Wenn es um die Personalauswahl für Social Media Abteilungen geht, herrscht bei vielen Unternehmen nach wie vor eine gewisse Ratlosigkeit. Manche Firmen greifen bei den Stellenausschreibungen auf Profile der Marketing- und PR-Abteilungen zurück und ändern diese nur minimal ab. Das ist zwar nicht optimal, führt in der Regel jedoch zu brauchbaren Stellenausschreibungen. Viele Unternehmen unterschätzen jedoch die Anforderungen, die für Social Media Abteilungen geeignete Mitarbeiter an einen Arbeitgeber stellen. Um diese nachvollziehen zu können, müssen sich Unternehmen zuerst darüber klar werden, welche Mitarbeiter überhaupt in Frage kommen.

Prinzipiell gibt es zwei Typen von Mitarbeitern, die für Social Media Teams im Unternehmenskontext in Frage kommen. Bei den einen handelt es sich um Mitarbeiter, die aus der Kommunikations- oder PR-Branche kommen und sich für die Social Media interessieren. Sie verfügen bereits über das methodische Wissen, müssen sich jedoch in die Social Media und deren Funktionsweise einarbeiten.

Bei den anderen handelt es sich um Digital Natives, die Social Media aktiv nutzen und sich für das Thema Kommunikation begeistern. Sie beherrschen die Nutzung der Social Media bereits, müssen sich allerdings in die Funktionsweise eines Unternehmens und die Anforderungen der Unternehmenskommunikation einarbeiten.

Mitarbeiter unterstützen sich gegenseitig

Aufmerksame Leser ahnen es bereits: Die beiden oben genannten Mitarbeiter-Typen können sich gegenseitig hervorragend ergänzen. Mitarbeiter aus der Kommunikations- und PR-Branche können motivierten Digital Natives dabei helfen, die Prozesse und Strukturen eines Unternehmens zu verstehen. Im Gegenzug können die Digital Natives – einige didaktische Fähigkeiten vorausgesetzt – den Kommunikations- oder PR-Mitarbeitern die Prinzipien der Social Media nahebringen. Diese gegenseitige Unterstützung kann jedoch nur dann erfolgreich sein, wenn beide Seiten bereit sind, vom Gegenüber zu lernen und sich auf neue Themen einzulassen. Doch das ist für die Arbeit in den Social Media ohnehin eine Grundvoraussetzung.

Personalsuche – intern und extern

Mitarbeiter aus Kommunikation- und PR-Abteilungen gibt es in jedem größeren Unternehmen, Digital Natives mit der Bereitschaft, sich in Unternehmensstrukturen einzubringen, eher weniger. Daher sollte die Personalsuche für die Social Media Abteilung eines Unternehmens immer zweigleisig erfolgen. Mitarbeiter mit Kommunikations- und PR-Erfahrung können im eigenen Unternehmen oder doch zumindest auf konventionellen Wegen der Stellenausschreibung gefunden werden.

Bei den Digital Natives sieht das jedoch ein wenig anders aus. Selbst diejenigen, die bereit sind, sich in Unternehmen zu engagieren, halten in den seltensten Fällen nach solchen Stellenangeboten Ausschau. Daher müssen Unternehmen diese Stellenangebote aktiv in die sozialen Netzwerke bringen und dort – mit Hilfe ihrer Fans – möglichst flächendeckend verbreiten (lassen). Mindestens ebenso wichtig: Das Stellenangebot muss von Anfang an attraktiv sein. Während Mitarbeiter, die aus dem Unternehmensumfeld kommen, vielleicht eher Wert auf Urlaubstage, Prämien-Systeme oder andere Vergünstigungen legen, setzten Digital Natives andere Schwerpunkte.

Ihnen ist oft die flexible Arbeitszeitgestaltung und eine gewisse Freiheit – auch bei der Gestaltung des Jobs – wichtig. Letzteres kollidiert natürlich oft mit den Prozessen und Strukturen der suchenden Unternehmen. Digital Natives fühlen sich dagegen auch in – für größere Unternehmen – recht flexiblen Strukturen oft eingeengt. Für eine erfolgreiche Zusammenarbeit sind daher Flexibilität und Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten notwendig.

Fazit

Um eine möglichst kompetente und effektive Social Media Abteilung aufzubauen, ist ein Mix verschiedener Mitarbeiter-Typen notwendig. Unabhängig vom professionellen Hintergrund müssen alle Mitarbeiter die Freude an der Kommunikation und am Umgang mit Menschen mitbringen. Das Interesse an den Social Media ist natürlich ebenfalls eine Grundvoraussetzung. Die Integration von Digital Natives und die Zusammenarbeit zweier so unterschiedlicher Mitarbeiter-Typen kann Unternehmen durchaus vor Herausforderungen stellen.

Doch diese müssen früher oder später ohnehin angegangen werden, da auch Young Professionals immer häufiger ähnliche Anforderungen an Unternehmen stellen. Die Entwicklung hin zu flexibleren Arbeitszeiten und offeneren Unternehmensstrukturen ist daher nur eine Frage der Zeit und hat vielerorts bereits begonnen. Für die Mitarbeitersuche ist diese Entwicklung – gerade im Hinblick auf Social Media Abteilungen – definitiv notwendig.