Hahaha… sehr amüsant. Die aktuelle Ausgabe des Human Ressources Manager wartet mit einem äußerst originellen Titelbild und einer richtig frechen Stellenabsage auf (Zum Vergrößern des Fotos dieses bitte anklicken). Dort schreibt ein fiktiver Bewerber an ein ausschreibendes Unternehmen folgenden Brief…
Sehr geehrter Herr Müller,
mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige im Hamburger Tagblatt gelesen. Obgleich die von Ihnen beschriebenen Aufgaben durchaus reizvoll klingen, muss ich Ihnen hiermit leider absagen. Ich möchte Ihnen an dieser Stelle auch die wichtigsten Gründe kurz mitteilen:
- Meine Recherchen auf Bewertungsplattformen im Internet und in verschiedenen Sozialen Netzwerken haben ergeben, dass Ihre Unternehmenskultur ausbaufähig ist. Die Stimmung unter den Mitarbeitern ist schlecht. Es soll ein rauer Ton herrschen und wenig Handlungsfreiraum sowie Entwicklungsmöglichkeiten geben.
- Ich weiß, dass Sie keine flexiblen Arbeitszeitmodelle anbieten. Auf diese wäre ich aber angewiesen, da ich zwei Kinder habe.
- Sie inserieren immer noch in Tageszeitungen. Weder eine Facebook-Seite noch einen Twitter-Kanal hat Ihr Unternehmen. Die Social Media scheinen Ihnen fremd zu sein. Auch auf Ihrer Homepage finde ich kaum Informationen.
Sollten Sie Ihre Defizite in der Zukunft abstellen, können Sie mich gerne kontaktieren.
Mit freundlichen Grüßen
Peter M. Schmitt
Auch wenn das Satire ist: Wer hat sich gerade wiedererkannt?
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S.Bauer
Dies ist eine Satire mit sehr realem Kern. Im realen Leben habe ich schon mal so ähnlich einem Unternehmen gegenüber reagiert.
Ich wurde über mein Netzwerk von der Personalerin einer Tochtergesellschaft eines bekannten Konzernes eingeladen, “zum gegenseitigen Kennenlernen”. Als Physiker mit fundierten IT-Kenntnissen ist man durchaus gesucht, und man checkt gerne des öfteren seinen Marktwert ab. Also bin ich hingefahren. Das Gespräch lief auch optimal, das Gebiet war sehr interessant, meine Qualifikationen hätten sehr gut gepasst. Ich habe durchaus in Erwägung gezogen, zu wechseln.
Bis zu dem Moment, als ich ganz höflich-neutral anmerkte, daß meiner Frau ebenfalls an ihrer Karriere gelegen ist, und ob es deshalb aus familiären Gründen die Möglichkeit gäbe, flexibel mit reduzierter Arbeitszeit anzuheuern. Das Interviewkommitee schaute mich etwas gequält an, und meinte wortwörtlich: “Tut uns leid, aber bei uns nimmt man die Arbeit ernst.”
Damit haben sie sich eine absolute Unverschämtheit erlaubt, denn damit haben sie mir direkt Faulenzerei vorgeworfen. Desweiteren war schon alleine diese Antwort extrem entlarvend, was die Unternehmenskultur angeht, die höchstwahrscheinlich im 20sten Jahrhundert stehengeblieben ist. Ich habe das Gespräch dann höflich-professionell zu Ende gebracht, und habe am nächsten Tag mitgeteilt, daß ich leider kein Interesse habe.
Aysberg
Sehr schön, solche Briefe sollte man vermehrt verschicken. Das geht dann in die Richtung “Social Media” für Offliner.
Nicht ganz so ehrlich aber ähnlich habe ich (als externer Dienstleister) mal einem bekannten bayerischen Autohersteller abgesagt, als ein unter Zeitdruck stehendes Projekt partout nicht vorangehen wollte. Die Deadline war sechs Wochen später und eineinhalb Wochen nach dem ersten Gespräch ging es immer noch darum, welchem Gerichtstand unser Vertrag unterliegen sollte…
Domingos
mich würde ja mal interessieren, wie brauchbar diese Bewertungsplattformen sind. Tendentiell werden die Bewwertungen wohl eher negativ ausfallen, weill man sich eher über etwas beschwert als es lobt. Abgesehen davon ist das doch ziemlich weit hergeholt. Ich kenne kaum ein Unternehmen aus dem Mittelstand, dass auf Facebook oder Twitter ist. Das mit den flexiblen Arbeitszeiten fände ich aber nachvollziehbar.