Neues Jahr, neues Spiel: Zu Beginn des Geschäftsjahrs sind die Budgets wieder frisch bestückt, die Jobbörsen bieten zahlreiche neu ausgeschriebenen Stellen, der Kampf um Talente geht in die nächste Runde. Und genau das ist Ihre Chance, falls Sie sich gerade nach einem (ersten) Arbeitsplatz umsehen. In dem Fall sollten Sie sofort ein paar gute Neujahrs-Vorsätze für Ihre Stellensuche fassen. Wir hätten da sogar ein paar Vorschläge…

Damit Ihr Vorhaben klappt, sollten Sie allerdings die typischen Fehler bei der typischen Jahresziel-Formulierung vermeiden: Tabu sind zum Beispiel alle Wischiwaschi-Vorsätze vom Typ “Ich will einen tollen Job bei einem Top-Arbeitgeber bekommen.” Diese Absichtserklärungen sind so konkret wie “Ich will meinen Traumpartner finden, mit dem ich in alle Ewigkeit glücklich bin.” Beides will irgendwie jeder, kriegt man so aber praktisch nie. Der Grund: viel zu wolkig, idealistisch, allgemein.

Damit Ihre Pläne real werden, müssen Sie diese so detailliert wie möglich festlegen, und zwar:

  • was Sie erreichen wollen,
  • wie Sie dabei vorgehen werden und
  • bis wann Sie das Ziel erreichen wollen.

Entscheidend ist außerdem, dass diese Absichten realistisch und für Sie auch attraktiv sind. Größere Pläne etwa sollten Sie liebe auf einige Zwischenziele – sogenannte Meilensteine – herunterbrechen und so für erste Teilerfolge auf dem langen Weg dorthin sorgen. Das motiviert Sie zusätzlich.

Und wenn Sie jetzt noch unschlüssig sind, was Sie sich vornehmen könnten: Hier unsere Vorschläge…

Vorsatz 1: “Ich werde mich deutlich positionieren.”

Beim Bewerben geht es nicht darum, Berge von Papier zu produzieren. Wenn Sie erfolgreich sein wollen, müssen Sie Aufmerksamkeit und Interesse von Arbeitgebern erregen. Das gelingt am Besten, indem Sie sich klar positionieren, wie eine Marke für etwas stehen: etwa für

  • besonders tiefe Fachkenntnisse in einem Bereich oder
  • spezifische und gefragte Qualifikationen und Fähigkeiten.

Beachten Sie beim Positionieren aber, dass zwar meist ein Spezialist gefordert wird, eingestellt und befördert aber öfter der Generalist. Deswegen sollten Sie sich nicht zu schmalspurig aufstellen, sondern auch Ihre überfachlichen Kompetenzen belegen.

Vorsatz 2: “Ich werde meine Bewerbungsmappe überarbeiten.”

Wie lange ist es her, dass Sie Ihre Bewerbungsunterlagen aktualisiert haben? Um Personaler zu überzeugen, die täglich dutzende Bewerbungen lesen, müssen Anschreiben UND Lebenslauf aufs Unternehmen und die Stelle zugeschnitten werden. Standardschreiben oder gar Massenware zu verteilen führt nur zu Absagen. Dazu kommt, dass auch die Bewerbungen gewissen Moden folgen: Was letztens noch ein heißer Tipp war, ist heute vielleicht nur noch Schnee von gestern. Damit Ihre Bewerbungen ankommen, hilft nur umfassende Vorab-Information. Wenn Ihnen das Formulieren trotzdem nicht selbst gelingt oder Sie von der Vielzahl der angeblich todsicheren Ratschläge im Internet verwirrt sind, sollten Sie einen erfahrenen Bewerbungshelfer zu Rate ziehen.

Vorsatz 3: “Ich werde neue Bewerbungswege ausprobieren.”

Wenn Sie bisher nur auf Stellenanzeigen reagieren, sollten Sie sich unbedingt nach Alternativen umsehen. Schließlich werden bereits 40 Prozent der offenen Stellen – und darunter die attraktivsten – gar nicht ausgeschrieben. Auf diese Angebote stoßen Sie, indem Sie direkt auf Arbeitgeber zugehen, frühzeitig Kontakte knüpfen – oder für Reputation im Internet sorgen. Blogs und Twitter eignen sich derzeit besonders gut, um durch Expertise zu glänzen und gleichzeitig für Personaler und Headhunter auffindbar zu sein. Zum Netzwerken eignen sich aber auch Alumni-Netze und Jobmessen, die vor allem im Frühjahr zahlreich stattfinden. Planen Sie jetzt schon die entsprechenden Besuche und aktualisieren dafür Ihre Online-Profile.

Vorsatz 4: “Ich werde selbstbewusster auftreten.”

Als Berufsanfänger oder Arbeitsuchender kommen sich vielleicht wie ein Bittsteller vor. Doch das ist falsch: Sie sind hochqualifiziert, spezialisiert – und wissen, was Sie wollen. Entsprechend sollten Sie auch am Arbeitsmarkt agieren. Das bedeutet: Sie bewerben sich nicht auf jede x-beliebige Stelle, die auch nur entfernt etwas mit Ihren Qualifikationen zu tun hat. Sie konzentrieren sich vielmehr auf die Jobs, die Sie wirklich reizen – und wuchern dort mit Ihren Pfunden. Je selbstbewusster Sie in Bewerbung und Vorstellungsgespräch auftreten und vermitteln, die Idealbesetzung für genau diese Stelle zu sein, desto eher bekommen sie den Job.

Vorsatz 5: “Ich nutze alle möglichen Einstiegsoptionen.”

Klar: Optimal ist natürlich immer ein unbefristetes Anstellungsverhältnis. Doch gerade Berufsanfängern und Quereinsteigern werden in der Regel nur befristete Stellen angeboten – da können Sie leider nicht allzu wählerisch sein. Für Branchenwechsler kommt auch eine freie Mitarbeit in Frage, um erst mal Expertise zu erwerben. Berufseinsteiger sollten über Trainee-Stellen, Projektverträge oder notfalls sogar Praktika nachdenken, wenn das passende Stellenangebot auf sich warten lässt. So bekommen sie ein Fuß in die Tür – das macht den zweiten Schritt umso leichter. Wichtig ist nur, dass Sie diese Tätigkeit beruflich weiterbringt – alles andere führt in die Sackgasse. Wenn gar nichts geht, sollten Sie sich weiterbilden. Bachelor haben es dabei natürlich am leichtesten, weil sie einfach den Master draufsatteln können.

Als aufmerksamer Leser ist Ihnen natürlich längst aufgefallen, dass selbst diese fünf Vorsätze noch recht vage formuliert sind. Kein Wunder: Wir können hier keine individuellen Rezepte liefern, die in jeder Situation garantiert zum Erfolg führen, wenn man sie nur buchstabengetreu ausführt. Diese Vorsätze funktionieren erst dann, wenn Sie diese auf Ihre Verhältnisse zuschneidern sowie zeitlich und inhaltlich konkretisieren. Am Besten legen Sie damit sofort los. Einmal, weil das neue Jahr heute beginnt. Zum Zweiten, weil die Erfolgswahrscheinlichkeit ihrer Vorhaben gegen Null geht, wenn Sie sie deren Umsetzung länger als 72 Stunden aufschieben. Worauf warten Sie also noch?

Apropos: Was haben Sie sich sonst noch für 2013 vorgenommen?

Schreiben Sie uns doch einen Kommentar dazu…