Städte-Ranking: Wo sich arbeiten lohnt
Andere Stadt, andere Rahmenbedingungen: Dass es sich in Kiel und Augsburg gänzlich anders lebt und arbeitet, haben diverse Städte-Rankings bereit geklärt. Was Sie noch nicht wussten: In den einzelnen Städten werden sogar die Stellenanzeigen grundverschieden ausformuliert. Während die Unternehmen hier ganz offensiv auf ihre Leistungen hinweisen, herrscht andernorts Mangel. Wir sagen Ihnen, wo Sie mit welchen Incentives rechnen können.

Städte-Ranking: Hier gibt's Incentives

Woher kennen Sie diese Sätze? „Wir bieten Ihnen ein angenehmes Arbeitsklima und eine leistungsgerechte Vergütung“. „Einen modernen Arbeitsplatz in einem hochmotivierten Team“ „Eine anspruchsvolle und abwechslungsreiche Tätigkeit in einem zukunftsorientierten Unternehmen“.

Ganz recht, aus dem Standard-Baukasten für die allgemeine deutsche Stellenanzeige. Kaum ein Jobangebot, das ohne ähnlich breitgetretene Floskel auskommt. Kreativität sieht jedenfalls anders aus. Und Aussagekraft auch.

Denn was sagen uns diese Formulierungen? Erstens: Gar nichts. Zweitens: Dass sich die meisten Unternehmen nicht einmal ansatzweise Mühe geben, Interessenten per Stellenanzeige zu ködern, mit eigenen Vorzügen aktiv zu werben.

Greifbare Leistungen gesucht

Nun hat sich auch die Recruiting-Agentur ArbeitgeberGold die Ödnis in bundesdeutschen Stellenanzeigen vorgeknöpft. Die Rekruter haben 510.000 Stellenanzeigen in Online-Jobbörsen durchforstet, um herauszufinden, wie oft Unternehmen eigentlich "greifbare Unternehmensleistungen" in ihren Stellenanzeigen kommunizieren.

Greifbare Leistungen, das sind zum Beispiel eine betriebliche Altersvorsorge, Parkplätze oder flexible Arbeitszeiten. Wolkige Wortfetzen a la „angenehmes Arbeitsklima“ und „attraktive Vergütung“ zählen nicht dazu und wurden nicht gewertet. Dann sortierten die Rekruter ihre Ergebnisse geographisch, um zu sehen, in welchen Städten die Unternehmen am konkretesten mit eigenen Leistungen um Bewerber buhlen.

And the winner is: Frankfurt. In rund 18.000 von 28.000 Frankfurter Stellenanzeigen, also fast in zwei Dritteln, wurden Incentives angepriesen. Zum Vergleich: In Karlsruhe, Wuppertal und Duisburg halten das gerade einmal 17 Prozent der bewerbersuchenden Unternehmen für nötig.

Was auffällt

  • Die Mehrzahl der Unternehmen weist in ihren Jobanzeigen nicht konkret auf Incentives hin. Verwunderlich, warum Unternehmen nicht häufiger versuchen, fähige Leute durch das Drehen an derart kleinen Stellschrauben zu ködern (vielleicht gibt es aber auch einfach keine Incentives). Hier gibt es jedenfalls viel Luft nach oben, um positiv auf sich aufmerksam machen und sich von der Konkurrenz abzuheben.
  • In den Ballungsräumen werden Leistungen vonseiten der Unternehmen besonders oft kommuniziert. Neben Frankfurt zählen dazu etwa starke Wirtschaftsstandorte wie München und Düsseldorf, aber auch eine international ausgerichtete Metropole wie Berlin.
  • Konjunkturschwache Städte bevölkern die untere Tabellenhälfte. Wuppertal, Duisburg, Osnabrück, Städte aus Ostdeutschland und dem Ruhrgebiet. Jetzt könnte man einwenden, dass die dortigen Unternehmen andere Probleme haben als an Ihren Stellenanzeigen herumzudoktern. Aber vielleicht manifestiert sich ja hier auch ein ganz grundsätzliches Problem: mangelnde Innovationskraft.

Jetzt ist natürlich auch die Aussagekraft dieses Rankings beschränkt. Nur weil die Frankfurter so forsch auf ihre Leistungen hinweisen, bedeutet nicht, dass man dort wie Gott in Frankreich arbeitet. Dennoch zeigt es durchaus regionale Diskrepanzen in der Unternehmenskultur auf.

Für Sie als Memo: Schauen Sie in Zukunft mal genauer hin - und achten Sie darauf, ob und welche Leistungen Ihnen die Unternehmen schon in der Stellenanzeige konkret offerieren.

Städte-Rangliste: Greifbare Unternehmensleistungen in Stellenanzeigen

Rang Stadt Anteil "Wir bieten" Rang Stadt Anteil "Wir bieten"
1. Frankfurt am Main 64% Hannover 24%
2. Wiesbaden 58% Dortmund 24%
3. Freiburg 51% Lübeck 24%
4. Düsseldorf 48% Jena 24%
5. München 44% 45. Cottbus 23%
Mainz 44% Hamm 23%
7. Darmstadt 42% 47. Kiel 22%
Hamburg 42% Oberhausen 22%
9. Wolfsburg 41% Essen 22%
10. Ingolstadt 39% Bonn 22%
11. Berlin 38% Bremerhaven 22%
12. Regensburg 36% Mülheim an der Ruhr 22%
13. Heilbronn 35% Heidelberg 22%
Augsburg 35% Gelsenkirchen 22%
15. Köln 34% Bergisch Gladbach 22%
16. Bremen 33% Hildesheim 22%
17. Würzburg 32% Reutlingen 22%
Kassel 32% Fürth 22%
Potsdam 32% 59. Paderborn 21%
20. Offenbach 31% Remscheid 21%
21. Stuttgart 30% Chemnitz 21%
Erlangen 30% Oldenburg 21%
23. Ulm 29% Mannheim 21%
Koblenz 29% Rostock 21%
25. Neuss 28% 65. Recklinghausen 20%
Braunschweig 28% Moers 20%
Pforzheim 28% Saarbrücken 20%
Münster 28% Mönchengladbach 20%
Bochum 28% 69. Bottrop 19%
Salzgitter 28% Trier 19%
31. Hagen 27% Siegen 19%
32. Göttingen 27% Halle (Saale) 19%
33. Bielefeld 26% 73. Leverkusen 18%
Ludwigshafen 26% Magdeburg 18%
35. Dresden 25% Erfurt 18%
Aachen 25% Leipzig 18%
Solingen 25% Osnabrück 18%
Nürnberg 25% 78. Karlsruhe 17%
39. Herne 24% Wuppertal 17%
Krefeld 24% Duisburg 17%
[Quelle: ArbeitgeberGold]
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