In der globalisierten Wirtschaft von heute sind Sprachkenntnisse für viele Jobs unerlässlich. Selbst mittelständische Familienbetriebe haben häufig Kunden, Lieferanten oder gar eigene Niederlassungen im Ausland. In größeren Unternehmen kann Ihr direkter Vorgesetzter ein Niederländer, Däne oder Amerikaner sein. Deshalb werden Sprachkenntnisse oft in Stellenausschreibungen explizit verlangt. Als Bewerber tun Sie gut daran, Ihre Sprachkenntnisse in Ihren Bewerbungsunterlagen zu erwähnen. Dabei reicht es keinesfalls aus, wenn Sie einfach nur den Namen der Sprache angeben, also nur Englisch oder Spanisch. Der Empfänger will auch wissen, wie gut Sie die Sprache beherrschen.

Sprachkenntnisse Lebenslauf Vorstellungsgespraech Niveau Level

Sprachkenntnisse: Unbedingt das Niveau angeben

Eine verbindliche, allgemein gültige Norm für das Niveau der Sprachbeherrschung gibt es nicht. Meist werden allgemeine Bezeichnungen verwendet, wie Grundkenntnisse, gut, sehr gut, fließend oder verhandlungssicher.

  • Grundkenntnisse

    Das bedeutet: Sie verfügen über einen Grundwortschatz, kennen die wichtigsten Grammatikregeln und können einer einfachen Konversation folgen.

  • Gut

    Das bedeutet, dass Sie sich an einer Unterhaltung beteiligen und fremdsprachige Texte verstehen, also beispielsweise eine Zeitung lesen können.

  • Sehr gut

    Oder auch fließend bedeutet, dass Sie weitgehend fehlerfrei sprechen, anspruchsvolle Texte verstehen und sich auch über komplexe Themen flüssig unterhalten können.

  • Verhandlungssicher

    Das entspricht fast dem Niveau eines Muttersprachlers: Sie sprechen fehlerfrei, verfügen über einen umfassenden Wortschatz (auch im Fachvokabular), beherrschen idiomatische Wendungen und können sich auch in kontroversen Verhandlungen mühelos (sprachlich) behaupten.

Wenn Sie sich im Ausland bewerben, dann richten Sie sich besser nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER).

Sprachkenntnisse: Bitte möglichst konkret

Für den Personaler ist es darüber hinaus hilfreich, wenn Sie die Angabe des Sprachniveaus mit konkreten Fakten untermauern, etwa so:

Englisch gut (6 Jahre Schulunterricht, mehrere Englandaufenthalte)

oder

Englisch fließend (täglicher Gebrauch bei der Arbeit)

Auch die Erwähnung eines kürzlich absolvierten Auffrischungskurses kann nützlich sein, ebenso wie die Erlangung eines bekannten Sprachzertifikats (etwa das Cambridge Certificate oder der Töfl-Test).

Wenn Sie eine Fremdsprache gut lesen und verstehen können, aber lange nicht gesprochen oder geschrieben haben, können Sie das differenziert angeben:

Englisch: passiv sehr gut, aktiv gut

Andererseits können Sie auch betonen, dass Sie sowohl im aktiven als auch im passiven Sprachgebrauch firm sind:

Spanisch fließend in Wort und Schrift

Je präziser Sie Ihr Sprachniveau beschreiben, umso besser kann der Personaler beurteilen, ob Ihre Kenntnisse für die ausgeschriebene Stelle ausreichen. So ersparen sich beide Seiten unangenehme Überraschungen im Vorstellungsgespräch.

Extra-Tipp: Muttersprache nicht angeben

Muttersprache nicht angebenBei Bewerbern, die einen deutschen Vor- und Nachnamen tragen, also etwa Heinz Müller, die immer in Deutschland gelebt und gearbeitet haben und die sich in Deutschland bewerben, ist die Angabe "Deutsch" bei den Sprachkenntnissen in der Regel überflüssig. Der verständige Leser geht davon aus, dass ein Deutscher, der in Deutschland geboren und aufgewachsen ist, seine Muttersprache beherrscht. Und Selbstverständliches braucht man in der Bewerbungsmappe nicht zu erwähnen.

Eher ein bisschen höher stapeln

Wenn Sie nicht ganz sicher sind, welches Niveau Ihre Sprachkenntnisse zutreffend beschreibt, entscheiden Sie sich im Zweifel lieber für das höhere. Denn die anderen tun das auch. Und Sie möchten ja nicht, dass Sie mit Grundkenntnissen aussortiert werden und ein anderer Kandidat mit gut den Vorzug erhält, obwohl er die Sprache gar nicht besser spricht als Sie.

Laut der Umfrage eines Meinungsforschungsinstituts geben 16 Prozent der Bewerber bessere Sprachkenntnisse an als sie wirklich haben.

Seien Sie also nicht allzu bescheiden, aber bleiben Sie realistisch. Denn Sie müssen damit rechnen, dass ein Teil des Vorstellungsgesprächs in der Fremdsprache geführt wird. Dann sollte Ihre Sprachbeherrschung dem angegebenen Level wenigstens ansatzweise entsprechen. Wer seine Englischkenntnisse als gut bezeichnet und dann die Frage "Where did you go on your last holiday?" weder versteht noch beantworten kann, der kommt wohl kaum in die nächste Runde.

Wie viel Sprachkenntnisse braucht man?

Andererseits gibt es auch von Unternehmensseite die eine oder andere Übertreibung bei den gewünschten Fremdsprachen. Nicht immer sind die geforderten Sprachkenntnisse im Arbeitsalltag wirklich vonnöten, wie das folgende Beispiel zeigt. In der Ausschreibung eines internationalen Computerherstellers waren für die Stelle der Sekretärin des Zweigniederlassungsleiters fließende Englisch- und Französischkenntnisse gefragt.

Bewerberin:

Sie suchen ja jemanden mit fließenden Englischkenntnissen. Wozu brauche ich denn in diesem Job Englisch?

Niederlassungsleiter:

Wie bitte?

Bewerberin:

Zu welchen Gelegenheiten brauche ich meine Englischkenntnisse bei der Arbeit? Gehen Briefe oder E-Mails auf Englisch ein, oder gibt es englischsprachige Anrufer?

Niederlassungsleiter:

Ach so, ja, hmmm, Anrufe auf Englisch, das kommt schon mal vor.

Bewerberin:

Wie oft denn?

Niederlassungsleiter:

So etwa drei bis vier Mal im Jahr.

Bewerberin:

Nun ja, dann haben Sie gewiss mehr mit Französisch zu tun. Wie oft kommt das denn vor?

Niederlassungsleiter:

Eigentlich überhaupt nicht.

Wie Sie sehen, kommt es vor, dass Firmen bei den Sprachanforderungen ein wenig übertreiben. In den meisten Unternehmen wird auch nur mit Wasser gekocht. Wenn Sie sich in der gewünschten Sprache verständigen können und Ihre Bereitschaft zeigen, Ihre Sprachkenntnisse gegebenenfalls auch in Eigeninitiative auf Vordermann zu bringen, dann ist das schon eine gute Basis für eine mögliche Einstellung.

[Bildnachweis: Africa Studio by Shutterstock.com]

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