Soziales Engagement: Tipps für den Lebenslauf
Sich einer guten Sache verschreiben, Einsatz zeigen, um etwas Positives zu erreichen oder anderen Menschen zu helfen, denen es nicht so gut geht, wie einem selbst. Soziales Engagement ist ein wichtiger Aspekt in jeder Gesellschaft und zeigt, dass Menschen in der Lage sind, nicht nur an sich selbst zu denken, sondern auch ganz uneigennützig zu handeln. Zusätzlich ist es auch in Bewerbungen und im Berufsleben gern gesehen, wenn (potenzielle) Mitarbeiter sich sozial engagieren und ihre Energie und Zeit auch außerhalb des Unternehmens für gute Zwecke einbringen. Allerdings ist soziales Engagement allein nicht automatisch ein Vorteil, sie müssen diesen auch noch entsprechend verkaufen und rüberbringen. Genau da kann es allerdings schwierig werden, wenn das Engagement nur dem Zweck dient, einen attraktiveren Lebenslauf zu erstellen...

Soziales Engagement: Was bedeutet es, sich sozial zu engagieren?

Soziales Engagement Beispiele MöglichkeitenSoziales Engagement bedeutet in erster Linie, dass Sie sich freiwillig und ehrenamtlich für einen guten Zweck einsetzen. Im großen Rahmen umfasst soziales Engagement beispielsweise den Natur- und Tierschutz, doch jeder kann sich auch in seinem Umfeld sozial engagieren. Wie genau Sie sich dabei einbringen, kann sehr verschieden sein und hängt auch von Ihren persönlichen Möglichkeiten ab. In den meisten Fällen ist es in erster Linie Ihre Zeit, die Sie für ein soziales Engagement investieren, doch auch finanzielle Unterstützungen in Form von Spenden können als sozial motiviert angesehen werden.

Neben dem direkten Nutzen, den der Einsatz - ob privat oder durch die Arbeit bei einer wohltätigen Organisation - mitbringt, fördert soziales Engagement auch eine persönliche Entwicklung. Anderen Menschen zu helfen, über den eigenen Tellerrand hinausblicken und versuchen, wirklich etwas zu bewegen und zum Positiven zu verändern, kann den Charakter enorm stärken, bringt ein größeres Selbstbewusstsein und hilft dabei, weitere positive Charakterzüge zu stärken - Dankbarkeit, Bescheidenheit, Hilfsbereitschaft und eine größere soziale Kompetenz.

Ein weiterer Effekt: Soziales Engagement, wenn es aufrichtig und mit Leidenschaft betrieben wird, nötigt vielen Menschen großen Respekt ab. Sie opfern Ihre kostbare Freizeit, um etwas Gutes zu tun, anstatt entweder auf der faulen Haut zu liegen oder sich ausschließlich auf die eigenen Ziele und Ihren persönlichen Nutzen zu konzentrieren. Nicht jeder ist dazu bereit.

Beispiele für soziales Engagement

Soziales Engagement Beispiele Lebenslauf MöglichkeitenWie und wo Sie sich sozial engagieren wollen, dafür stehen Ihnen viele Möglichkeiten offen. Zahlreiche Organisationen freuen sich sehr über freiwillige Helfer, die tatkräftige Unterstützung mitbringen. So gibt es in wahrscheinlich jeder Stadt die Chance, sozial tätig zu werden. Sollte es Ihnen aber dennoch an der nötigen Inspiration fehlen, haben wir einige Beispiele für soziales Engagement gesammelt:

  • Mitarbeit in der Telefonseelsorge
  • Ehrenamtliche Hilfe in sozialen Einrichtungen
  • Besuche bei älteren oder kranken Menschen
  • Arbeit in der Flüchtlingshilfe
  • Mitarbeit in der Suchtberatung
  • Freiwillige Feuerwehr
  • Alltagshilfe (beispielsweise Botengänge oder auch Einkäufe erledigen)

Soziales Engagement im Lebenslauf

Soziales EngagementAuch für angehende Absolventen und Bewerber ist soziales Engagement ein großes Thema. Wer heute auf dem Arbeitsmarkt bestehen will und die Chancen auf den Traumjob verbessern will, muss alle Möglichkeiten ausschöpfen, um sein persönliches Profil so perfekt wie möglich zu gestalten.

Neben all den harten Fakten der Ausbildung und fachlichen Qualifikationen gehören dazu auch Persönlichkeit, Soft Skills und eben all die Dinge, für die man sich neben seinem Job noch einsetzt und engagiert.

Kaum ein Lebenslauf erreicht die Personalabteilungen, in dem nicht die ein oder andere soziale Station vorhanden ist. Einen Sprachkurs im Ausland geben, bei der Essensausgabe an Bedürftige helfen oder andere soziale Einrichtungen unterstützen.

Die Haltung ist deutlich: Wer in seinem Lebenslauf kein soziales Engagement vorweisen kann, schneidet sich damit ins eigene Fleisch und überlässt anderen die begehrte Stelle, die fleißiger waren.

Daraus entwickeln sich aber eine schwierige Einstellung: Ich MUSS mich sozial engagieren. Der eigentliche Grund - Gutes zu tun, anderen zu helfen und selbst daran zu wachsen - rutscht dabei immer weiter in den Hintergrund. Im Vordergrund steht stattdessen das Konkurrenzdenken. Was haben andere gemacht? Wo muss ich mich engagieren, um mithalten zu können? Ob Schüler, Student oder Auszubildender: Jeder hat ein soziales Engagement, das im Lebenslauf einen guten Eindruck machen soll.

Verstehen Sie das bitte nicht falsch: Es spricht nichts dagegen, die berufliche Entwicklung als Ansporn zu nehmen, sozial tätig zu werden. Oftmals wird schließlich genau das vorausgesetzt und Personaler sehen ein solches Engagement in den meisten Fällen positiv. Dennoch ist es wichtig, dass Sie hinter dem stehen, wofür Sie sich und Ihre Zeit einbringen. Wer nur seinen Lebenslauf pimpen will, kommt damit meist nicht weit.

So punkten Sie mit sozialem Engagement

Zunächst einmal: Ja, soziales Engagement kann sich in der Bewerbung positiv bemerkbar machen und einem Personaler durchaus auffallen. Im besten Fall unterstreicht Ihr Einsatz einige wünschenswerte Eigenschaften, die von Ihnen erwartet und im Job benötigt werden. Waren Sie beispielsweise für eine Zeit ehrenamtlich im Ausland tätig, kann dies eine große Selbstständigkeit, interkulturelle Kompetenz, Sprachfähigkeiten, Hilfsbereitschaft oder auch Empathie bescheinigen.

Auf der anderen Seite wissen Personaler aber auch sehr genau, dass viele Bewerber mit sozialem Engagement hauptsächlich ihren Lebenslauf optimieren wollen. Persönliche Entwicklung, wahre Motivation für ein Thema oder auch nur einen sozialen Gedanken sucht man in diesen Fällen vergebens.

Es wäre deshalb ein großer Fehler soziales Engagement als Selbstläufer anzusehen. Motto: Ein paar Stündchen investieren, rein in den Lebenslauf und fertig. Geübte Personaler erkennen solche Tricks sofort und spätestens wenn im Vorstellungsgespräch das Thema angesprochen wird, kommen Bewerber ins Straucheln und ringen nach Antworten.

Die folgenden Tipps helfen Ihnen dabei, Ihr soziales Engagement richtig zu nutzen und auch in der Bewerbung davon zu profitieren.

  • Bleiben Sie unbedingt ehrlich

    Bei all dem Optimierungswahn vergisst so mancher Bewerber einen Grundsatz: Ehrlichkeit! Der Lebenslauf wird immer weiter ausgeschmückt und beim sozialen Engagement wird gerne auch mal etwas übertrieben oder gar hinzugefügt. Lassen Sie sich nicht dazu hinreißen, sondern bleiben Sie bei der Wahrheit.

    Fliegen solche falschen Angaben im Lebenslauf auf, sind Sie sofort aus dem Rennen um den Job oder es droht später möglicherweise sogar eine Kündigung.


  • Achten Sie auf die Dauer des sozialen Engagements

    Sie haben sich zwei Wochen lang sozial engagiert? Oder eine Woche, bevor Sie Ihre Bewerbung geschrieben haben, mit dem sozialen Engagement angefangen? Dann sollten Sie sich gut überlegen, ob Sie diese Punkte in Ihrer Bewerbung wirklich erwähnen. Wichtig sind vielmehr langfristige Projekte und Beteiligungen,
    die über Monate oder vielleicht sogar Jahre andauern.

    Für Personaler und den Job kommt es darauf an, was Sie durch Ihr soziales Engagement gelernt haben und wie sich Ihre Persönlichkeit entwickelt hat. In solch einer kurzen Zeitspanne von einer oder zwei Wochen findet keine große Entwicklung statt, vielmehr entsteht der Eindruck, Sie würden versuchen, Ihren Lebenslauf zu füllen.


  • Bereiten Sie sich auf Fragen von Personalern vor

    Warum haben Sie sich ausgerechnet dieses soziale Engagement ausgesucht? Was hat es für Sie persönlich für eine Bedeutung? Was konnten Sie aus dieser Zeit mitnehmen? Wenn Sie Ihre sozialen Tätigkeiten angeben, sollten Sie darauf gefasst sein, dass Personaler im Vorstellungsgespräch darauf eingehen und auch ein bisschen tiefer bohren.

    Hier zeigt sich dann auch, ob Sie wirklich hinter Ihrem Engagement stehen und dieses mit Begeisterung und Leidenschaft ausüben. Überlegen Sie sich deshalb bereits im Vorfeld zum Gespräch eine passende Antwort, mit der Sie den Personaler überzeugen können und vielleicht gleich einen Bezug herstellen, warum ihr soziales Engagement auch Vorteile für den Job hat.


  • Nicht zu ausführlich werden

    Durch soziales Engagement kann die ein oder andere Schwäche im Lebenslauf kaschiert oder ein Stück weit ausgeglichen werden. Allein auf dem sozialen Einsatz kann und sollte jedoch keine gesamte Bewerbung aufgebaut werden. Rücken Sie deshalb ihr Engagement nicht zu sehr in den Mittelpunkt.

    Behandeln Sie Ihr soziales Engagement lieber als eine Art Zusatz, der Sie von anderen Kandidaten unterscheiden und abheben kann. Dennoch sollte der Fokus der Bewerbung auf Ihrer Qualifikation und Motivation liegen.

[Bildnachweis: Photographee.eu, YAKOBCHUK VIACHESLAV by Shutterstock.com]

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