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Gleiche Arbeit, gleiche Bezahlung. Eine schöne Vorstellung, aber weit von der Realität entfernt. Frauen wissen das nur allzu gut. Viele andere aber auch. Oft genug hängt das Gehalt eben nicht nur von der Leistung ab, sondern auch vom Geschlecht, vom Nasenfaktor, von der Gunst des Chefs, vom Verhandlungsgeschick und einigem mehr. Trotzdem ist die Frage berechtigt: Würden Teams besser arbeiten, wenn alle gleich viel verdienen? Forscher sind der Frage nachgegangen...

Gleichheit oder Fairness?

Adam Grant, Professor an der Wharton Business School hat das zumindest für Baseball-Teams im Zeitraum von 1991 bis 1997 untersucht. Resultat: Je gleicher die Gehälter der Spieler, desto mehr Spiele gewannen sie auch.

Die Erklärung ist recht simpel: In solchen Teams gibt es keine Superstars, alle ziehen am selben Strang und wissen auch, dass sie ihren Anteil beitragen müssen.

Doch wer jetzt meint, das sei das ultimative Argument für ein Einheitsgehalt, irrt.

Grant untersuchte das Ganze nämlich auch für Basketball-Teams. Und siehe da: Hier war es genau umgekehrt - je ungleicher die Gehälter, desto erfolgreicher die Mannschaft.

Also wurden noch weitere Studien ausgewertet. Und deren Quintessenz ist: Nicht die Ungleichheit wirkt motivierend, sondern die gefühlte Fairness. Leisten alle denselben Beitrag, sollten natürlich auch alle gleich bezahlt werden. Gibt es aber erklärbare und erkennbare Unterschiede bei Leistung und Verantwortung, so können auch die Gehälter unterschiedliche Niveaus aufweisen.

Was bedeutet das für Unternehmen?

Pressmaster/shutterstock.comDie Erkenntnis lässt sich von Sportmannschaften in den Berufsalltag übertragen, auch hier ist die Bezahlung innerhalb eines Teams nur selten gleich, was bei dem ein oder anderen Kollegen zu Unmut führen kann. Die Studien von Adam Grant zeigen jedoch, dass Arbeitgeber an dieser Stelle ansetzen können, um nicht nur Unzufriedenheit zu vermeiden, sondern im selben Schritt für eine größere Motivation der Mitarbeiter zu sorgen.

  1. Transparenz ist ein wichtiges Signal

    Das Gefühl einer fairen Bezahlung kann nur entstehen, wenn die Unterschiede im Gehaltsgefüge transparent gemacht werden. Dabei muss nicht gleich jeder seinen Lohnzettel öffentlich machen, doch wenn Unternehmen offen kommunizieren, welche Faktoren ein höheres Gehalt ausmachen, können Angestellte die unterschiedlichen Bezahlungen leichter nachvollziehen - und selbst darauf hinarbeiten, sich für eine Gehaltserhöhung zu qualifizieren.

  2. Leistung sollte belohnt werden

    Das Ergebnis der Studie funktioniert in beide Richtungen, denn eine faire Bezahlung bedeutet auch, dass die Leistungen eines Mitarbeiters entsprechend gewürdigt werden sollten. Entsteht das Gefühl, dass bei deutlicher Mehrleistung im Vergleich zu den Kollegen keine angemessene Bezahlung stattfindet, sinkt die Motivation des Leistungsträgers und auch seine Leistungen werden mit der Zeit nachlassen.

Was denken Sie? Sollten Teammitglieder gleich bezahlt werden? Wir freuen uns auf Ihre Antworten in den Kommentaren!

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