Angenommen, Maximilian ist ziemlich intelligent, Dorothee sogar noch cleverer und beide arbeiten in einem Projekt zusammen. Was, glauben Sie, kommt dabei heraus?

a) Die Intelligenz verdoppelt sich – also ein Spitzenergebnis.
b) Die Intelligenz halbiert sich – zwei Alphas blockieren sich nur gegenseitig.
c) Die beiden überflügeln sich mit Ideen – aber nichts wird umgesetzt.

Die richtige Antwort lautet: nichts davon. Wie jetzt eine neue Studie von der Psychologin Anita Williams Woolley von der Carnegie Mellon Universität, Patrick J. McGovern, Management-Professor an der MIT Sloan School of Management und den Co-Autoren Thomas W. Malone sowie dem Psychologen Christopher Chabris vom Union College in New York zeigt, ist Intelligenz für Team- und Projektarbeiten überhaupt nicht entscheidend. Der wesentlichere Faktor ist, wie gut die Gruppe zusammenarbeitet.

Die Wissenschaftler unterteilten dazu ihre 700 Probanden in Teams zu jeweils fünf Mitgliedern und ließen sie diverse Aufgaben lösen – angefangen bei Brainstormings, Verhandlungen, Textaufgaben, Logikrätseln, bis hin zu Fragen wie: “Was kann man mit einem Backstein machen?” Dabei fanden McGovern und sein Team heraus, dass die Intelligenz der Teammitglieder (die sie natürlich ebenfalls vorher testeten) kein allzu guter Indikator für das spätere Ergebnis war, im Gegenteil: Am besten schnitten jene Gruppen ab, deren Mitglieder sozial sensibel waren und sprichwörtlich miteinander arbeiteten. Interessanterweise waren das auch jene Teams, die einen besonders hohen Frauenanteil aufwiesen. Sorry, Jungs!

Teamwork ohne Alphatiere

Mehr noch: Gruppen, in denen eine Person besonders dominant war, zeigten eine deutlich geringere kollektive Intelligenz und die gegenseitige Inspiration wurde massiv gestört. Nicht unbedingt das, was Chefs in der Regel denken…

Wenn Sie also das nächste Mal nach einem Rezept für das optimale Team suchen, suchen Sie nicht in erster Linie nach Intelligenzbestien! Versuchen Sie lieber etwas mehr Herz zum Hirn hinzuzufügen sowie sozial intelligente Menschen. – Und vielleicht ein paar Leute, die wissen, was man mit einem Backstein macht!