Stellengesuch-Anzeige-Jobsuche
Wer schaltet im Zeitalter von Social Media noch so ein altmodisches Stellengesuch in einem Print-Titel? Die Frage ist durchaus berechtigt. Die Erfahrung lehrt aber zugleich: die erfolgreichen Jobsucher tun das. So ein Stellengesuch lohnt sich auch heute noch. Nicht wenige Chefs und Personalverantwortliche lesen noch immer Zeitung - und zwar dann, wenn sie ganz entspannt sind: samstags auf der Couch. Stellensuchanzeigen von Bewerbern führen daher regelmäßig zu zwei bis zehn Anfragen von Unternehmen oder Personalberatern, die eine passende Vakanz zu besetzen haben. Darunter sind häufig auch bekannte Großunternehmen wie beispielsweise Eon oder Vodafone...

Stellengesuch aufgeben: Für wen lohnt sich das?

Zeitunglesen-Stellengesuch-schaltenGanz besonders lohnt sich das klassische Stellengesuch für Bewerber mit vielfältigen Einsatzbereichen. Dazu gehören beispielsweise Berufseinsteiger, die noch nicht auf ein bestimmtes Fachgebiet festgelegt sind, sowie Sekretärinnen, Buchhalter und eventuell sogar Geschäftsführer. Diese fahren am besten mit dem Stellengesuch aufgeben in der regionalen Tagespresse.

Noch bessere Erfolgsaussichten hat ein Stellengesuch in der Fachpresse. Fachzeitschriften kommen üblicherweise während der Arbeitszeit auf den Schreibtisch der Entscheider, und die darin abgedruckten Stellensuchanzeigen werden gründlich gelesen.

Ich erinnere mich noch gut an meine Zeit als Personalreferentin: Nach Erscheinen einer neuen Ausgabe der Versicherungswirtschaft gaben sich regelmäßig die Abteilungsleiter in meinem Büro die Klinke in die Hand, um mich zu bitten, diesen oder jenen Verfasser eines Stellengesuchs anzuschreiben.

Fachkräfte mit branchenspezifischer Erfahrung, wie Banker, Lacktechniker, Kunststoffspezialisten, Werbefachleute oder Krankenhausmitarbeiter, sollten wiederum die Chancen einer Stellensuchanzeige in den einschlägigen Fachtiteln nutzen. Wenn sie darüber hinaus örtlich flexibel sind, vervielfältigen sie durch bundesweites Erscheinen ihre Möglichkeiten.

Was kostet ein Stellengesuch?

Der Preis hängt von der Anzeigengröße ab, und die Größe sollte der Position angemessen sein.

Aber: Auch bei einer Sekretärin oder einem Sachbearbeiter ist eine Kleinanzeige nicht empfehlenswert, wenn mehr als ein 400-Euro-Job gesucht wird. Das wäre am falschen Ende gespart. Denn wenn Sie selbst nicht bereit sind, in sich zu investieren, warum sollte der Arbeitgeber das tun?

Insgesamt sind die Anzeigen gar nicht so teuer, wie manche vielleicht meinen. Stellengesuche werden oft zu Sonderpreisen angeboten. So zahlen Sie beispielsweise bei einer großen Tageszeitung im Rheinland für ein Stellengesuch von zwei Spalten Breite (das sind 90 Millimeter) und 50 Millimeter Höhe einen Festpreis von 90 Euro einschließlich Chiffregebühr.

Auch andere Tageszeitungen verfahren ähnlich.

Bei Fachtiteln müssen Sie unter Umständen tiefer in die Tasche greifen, wenn Sie ein Stellengesuch aufgeben wollen. Die Anzeigenpreise finden Sie den jeweiligen Mediadaten. Die Zeitschrift Werben und Verkaufen verlangt von Stellensuchenden beispielsweise 2 Euro pro Millimeter. Bei einer 2-spaltigen Anzeige von 50 Millimeter Höhe wären dies also 200 Euro.

In der Versicherungswirtschaft beträgt der Millimeterpreis sogar 2,50 Euro. Für ein Inserat in gleicher Größe wären also 250 Euro fällig. Hinzu kommt jeweils noch die Chiffregebühr von etwa 10 bis 12 Euro.

Im Preis für das Print-Stellengesuch ist allerdings häufig noch eine Gratis-Online-Schaltung für einen begrenzten Zeitraum enthalten.

Stellengesuch aufgeben: Text und Layout abstimmen

Natürlich hängt der Erfolg Ihres Stellengesuchs wesentlich davon ab, was Sie hineinschreiben und wie Sie es gestalten.

Im Vorfeld sollten Sie sich daher genau darüber klar werden, welchen Nutzen Sie Ihrem zukünftigen Arbeitgeber zu bieten haben. Wenn Sie das deutlich machen, hebt Ihre Anzeige sich schon im Aufbau von anderen Stellengesuchen ab.

Nachfolgende einige praktische Tipps zum Anzeigenaufbau:

  1. Beginnen Sie mit einer Überschrift, einer Art Slogan, die Aufmerksamkeit weckt und dem potenziellen Arbeitgeber den Mund wässrig macht. Beschäftigen Sie sich im Vorfeld ausführlich damit, welche Probleme Sie für welchen möglichen Arbeitgeber lösen können und welche Vorteile er davon hat. Genau das wird Ihre Überschrift. Also nicht:

    "Kfm. Angestellte"

    sondern:

    "Aktive Verkaufsförderung im In- und Ausland".
  2. Verzichten Sie auf das, was Sie suchen - also interessante Herausforderung, gute Entwicklungsmöglichkeiten. Ihr Stellengesuch ist kein Wunschzettel und der Arbeitgeber nicht der Weihnachtsmann. Woher sollte er zudem wissen, was für Sie eine interessante Herausforderung bedeutet?
  3. Nach der Überschrift stellen Sie sich kurz vor. Sie nennen Ihre Berufsausbildung, Ihr Alter und das Hauptgebiet Ihrer Berufserfahrung.
  4. Die Hauptschlagzeile steht fett und groß in der Mitte der Anzeige und bezeichnet die gewünschte Position, zum Beispiel "Verkaufssachbearbeiterin" oder "Systemanalytiker". Diese können Sie dann noch ein wenig näher beschreiben, etwa "auch freiberuflich".
  5. Ergänzt wird das Ganze durch die Angabe Ihrer Erfahrungsschwerpunkte sowie der besonderen Fähigkeiten und Kenntnisse, die Sie für die gewünschte Position qualifizieren.
  6. Dann folgt nur noch Ihre Kontaktadresse, in der Regel unter Chiffre, und der Text Ihrer Stellensuchanzeige ist komplett.
  7. Beim Layout der Anzeige achten Sie darauf, dass sie nicht als eintöniger Fließtext herunter geschrieben wird. Strukturieren Sie den Inhalt! Arbeiten Sie mit Fettschrift und mit verschiedenen Absätzen. Ein unregelmäßiger Aufbau der Anzeige sorgt für mehr Aufmerksamkeit der Leser.
  8. Wenn Sie Ihren Text an die Anzeigenabteilung der Zeitung/Zeitschrift übermitteln, fügen Sie unbedingt ein Layoutmuster bei. Schließlich möchten Sie ja, dass Ihre Anzeige so erscheint, wie Sie sie gestaltet haben. Manche Zeitungen/Zeitschriften übersenden Ihnen auch auf Wunsch vorab einen Korrekturbeleg, so dass Sie noch Verbesserungen vornehmen können.

Stellengesuch Muster:

Und so könnte Ihre Suchanzeige dann aussehen:

Stellengesuch-Beispiel

Stellensuchanzeigen gehören ins Portfolio eines jeden Bewerbers. Ein Inserat mit gut durchdachtem Text und interessantem Layout entfaltet starke Wirkung und eröffnet Chancen bei Unternehmen, auf die Sie vielleicht selbst nie gekommen wären.

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