Festansprachen haben gewöhnlich launigen Charakter. Dafür bleiben viele inhaltlich gewöhnlich. Vor einigen Jahren aber hielt der Chef von Apple Computer, Steve Jobs, vor den Graduierten der Stanford Universität eine Rede, die durch die Welt ging und bis heute immer wieder im Internet zu finden ist. Die Rede ist eine Art Lebensbilanz und enormer Ansporn zugleich. Dabei erzählt Jobs darin nur drei Geschichten:

In der ersten Geschichte geht es um das Erkennen von Zusammenhängen. Jobs ist ein Adoptivkind. Als ihn seine biologische Mutter zur Adoption freigab, wollte sie, dass er später auf ein College kam und suchte die Adoptiveltern entsprechend aus. 17 Jahre später besuchte Jobs tatsächlich ein College. Doch er brach ab, er hatte keine Ahnung, was er mit meinem Leben machen wollte und sah nicht, wie ihm das Studium helfen sollte. „Für mich war dies ein furchterregender Schritt, aber im Rückblick eine meiner besten Entscheidungen“, sagt Jobs. „Denn viel von dem, was mir auf meinem Weg begegnete, erwies sich später als unbezahlbar.“ Nachdem er die normalen Lehrgänge nicht mehr besuchte, beschäftigte er sich mit Kunst. Nichts von alledem versprach einen Nutzen. Aber als er zehn Jahre später am ersten Macintosh-Computer arbeitete, erinnerte er sich daran – und baute den ersten Computer mit schönen, proportionalen Schriftsätzen. Ein Riesenerfolg. Das konnte keiner ahnen, aber im Rückblick wird es klar: „Sie müssen auf etwas vertrauen – auf Ihren Bauch, das Leben oder was immer!“

In der zweiten Geschichte geht es um Liebe und Verlust. Mit 21 gründete Jobs mit einem Partner in der Garage seiner Eltern Apple. Zehn Jahre später wurde daraus ein Konzern mit zwei Milliarden Dollar Umsatz und über 4000 Angestellten. Jobs war gerade 30, da wurde er gefeuert. Er hatte jemanden eingestellt, von dem er glaubte, dass er das Unternehmen besser führen könne. Doch es kam zum Bruch, der Vorstand stellte sich auf die Seite des Neuen, Jobs stand auf der Straße – abgestempelt als Versager. Trotzdem begann er von vorn. Er gründete zwei neue Unternehmen: NeXT und Pixar. Pixar schuf den weltweit ersten computeranimierten Spielfilm: Toy Story. NeXT wurde später von Apple übernommen, die Technologie schaffte die Basis für eine Renaissance von Apple. Jobs wurde wieder ein gefeierter Held. „Manchmal wirft einem das Leben einen Ziegelstein an den Kopf“, sagt er. Aber niemand sollte deswegen die Zuversicht verlieren. „Der einzige Weg zur Erfüllung ist eine Arbeit zu finden, die Sie wirklich lieben. Wenn Sie die noch nicht gefunden haben, suchen Sie weiter!“

In der dritten Geschichte geht es um den Tod. Vor ein paar Jahren wurde bei Jobs Krebs diagnostiziert. Angeblich unheilbar. Später stellte sich das als Irrtum heraus. Jobs wurde dabei bewusst: Der Tod ist die beste Erfindung im Leben. „Ihre Zeit ist begrenzt, also verschwenden Sie sie nicht, indem Sie anderer Leute Leben leben. Lassen Sie sich nicht von Dogmen einfangen. Lassen Sie nicht zu, dass der Lärm fremder Meinungen Ihre eigene innere Stimme übertönt.“ Und er rät dazu, seinem Herzen und seiner Eingebung zu folgen. Irgendwo habe jeder im Gespür, was er wirklich werden will. Alles andere sei zweitrangig.

Wenn Sie jetzt neugierig geworden sind – hier gibt es das Video dazu: