Wenn Sie auf einer Party schnell herausfinden wollen, wer Sie sympathisch findet und ein guter Freund werden könnte, erzählen Sie einfach Ihren Lieblingswitz. Das ist übrigens keiner, sondern eine Erkenntnis aus der Sympathieforschung. Wer ebenso herzlich wie herzhaft über diesen Spaß lachen kann, ist Ihnen subjektiv sehr ähnlich. Und das ist entscheidend dafür, ob wir jemanden mögen oder nicht.

Ursache dafür sind die sogenannten Spiegelneuronen. Entdeckt haben sie 1996 die beiden Forscher Vittorio Gallese und Giacomo Rizzolatti von der Universität Parma. Damals untersuchten sie die Hirnströme von Makaken, während diese mit Gegenständen hantierten. Dabei stellten sie fest, dass deren Nervenzellen schon Signale abfeuerten, als der Versuchsleiter die Gegenstände in die Hand nahm, um sie ihnen zu geben. Eine Art Vorfreude, wobei das Gehirn genauso aktiv wurde wie beim eigentlichen Spielen.

Als sie ihre Untersuchungen ausweiteten, stellte sich heraus, dass Spielzeug gar nicht nötig war: Es genügte schon der Anblick eines fuchtelnden Artgenossen, damit ihre grauen Zellen genauso in Rage gerieten als würden sie selbst spielen. Dasselbe passierte bei Drohgebärden, Wut oder Schmerz. Inzwischen ist klar, dass es bei Menschen ähnliche Nervenzellen gibt – die Spiegelneuronen eben –, die zugleich eine Art biologische Basis für Sympathien bilden: Sobald wir jemanden beobachten, der dieselben Verhaltensmuster zeigt, wie sie unser Gehirn für uns gespeichert hat, feuern diese Neuronen. Es entsteht die sprichwörtliche gemeinsame Wellenlänge. Und wir erkennen, ob jemand dieselben Gefühle teilt, uns versteht, ähnlich oder kurz: sympathisch ist.