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Social Media werden von vielen, auch uns, heute als selbstverständlicher Bestandteil der Unternehmenskommunikation und des Personal Brandings beschrieben. Allein die Zahl der Ratgeber, Blogartikel, Videos, Workshops und Seminare zum Thema kann den Eindruck erwecken, dass Social Media völlig normal geworden sind. Doch ein Blick in die Praxis zeigt, dass das ganz und gar nicht der Fall ist. Studien zeigen, dass Deutschland nicht nur in der generellen Nutzung, sondern auch im Unternehmenseinsatz bei den Social Media international hinterherhinkt. Ein Grund: Der Start in die sozialen Netzwerke kann überwältigend wirken. Daher haben wir heute die wichtigsten Tipps für den Social Media Einstieg zusammengestellt...

Warum eigentlich Social Media?


Das obige Video stammt zwar aus dem Jahr 2012 und die Zahlen gelten für den US-amerikanischen Markt, doch die Kernbotschaft gilt im Jahr 2015 noch sehr viel stärker: Social Media sind längst nicht mehr optional, sondern notwendig.

Sicher gibt es in fast allen Branchen noch Unternehmen, die ohne ordentliche Online Präsenzen und soziale Netzwerke gute Umsätze machen und gut im Geschäft sind. Noch. Doch die bestehenden Beziehungen und Kunden werden nicht ewig tragen und die neue Generation der Kunden kann online hervorragend erreicht werden.

Darüber hinaus sind ansprechende Online Auftritte und Social Media Präsenzen inzwischen für viele potenzielle Kunden ein wichtiger Faktor bei der Wahl von Unternehmen und Dienstleistern. Ähnliches gilt für Bewerber und Arbeitgeber.

Wenn Unternehmen in die sozialen Netzwerke einsteigen, werden sie eines schnell feststellen: Egal wie die Social Media Kanäle strategisch genutzt werden, es gibt immer wieder Anfragen und Kommentare, die dem Kundenservice zuzuordnen sind. Das ist völlig klar, denn den Kunden ist das Medium in der Regel herzlich egal. Sie wollen ihre Fragen beantwortet und ihre Problem gelöst haben - und nutzen dafür die Medien, die für sie am einfachsten verfügbar sind. Social Media gehören definitiv dazu.

Kundenservice in den Social Media

dinozzz/123rfKundenservice in den Social Media folgt im Grunde den gleichen Prinzipien und Regeln des klassischen Kundenservice. Unternehmen müssen ihre Erfahrung aus anderen Bereichen und Kanälen "nur" auf die neuen Medien übertragen.

In der Praxis kann dieses "nur" jedoch recht groß und anspruchsvoll sein. Unsere Checkliste für Kundenservice in den Social Media kann Ihnen den Transfer erleichtern. Sie können sie als PDF herunterladen.

Prominente Beispiel für Kundenservice in den Social Media sind die Twitter-Accounts Telekom_hilft und DB_Bahn, die von den beiden Unternehmen sehr aktiv als Kundenservice und Informationskanäle genutzt werden. Bei beiden Kanälen lässt sich - neben der niedrigen Hemmschwelle für Kunden - auch einer der größten Vorteile von Kundenservice in den Social Media ablesen: Nicht nur, dass die Anliegen der Kunden schnell bearbeitet werden können, ein guter Kundenservice ist gleichzeitig hervorragende PR, kann eine große Reichweite und Aufmerksamkeit erzeugen und aus kritischen Kunden echte Fans machen.

Das ist im Übrigen kein Plädoyer dafür, jegliche Kommunikation auf die Social Media zu verlagern! Statt Social Media und die bestehenden Kontakte und Kommunikation getrennt zu betrachten, sollten Unternehmen genau prüfen, wie sich die neuen Kommunikationskanäle mit der bisherigen Kommunikation verknüpfen lassen. Online begonnene Kontakte können und sollten dann auch offline und im persönlichen Kontakt weitergeführt und vertief werden, während bestehende Offline-Kontakte auch online angesprochen werden können.

So lässt sich nicht nur die Reichweite und Sichtbarkeit des Unternehmens in den Netzwerken steigern, es können auch neue Zielgruppen und Kunden angesprochen werden, die mit reiner On- oder Offline-Kommunikation nicht erreichbar wären. Eine sinnvolle und erfolgreiche Verknüpfung von On- und Offline-Kommunikationskanälen kann jedoch nur gelingen, wenn bereits eine Kommunikationsstrategie existiert, die an die neuen Gegebenheiten angepasst werden kann. Der Fokus sollte bei diesem Prozess auf den folgenden Punkten liegen:

  • Kommunikation der Unternehmensbotschaft on- und offline.
  • Einheitlicher, jedoch dem jeweiligen Kanal angepasster Kommunikationsstil.
  • Konsequent umgesetztes Corporate Design auf allen Kanälen.
  • Schulung der Mitarbeiter im Umgang mit den neuen Kommunikationskanälen.
  • Schärfung des Bewusstseins für die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der verschiedenen Kanäle bei den Mitarbeitern.
  • Einbindung der erfahrenen Mitarbeiter in die Weiterentwicklung des Kommunikationskonzepts und der Guidelines.
  • Die Kommunikation von Themen sollte über alle sinnvollen Kanäle erfolgen, die sich gegenseitig ergänzen sollten.
  • Hinweise und Verlinkung der Kommunikationskanäle untereinander ist essentiell.
  • Eine enge Abstimmung von Kommunikationsteam, Kundenservice und Kundenbetreuer ist unumgänglich.

Lösen sich Unternehme von der häufig anzutreffenden Entweder-oder-Haltung und beginnen sie damit, Social Media und Offline-Kommunikation zu verknüpfen, bieten die sozialen Netzwerke großes Potenzial.

Social Media reduzieren Stress... vor allem für Frauen

Andresr/shutterstock.comEs gibt inzwischen ja so einige Studien über das, was das Internet mit uns anstellt: dass Social Media süchtig machen können, den Narzissmus in uns fördern, uns ständig unterbrechen, unproduktiv machen, Stress auslösen... Gerade Social Media werden oft als Stressfaktor und Reizüberflutung dargestellt. Doch eine Studie lässt aufhorchen: Social Media können nicht nur Stress auslösen, sondern diesen auch reduzieren - allerdings vornehmlich bei Frauen.

Befragt und untersucht wurden für die Pew-Studie eine repräsentative Gruppe von 1801 Erwachsenen über einen Zeitraum von 30 Tagen. Dabei interessierte die Forscher sowohl wie oft und wie die Probanden Social Media nutzten. Sie maßen aber auch deren jeweiligen Stresslevel.

Um es kurz zu machen: Bei den Männern zeigte sich keinerlei nennenswerte Korrelation zwischen dem Nutzen von sozialen Netzwerk per Smartphone, Tablet oder Laptop und ihrem Stresslevel. Bei den Probandinnen aber schon: Probandinnen, die täglich mehrmals Twitter nutzten, rund 25 E-Mails sendeten oder empfingen und diverse Bilder über ihr Smartphone am Tag teilten, zeigten um 21 Prozent niedrigere Stresswerte als Frauen, die weniger im Internet kommunizierten.

Kurios, oder? Das dachten sich auch die Forscher und vermuten hier einen wesentlichen Unterschied in der Online-Kommunikation von Frauen und Männern: Die beruhigende Wirkung von Social Media stellte sich vor allem dann ein, wenn die Frauen emotionale Erfahrungen teilten - und das tun sie öfter als Männer.

However, existing studies have found that social sharing of both positive and negative events can be associated with emotional well-being and that women tend to share their emotional experiences with a wider range of people than do men.6 Sharing through email, sending text messages of pictures of events shortly after they happen and expressing oneself through the small snippets of activity allowed by Twitter may provide women with a low-demand and easily accessible coping mechanism that is not experienced or taken advantage of by men.

Allerdings ist dies auch ein zweischneidiges Schwert. Denn mit der steigenden Anzahl der sozialen Kontakte im Netz steigt natürlich auch der Austausch stark emotionaler Momente und Erfahrungen an, was wiederum Stress auslösen beziehungsweise steigern kann (Fachbegriff: "costs of caring").

Social Media Einstieg: So finden Sie passende Kanäle

My Life Graphic by shutterstock.comVor einem häufigen Fehler wollen wir Sie an dieser Stelle gleich warnen. Denn viele Unternehmen und Freelancer stürzen sich in der ersten Euphorie Hals über Kopf in allen möglichen Kanäle, die sie keinesfalls dauerhaft bespielen können. Sicher, ausprobieren und experimentieren gehören dazu, doch die Wahl der passenden Kanäle und Netzwerk sollte gezielt und strategisch statt finden.

Um Ihnen die Suche nach den für Ihr Unternehmen passenden Kanälen zu erleichtern, skizzieren wir im Folgenden einen sechsstufigen Prozess, der Ihnen als Leitfaden dienen kann.

Dieser Prozess hat sich - mit verschiedenen Modifikationen - bereits bei zahlreichen Unternehmen und Kunden verschiedenster Größe bewährt. Um den Prozess gut umzusetzen und sinnvolle Ergebnisse zu erhalten, sollten Sie sich den einzelnen Stufen ernsthaft widmen. Ohne Zeit, Engagement und einige Arbeit lassen sich keine zielführenden Ergebnisse erzielen.

  1. Kennen Sie Ihre Botschaft? - Sie sind auf Arbeit eingestellt? Sehr gut, denn der erste Schritt geht weit über die reine Kommunikation hinaus und setzt deutlich vor einer möglichen Social Media Strategie an. Hier sollten Sie eine Frage beantworten: „Kennen Sie Ihre Botschaft?“ Beziehen Sie diese Frage bitte auf Ihr gesamtes Unternehmen, on- und offline, intern und extern. Erst wenn Sie wissen, benennen und formulieren können, wofür Ihr Unternehmen steht und wie Ihre Botschaft lautet, sollten Sie zum zweiten Schritt übergehen.
  2. Wie wollen Sie sich präsentieren? - Wenn Ihre Botschaft feststeht, folgt die nächste Frage: „Wie wollen Sie sich präsentieren?“ Überdenken Sie Ihre Antwort bitte gut und machen Sie sich klar, dass hohe Erwartungen und Wünsche mit einem ebenso hohen Aufwand und Ressourcen-Einsatz einhergehen. Wenn Sie on- und offline professionell kommunizieren und überzeugend auftreten wollen, müssen Sie dafür die finanziellen und personellen Ressourcen bereitstellen. Machen Sie sich diesen Zusammenhang zwischen Erwartung und Einsatz bitte immer wieder klar.
  3. Kennen Sie Ihre Netzwerkpartner? - Nein, hier steht ganz bewusst nicht der fast schon inflationär verwendete Begriff der Zielgruppe. Denn dieser vermittelt vielen Unternehmen den Eindruck, es ginge um eine Einweg-Kommunikation, bei der sie potenzielle Kunden nur mit genug Inhalten versorgen müssen. Doch das ist nicht der Fall. Ernsthafte und professionelle Kommunikation besteht - nicht nur in den Social Media - aus Austausch und Interaktion. Das muss nicht in konkreten Dialogen stattfinden, doch Ihre Netzwerkpartner werden Feedback geben. Die Frage ist nur, wo und wann. Wenn Ihnen das klar ist, kommen Sie Ihrer Kanalwahl schon deutlich näher.
  4. Kennen Sie Ihre Inhalte? - Haben Sie Ihre Botschaft und Ihren Anspruch - und damit bitte auch die verfügbaren Ressourcen - festgelegt, sollten Sie sich die Frage nach Ihren Inhalten stellen. Viele Unternehmen verfolgen den Ansatz, Inhalte erst nach Auswahl der Kanäle zu konzipieren. Doch das ist aus meiner Sicht die falsche Reihenfolge. Ihre Inhalte sollten sich aus Ihrer Botschaft, Ihren Themen, Ihrer Arbeit und den Bedürfnissen Ihrer Netzwerkpartner ergeben. All diese Faktoren bestimmen maßgeblich darüber, welche Inhalte Sie kommunizieren können und sollten. Erst wenn diese Content-Basis existiert, sollten Sie die verfügbaren und sinnvollen Inhalte an die verschiedenen Kanäle anpassen. Das erleichtert Ihnen nicht nur die Kommunikation, sondern stellt auch sicher, dass hervorragende Qualität bieten.
  5. Kennen Sie alle Vorbehalte? - Haben Sie alle Schritte bisher ernsthaft umgesetzt und bearbeitet, verfügen Sie über fast alle Informationen für Ihre Kanalwahl. Bevor Sie sich jedoch an die konkrete Auswahl machen, sollten Sie sich noch mit den im Unternehmen vorhandenen Vorbehalten gegenüber bestimmten Kanälen befassen. Es ist erstaunlich, wie viele Missverständnisse, Vorurteile und Zweifel im Bezug auf einzelne Netzwerke oft vorhanden sind. Ignorieren Sie die Bedenken Ihrer relevanten Mitarbeiter kann Sie das teuer zu stehen kommen. Denn zweifelnde Mitarbeiter werden sich nie so aktiv einbringen und engagieren wie überzeugte. Es ist daher in Ihrem Interesse, Bedenken und Vorbehalte ernst zu nehmen und im Vorfeld zu adressieren.
  6. Kennen Sie Ihre Kanäle? - Wenn Sie alle fünf Schritte ernsthaft durchlaufen haben, ist die Kanalauswahl vermutlich bereits abgeschlossen. Auf Grundlage der gesammelten Informationen, Erkenntnisse und Entscheidungen sollte dann klar sein, welche (on- und offline) Kanäle und sozialen Netzwerke zum Unternehmen passen und welche aktuell nicht interessant sind. Dann geht es „nur“ noch um die konkrete Gestaltung der Kommunikation und die Entscheidung, welche Kanäle wann eingeführt und genutzt werden. Natürlich sind beide Punkte in der Praxis umfangreich und mit einer weiteren Strategieentwicklung verbunden. Doch diese setzt auf dem bereits durchlaufenen Prozess auf.

Dieser Prozess ist bewusst allgemein gehalten. Die Anpassung an Ihre individuellen Anforderungen und Bedürfnisse liegt daher ganz in Ihrer Verantwortung. Manche Unternehmen wählen daher den Weg, sich auf einen einzigen Kanal zu konzentrieren. Die Vorteile einer Ein-Kanal-Strategie liegen dabei - scheinbar - auf der Hand. Durch die Konzentration auf einen einzigen Kanal können Ressourcen gezielt eingesetzt werden, die Entwicklung einer Kommunikationsstrategie wird deutlich vereinfacht und die Mitarbeiter müssen sich nur mit den Besonderheiten eines Netzwerks auseinandersetzen. Auch die notwendigen Schulungen lassen sich deutlich einfacher gestalten.

Doch der Schein trügt. Die genannten Vorteile sind zwar nicht von der Hand zu weisen, doch die Nachteile überwiegen bei weitem. Sie lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Bei der Nutzung eines einzigen Kanals sind Unternehmen vollständig den Regeln des gewählten Netzwerks unterworfen.
  • Unternehmen müssen auf die Veränderungen im Netzwerk möglichst zeitnah reagieren. Jede Verzögerung kann Reichweite und Geld kosten.
  • Fans und Kunden außerhalb des gewählten Netzwerks werden nicht oder nur schwer erreicht.
  • Wird die Nutzung des Netzwerks eines Tages kostenpflichtig, haben Unternehmen nur die Wahl, ihre Investitionen aufzugeben oder zu zahlen.
  • Inhalte und Themen, die vom Betreiber des Netzwerks nicht gewünscht sind, können nicht kommuniziert oder angesprochen werden.
  • Das Unternehmen gibt die Kontrolle über die eigenen Inhalte auf. Der Betreiber des Netzwerks alleine entscheidet darüber, welche Inhalte gelöscht werden.
  • Kampagnen, Aktionen und Gewinnspiele können nur nach den Regeln des Netzwerks umgesetzt werden.
  • Die Sichtbarkeit der erstellten Inhalte in der Google-Suche ist - je nach gewähltem Netzwerk - sehr eingeschränkt.
  • Eine langfristige Planung oder Gestaltung ist nur bedingt möglich, da künftige Änderungen des Netzwerks nicht absehbar sind.

Alle genannten Nachteile zeigen, dass sich Unternehmen mit der Konzentration auf ein einziges Netzwerk völlig von den Entscheidungen des Netzwerk-Betreibers abhängig machen. Der Einsatz mehrerer Netzwerke sorgt dagegen für eine gewisse Unabhängigkeit und bietet den Unternehmen mehr Gestaltungsspielraum in der Kommunikation. Eine eigenes Corporate Blog kann und sollte bei einer Mehr-Kanal-Strategie das Zentrum sein, da hier die größte Flexibilität und Unabhängigkeit gewährleistet ist.

Konkurrenzbeobachtung: Lernen Sie von anderen

Ollyy/shutterstock.comWir fordern Sie nicht dazu auf, die Kommunikation konkurrierender Unternehmen zu kopieren. Doch es ist kein Problem, wenn Sie sich deren Aktivitäten genauer anschauen und sich von erfolgreichen Konzepten inspirieren und zu neuen Ansätzen anregen lassen. Auch in anderen Arbeits- und Geschäftsbereichen erfinden Sie das Rad nicht jeden Tag neu und nutzen erfolgreiche Unternehmen und Projekte als Vorbild. Warum sollten Sie es bei der Kommunikation anders handhaben?

Die Idee der aktiven und systematischen Konkurrenzbeobachtung ist natürlich nicht neu, doch die Kollegen vom Social Media Examiner haben in einem Artikel hervorragende Tools zusammengestellt, mit denen der Prozess in den Social Media deutlich vereinfacht wird. Diese Tools stellen wir Ihnen - kombiniert mit Strategien und Tipps - im Folgenden vor.

Die Veränderung von Zahlen lässt sich auf Facebook besonders leicht nachverfolgen. Nutzen Sie einfach den Bereich „Seiten im Auge behalten“ im Administrationsbereich Ihrer Fanpage. Auffällige oder kontinuierlich positive Veränderungen bei bestimmten Seiten sollten Sie dann zu einem genaueren Blick veranlassen. Wollen Sie Ihre eigenen Aufritte mit denen Ihrer Konkurrenten vergleichen, ist Wildfire das Tools der Wahl. Unter dem Titel „Who is winning in social“ haben Sie die Möglichkeit, Google+, Facebook und Twitter-Accounts miteinander zu vergleichen und so einen ersten Eindruck von Ihrem Stand zu erhalten. Rival IQ bietet Ihnen eine ähnliche Funktionalität, liefert jedoch etwas detailliertere Daten.

Engagement, Interaktion und Inhalte Ihrer Konkurrenten lassen sich mit den bisher genannten Tools jedoch nicht ohne weiteres erfassen. Hier setzen die Kollegen vom Social Media Examiner ganz auf die Funktionen von Simply Measured. Eine nachvollziehbare Wahl, bietet der Dienst doch eine Fülle an Optionen:

  • Facebook Competitive Analysis Report zur Analyse mehrerer Facebook-Fanpages und deren Inhalten
  • Twitter Customer Service Analysis Report der ähnlich detaillierte Daten und Fakten zu Tweets und Twitter-Konten abbildet
  • Google+ Page Reports die Aktivitäten, Inhalten und Interaktion verschiedener Google+-Seiten erfassen und übersichtlich darstellen
  • Instagram User Reports bieten die Analyse verschiedener Instagram Accounts und deren Aktivität

Aus eigener Erfahrung können wir Ihnen - zumindest für Twitter - auch den Einsatz von Social Bro empfehlen. Das Tools liefert detaillierte und umfassende Daten und Zahlen zu Ihrem eigenen und konkurrierenden Twitter-Accounts und kann Ihnen bei der Planung Ihrer Kommunikation gute Dienste leisten.

Auch mit den besten Tools können Sie jedoch nicht alle Aspekte der Konkurrenzbeobachtung und -analyse automatisieren oder über Dienste abwickeln. Die Analyse der optischen Gestaltung verschiedener Seiten oder der entsprechenden Titel- und Profilbilder erfordert nach wie vor Zeit und Engagement von erfahrenen Mitarbeitern. Das gilt auch für die gründliche Prüfung von Blogs, Webseiten und Profilen im Blick auf die verwendeten Links, deren Platzierung und des eingesetzten Wordings.

Weitere Aspekte, die sich nur durch die Analyse von Mitarbeitern bearbeiten lassen und nicht von Tools übernommen werden können, sind...

  • … der verwendete Sprachstil eines Blogs.
  • … der Umgangston zwischen Moderatoren und Community.
  • … das Kommentarklima auf Blogs und Seiten.
  • … die Themenauswahl und daraus erkennbare Schwerpunkte.
  • … die Unterschiede zwischen den verschiedenen Autoren eines Corporate Blogs.
  • … der Grad der Personalisierung der jeweiligen Unternehmenskommunikation.
  • … die kommunikative Experimentierbereitschaft der verschiedenen Unternehmen.
  • … die Analyse der grundlegenden Kommunikationsstrategie.

Erfahrene Mitarbeiter, zeitliche Ressourcen und strategisches Vorgehen können die vorgestellten Tools bei der Konkurrenzbeobachtung natürlich nicht ersetzen. Werden sie jedoch sinnvoll und systematisch eingesetzt, können sie den Prozess und das aktive Monitoring deutlich vereinfachen und Ihren Mitarbeitern neue Optionen bieten.

Social Media Guidelines als Orientierungshilfe

Dusit/ShutterstockSocial Media Guidelines werden in vielen Unternehmen ähnlich behandelt, wie die Regeln zum Verhalten im Brandfall: Sie sind notwendig, werden hin und wieder ins Gedächtnis gerufen und auch mal aktualisiert, insgesamt jedoch als notwendiges Übel gesehen. Das ist jedoch in beiden Fällen ein fataler Fehler. Während die Konsequenzen bei der Regeln für das Verhalten im Brandfall hoffentlich nie eintreten, sieht das bei Social Media Guidelines schon etwas anders aus. Ihre Auswirkungen sind in der Regel in der täglichen Unternehmenskommunikation spürbar - positiv wie negativ. Denn Social Media Guidelines können Sicherheit und Orientierung geben oder Kommunikation und Kreativität bremsen.

Letzteres ist leider in vielen Unternehmen zu beobachten. Aus Unkenntnis der Social Media - und der damit verbundenen Skepsis oder Angst - werden Social Media Guidelines viel zu eng und scharf formuliert. Doch übertriebene Regelungen - wie beispielsweise der Verbot der Nutzung sozialer Netzwerke während der Arbeitszeit - können die Motivation der Mitarbeiter spürbar dämpfen.

Noch schlimmer können jedoch die Auswirkungen auf das Social Media Team sein. Wird den Mitarbeitern durch zu scharfe Social Media Guidelines ein enges Korsett angelegt, sind die Auswirkungen oft fatal, denn...

  • ... die Motivation der Mitarbeiter leidet darunter.
  • ... Kreativität und Ideen werden ausgebremst.
  • ... spontane Antworten - die gerade in den Social Media wichtig sind - werden unmöglich gemacht.
  • ... ständige Verbote führen langsam aber sicher zu wachsender Frustration.
  • ... neue Konzepte und Vorschläge werden im Keim erstickt oder gar nicht erst eingebracht.
  • ... die Kommunikation wird eintönig und für Fans uninteressant.
  • ... neue Formate können nicht ausprobiert werden.

Zu restriktive Social Media Guidelines können eine bis dato erfolgreiche Unternehmenskommunikation daher wunderbar ausbremsen und sabotieren.

Orientierung statt Verboten

Das bedeutet natürlich nicht, dass Unternehmen Ihren Mitarbeitern komplett freie Hand lassen und auf Social Media Guidelines verzichten sollen. Erstens sind gewisse Richtlinien notwendig, damit die Unternehmenskommunikation konsistent und für Fans nachvollziehbar ist und bleibt.

Zweitens dienen Social Media Guidelines - richtig formuliert - als Orientierung. Das gilt sowohl für die Mitarbeiter des Social Media Teams, als auch für „normale“ Mitarbeiter, die mit der Kommunikation nichts zu tun haben, sich jedoch privat in den sozialen Netzwerken bewegen. Ein Beispiel für gute gemachte Social Media Guidelines sehen Sie im untenstehenden Video der Linde Group.

Aus der Art der Präsentation und der Formulierung der Guidelines in diesem Beispiel lassen sich einige generelle Regeln ableiten:

  • Formulieren Sie Social Media Guidelines immer als Empfehlung oder Richtlinie, nicht als Verbot.
  • Nutzen Sie die vorhandenen Fähigkeiten und Kompetenzen der Mitarbeiter und appellieren sie an deren Verantwortungsbewusstsein.
  • Geben Sie konkrete und praxisnahe Tipps für das Verhalten in den Social Media.
  • Vermitteln Sie die Guidelines über nachvollziehbare und eindeutige Beispiele aus dem Alltag der Mitarbeiter.
  • Wählen Sie eine ansprechende und unterhaltsame Präsentationsform.
  • Erläutern Sie Sinn und Zielsetzung der Guidelines.
  • Machen Sie die Bedeutung und Wirkung eines jeden einzelnen Mitarbeiters als Unternehmensbotschafter deutlich.
  • Vermitteln Sie, dass Sie Ihren Mitarbeitern vertrauen und durch die Social Media Guidelines lediglich unterstützen wollen.

Social Media Guidelines müssen gelebt werden

Ihre Social Media Guidelines sind fertig formuliert und kommen bei den Mitarbeitern gut an? Herzlichen Glückwunsch! Damit das jedoch so bleibt und die Guidelines wirklich Sicherheit und Orientierung geben können, müssen diese auch gelebt werden.

Was wie eine hohle Phrase klingt, bedeutet in der Praxis: Geschäftsleitung und Führungskräfte müssen sich ebenfalls an die Guidelines halten und Mitarbeiter ihre Unterstützung spüren lassen. Nur wenn die Mitarbeiter des Social Media Teams beispielsweise wissen, dass ihr Vorgesetzter hinter ihnen steht, werden Sie sich auch an spontane Reaktionen und neue Format herantrauen.

Und nur wenn sich Mitarbeiter generell ernst genommen und unterstützt fühlen, werden sie positiv über das Unternehmen sprechen und darauf achten, dem Image des Unternehmens nicht zu schaden. Schlussendlich hängt die Wirkung der Social Media Guidelines also von zwei Faktoren ab, die immer eine zentrale Rolle spielen: Dem Führungsstil der Unternehmensleitung und deren Umgang mit den Mitarbeitern.

Die perfekten Bild Formate für Social Media

Gustavo Frazao by shutterstock.comNeben einigen anderen Aspekten haben Blogs und soziale Netzwerke vor allem eines gemeinsam: Reine Textwüsten kommen bei Lesern, Kunden und Fans nicht gut an. Videos und Bilder lockern Beiträge nicht nur auf, sondern bieten Mehrwert in Form zusätzlicher Informationen, ergänzender Hinweise und optisch ansprechender Akzente. Der Facebook-Algorithmus bevorzugt Bilder nach der letzten Änderung zwar nicht mehr so stark wie in der Vergangenheit, dennoch erreichen auf die Zielgruppe abgestimmte reine Bild-Beiträge nach wie vor enorme Reichweite und Sichtbarkeit. Auch auf Twitter und Google+ sind Bilder wichtig und sogar in den Business-Netzwerken Xing und LinkedIn sind sie von Bedeutung. Wir haben heute die Übersicht der Bildformate für die wichtigsten sozialen Netzwerke in unserer Übersicht zusammengetragen.

ie passenden Maße für die verschiedenen Netzwerke sind auf den ersten Blick vor allem wichtig, um die Wirkung der Bilder optimal steuern und planen zu können. Die exakte Anpassung sollte jedoch nicht mit den Maßen enden. Die Auswahl der Motive, der passende Schriftzug und die individuell optimale Schriftart sind hier ebenso entscheidend wie der - leider oft vernachlässigte - Inhalt der Bilder.

Idealerweise stimmen Sie Ihre Bilder zudem inhaltlich und stilistisch auf Ihre restlichen Beiträge ab und machen so Ihre Botschaft und den roten Faden Ihrer Kommunikation erkennbar. In den Business Netzwerken Xing und LinkedIn sind Bilder ein wichtiger Teil des Personal Brandings und tragen deutlich zur Wirkung Ihres Profils und Ihrer Positionierung bei.

Es lohnt sich daher Zeit und/oder Geld in qualitativ gute Bilder zu investieren. Wollen Sie sich von den klassischen - und oft überstrapazierten - Stock-Motiven abheben, kann es sinnvoll sein, Ihre Bilder selbst zu schießen oder zu erstellen. Kaufen Sie Bilder jedoch ein, sollten Sie unbedingt auf die Lizenz und den nötigen Urheberrechtsnachweis achten.

Maße für Facebook

Wenn Sie Facebook mit all seinen Beitrags- und Werbeformaten sinnvoll nutzen wollen, müssen Sie mit verschiedenen Bildgrößen und -maßen arbeiten. Bei Kollege Thomas Hutter haben wir die dazu passende Infografik gefunden, die eine Übersicht der Facebook-Bildgrößen für die verschiedenen Ansichten und Formate bietet. Wer intensiv mit Facebook arbeitet, sollte sich diese unbedingt bookmarken.

Kommunikation durch Bilder: Entwickeln Sie Ihren Stil

Quelle: shutterstock/Robert KneschkeIm Lauf der Zeit sollten Sie durch die Wahl der Motive, der Farben und grafischer Elemente Ihren eigenen, unverkennbaren Bildstil entwickeln. Dieser Stil bringt einen Vorteil mit sich, der oft übersehen wird, in der Praxis jedoch spürbar ist: Sie können Ihre Bilder schneller auswählen und einfacher nutzen.

Haben Sie Ihren Stil entwickelt, sollten Sie auch Vorlagen entwerfen, mit denen Sie Ihre Bilder schnell und problemlos in den sozialen Netzwerken, Ihrem Blog und anderen Plattformen einsetzen können.

Wichtig: Achten Sie darauf, dass die Lizenz eine direkte Nutzung in den sozialen Netzwerken auch zulässt. Das ist leider nicht bei allen Portalen gegeben. Ist ein Einsatz durch die Lizenz jedoch abgedeckt, wird Ihnen die folgende Tabelle gute Dienste leisten. Bei den Daten stützen wir uns sowohl auf eine viel beachtete Infografik, als auch auf einen Artikel von Sascha Kaiser und die Angaben der Netzwerke und Plattformen selbst.

Bei einigen Bildarten variieren die angegeben Maße zwischen den verschiedenen Quellen um wenige Pixel. In diesem Fällen haben wir uns meist für die etwas größeren Maße entschieden, da das Herunterskalieren in allen Netzwerken kein Problem darstellt. Außerdem haben wir uns - falls verfügbar - primär auf die von den Netzwerken selbst empfohlenen Maße konzentriert.

  • Facebook
    Titelbild: 851x315, Profilbild: 180x180, geteiltes Bild: 470x394, geteiltes Bild in Linkvorschau: 470x224, hervorgehobener Beitrag: 841x402, Titelbild für Veranstaltung: 714x264, Titelbild: 714x264
  • Twitter
    Titelbild: 1500x500, Profilbild: 400x400, geteiltes Bild: 506x253, Avatarbild: 48x48
  • Google+
    Titelbild: 480x270, Profilfoto: 250x250, geteiltes Bild (optimal Größe): 346x346
  • Xing
    Profilbild: 140x185, Logo: 285x70, Portfolio (klein): 190x190, Portfolio (groß): 390x390
  • LinkedIn>
    Profilbild: 200x200, Logo: 640x220
  • Instagram
    Geteilte Bilder (minimale Größe): 612x612, Geteilte Bilder (maximale Größe): 1936x1936
  • Youtube
    Kanalbild: 2560x1440, Kanalsymbol: 98x98

Beachten Sie bitte, das Youtube gerade für das Kanalsymbol den Upload im Format von 800x800 Pixeln empfiehlt. Für die Gestaltung des Kanalbildes stellt das Netzwerk sogar das passende Photoshoptemplate bereit.

Alle Angaben haben wir gründlich recherchiert, dennoch kann es natürlich - vor allem in einige Wochen - zu Abweichungen kommen. Wollen Sie Ihre Bilder optimal anpassen, sich um die Maße jedoch keine Gedanken machen, empfehlen wir Ihnen den Einsatz des Social Media Image Maker, der Ihre Bilder automatisch passend zuschneidet.

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[Bildnachweis: Rawpixel, Andresr, My Life Graphic, Ollyy, Dusit, Gustavo Frazao, Robert Kneschke by Shutterstock.com, dinozzz by 123rf.com]