Die Studie ist wirklich faszinierend. Als versierter Leser der Karrierebibel kennen Sie bereits all die zahlreichen Psychoeffekte, die dazu führen, dass wir so ganz anders ticken, als wir hoffen und wollen. Oder anders formuliert: Wir lassen uns ständig kognitiv beeinflussen, ohne es zu merken. In der Psychologie werden solche Denkfehler auch Biases genannt. Doch was glauben Sie passiert, wenn wir in einer fremden Sprache denken, die nicht unsere Muttersprache ist? Boaz Keysar und ein paar seiner Kollegen von der Universität von Chicago sind der Frage nachgegangen und haben dabei festgestellt: Wer Probleme in einer Fremdsprache durchdenkt und löst, ist weniger anfällig für solche Wahrnehmungsfehler. Irre, oder?

Man sollte annehmen, dass wir unter gleichen Bedingungen dieselben intuitiven Entscheidungen treffen – unabhängig von der Sprache, in der wir denken. Doch das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Vier Experimente dazu kamen immer wieder zum selben Resultat: In unserer Muttersprache blicken wir zuweilen wie durch einen Nebelschleier, in der Fremdsprache sehen wir klar. Selbst eine gewisse Risikoaversion lässt sich dadurch reduzieren.

Die Forscher führen das darauf zurück, dass wir in der fremden Sprache eine größere kognitive und emotionale Distanz zu dem jeweiligen Problem haben und uns deshalb intellektuell weniger aufs Glatteis führen lassen. Faszinierend!

And now for something completely different…