Status und Macht sind nicht dasselbe
Es gibt verschiedene Faktoren, die das soziale Gefüge - nicht nur im Beruf, sondern auch in anderen Situationen - beeinflussen: Zwei besonders wichtige sind Status und Macht. In nahezu jeder sozialen Interaktion spielen sie eine große Rolle, auch wenn wir uns diesem Einfluss nicht immer bewusst sind: Sie entscheiden darüber, ob sich eine Person durchsetzen kann, ob andere bereit sind, ihr zu folgen und sich auf ihr Urteil zu verlassen. Status und Macht dürfen jedoch nicht über einen Kamm geschert werden, denn die Unterschiede sind größer, als man meinen mag - und damit auch die Auswirkungen in der sozialen Welt...

Status und Macht: Wo liegt der Unterschied?

Pressmaster/shutterstock.comAuf den ersten Blick sind sich die Begriffe Status und Macht ähnlich, was in erster Linie an deren Folgen liegt: Egal ob Status oder Macht, wer eins von den beiden hat, kann andere Menschen - bis zu einem gewissen Grad - beeinflussen. Besser als andere Menschen, die nicht darüber verfügen. In den Augen vieler reicht diese Gemeinsamkeit aus, um die Begriffe fälschlicherweise synonym zu verwenden.

Ausschlaggebend sind allerdings nicht die Auswirkungen, sondern die Ursachen von Status und Macht, denn hier liegt der wichtige Unterschied der zu oft unbeachtet bleibt, von Wissenschaftlern aber klar definiert wird:

Status bezeichnet den Respekt und die Wertschätzung, die einer Person von anderen entgegengebracht werden. Er beschreibt somit den Wert, den eine Person sich in einem sozialen Netzwerk erarbeitet hat und entsteht durch die Beurteilung der Außenstehenden. Soll heißen: Status kann man sich nicht selbst verleihen, sondern er wird einem von seinem Umfeld angetragen.

Genau darin unterscheidet er sich grundlegend vom Konzept der Macht. Dabei handelt es sich grundsätzlich um die Fähigkeit, seine eigenen Interessen durchzusetzen, auch wenn das Umfeld anderer Meinung ist. Dies kann auf unterschiedliche Weise entstehen, beispielsweise indem die eigenen Ziele mithilfe einer Drohung durchgesetzt werden. Macht kann jedoch auch aus dem alleinigen Zugang zu einer Ressource - beispielsweise Rohstoffen oder auch Informationen - resultieren.

Mit anderen Worten könnte man auch sagen: Status entsteht, wenn man durch seine Persönlichkeit oder seine Leistungen im Ansehen der anderen steigt. Macht kann hingegen jedem zuteil werden, ohne dass dafür eine Form des Respekts oder der Anerkennung des sozialen Umfelds oder auch der Gesellschaft nötig ist. Status muss man sich erarbeiten, Macht bekommt man manchmal geschenkt.

Aus den Unterschieden können sich so mehrere Konstellationen von Status und Macht ergeben, die alle individuelle Auswirkungen auf die sozialen Kontakte haben:

  • Macht gepaart mit Status. Wer sowohl über Macht als auch über Status verfügt, kann beide nutzen, um seinen Einfluss geltend zu machen. Entweder kann man sich auf seine Macht berufen und seine Ansichten durchsetzen oder seinen Status einbringen, um andere zu überzeugen.
  • Macht ohne Status. Fehlt der Status, kann Macht allein immer noch ausreichen, um den eigenen Willen durchzusetzen. Allerdings macht man sich dabei oft keine Freunde, da man zwar Autorität besitzt, die anderen aber nur kontrolliert.
  • Status ohne Macht. Auch ohne Macht kann man als Führungsperson fungieren, wenn der Status, also der Respekt und das Ansehen im sozialen Umfeld, stimmen.

Natürlich gibt es auch den Fall, dass weder Macht noch Status vorhanden sind. Dies muss allerdings nicht so bleiben, denn mit dem nötigen Einsatz können Sie sich Ihren Status erarbeiten. Gleiches gilt natürlich auch, wenn die Macht vorhanden ist, denn Status macht einen großen Unterschied bei der Wahrnehmung einer Person. Wer seine Macht ausübt, ohne über Status zu verfügen, wird von anderen oft als egoistisch, eigensinnig oder schlichtweg unangenehm empfunden.

Die Reaktionen darauf sind meist ähnlich: Will jemand, den wir nicht respektieren, uns sagen, was wir zu tun haben, reagieren wir mit Abneigung und geringschätzigem Verhalten. Das Problem: Es handelt sich hierbei um einen Teufelskreis. Forscher an der Universität von North Carolina fanden heraus, dass Personen mit Macht diese häufiger und drastischer ausnutzen, wenn sie von anderen nicht geschätzt werden - ihnen also der Status fehlt.

Dabei muss es gar nicht so schwer sein, sich einen Status zu erarbeiten. Mit diesen drei einfachen Wegen zum Beispiel:

Erarbeiten Sie sich einen Status: So klappt's

  1. Zeigen Sie Ihr Wissen

    Gerade im Beruf können Sie sich mit einem großen Fachwissen die Anerkennung der Kollegen, der Kunden oder auch des Chefs erarbeiten. Mit entsprechender Kompetenz erhalten Sie schnell einen Status und man weiß, dass man mit Fragen oder Problemen immer zu Ihnen kommen kann, um eine qualifizierte Antwort zu erhalten.

  2. Bringen Sie sich ein

    Den Respekt und die Anerkennung der Mitmenschen können Sie sich durch harte Arbeit verdienen. Wer sich immer voll rein hängt, sein Bestes gibt und die anderen mit seiner Motivation ansteckt, wird von diesen auch genau dafür schätzt.

  3. Helfen Sie anderen

    Auch Ihr Umgang mit anderen Personen spielt für Ihren Status eine große Rolle. Besonders Hilfsbereitschaft kommt bei den Mitmenschen sehr gut an und sorgt dafür, dass Sie in deren Wertschätzung steigen. Dabei sollte jedoch wirklich die Hilfe im Vordergrund stehen. Anderen zu helfen, um selbst in einem besseren Licht wahrgenommen zu werden, bewirkt das Gegenteil.

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