine Chance.

    Lassen Sie sich nicht einschüchtern, sondern bleiben Sie auch bei Gegenwind selbstbewusst genug, um zu Ihrer Sicht der Dinge zu stehen. Nur so können Sie Ihre Argumente vorbringen und vielleicht die anderen auf Ihre Seite bringen.

  3. Nennen Sie sachlich Ihre Argumente

    In hitzigen Diskussionen mit mehreren Standpunkten und Argumenten kann man schon mal den Überblick verlieren. Man kommt immer wieder an die gleiche Stelle, obwohl man bereits zwei Mal darüber gesprochen hat. Das kann frustrieren, doch sollten Sie Ihre Argumente weiterhin sachlich vortragen.

    Natürlich dürfen Sie Emotionen mit einfließen lassen, um zu zeigen, wie überzeugt Sie sind und dass Sie für die Sache kämpfen, doch brauchen Sie auch passende Argumente, um andere von Ihrer Meinung zu überzeugen.

  4. Hören Sie zu

    Nicht selten entstehen unterschiedliche Meinungen und verhärtete Fronten in Diskussionen, weil die eine Seite nicht weiß, was die andere eigentlich sagen oder erreichen will. Zu sehr ist man auf die eigene Argumentation fixiert, so dass man gar nicht wirklich hört, welche Punkte der andere anspricht. Durchbrechen Sie diesen Kreis und hören Sie aktiv zu, was Ihr Gesprächspartner zu sagen hat.

    Zuhören bedeutet in dem Fall mehr, als nur ruhig zu sein und abzuwarten, bis man selbst wieder an der Reihe ist. Stellen Sie beispielsweise Rückfragen, wenn Sie einen Punkte nicht genau verstehen und zeigen Sie Interesse. Nur so kann eine wirkliche Diskussion entstehen. Anstatt nur gegensätzliche Argumente hin und her zu werfen, gehen Sie auf das Gesagte ein, beispielsweise in Form vom: Ich verstehe Ihre Sicht, ich sehe dabei aber ein Problem bei ...

  5. Hinterfragen Sie auch Ihren Standpunkt

    Es ist Ihr gutes Recht, eine andere Meinung zu haben und in vielen Fällen ist es sogar wichtig, verschiedene Standpunkt gegeneinander abzuwägen, um zu einem guten Ergebnis zu kommen. Allerdings sollten Sie nicht darauf pochen, um jeden Preis recht haben zu wollen. Es gehört auch dazu und zeugt sogar von besonderer Stärke, wenn Sie die guten Ansätze des Gesprächspartners anerkennen und vielleicht sogar in Ihre Meinung aufnehmen.

    Auf diese Weise kann ein Kompromiss erreicht werden, der für alle beteiligten die beste Lösung bedeuten kann. Dieser kann jedoch nur dann erreicht werden, wenn beide Seiten bereit sind, ihre festgefahrenen Meinungen ein wenig zu lockern und sich zu einigen.

[Bildnachweis: Jacob Lund, by Shutterstock.com]/div>