Studenten haben es – und das meine ich völlig ernst – wirklich nicht leicht. Neben Studienarbeiten, teilweise enormen Stoff- und Lernumfängen, Klausuren und Wahl-Seminaren müssen Sie oft noch Nebenjob, Ehrenamt und Freizeit bewältigen. Kurz gesagt: Ein ernsthaft betriebenes Studium erfordert durchaus Engagement und Einsatz. Die Zeiten, in denen ein Studium völlig entspannt und ohne jede Anstrengung absolviert werden konnte, sind vorbei – falls es sie denn jemals gab. Bei all diesen Aufgaben und Anforderungen ist es völlig verständlich, dass sich Studenten frühestens in den letzten beiden Semestern Gedanken um den Berufseinstieg machen. Die dann verbleibende Zeit kann für die Jobsuche reichen, keine Frage. Doch wer sich den ersten Job schon während des Studiums sichern und schlussendlich vielleicht sogar die Wahl zwischen verschiedenen Optionen haben will, sollte früher damit beginnen.

Halt, stopp! Werden Sie jetzt nicht sofort aktiv, lesen Sie bitte erst mal weiter. Natürlich geht es nicht darum, dass Sie sich im zweiten oder dritten Semester auf Stellensuche begeben. Das wäre dann doch ein ganz klein wenig zu früh. Doch Sie können bereits im ersten Semester damit beginnen, Ihren Berufseinstieg vorzubereiten – und profitieren davon auch im Studium. Eine Warnung im Vorfeld: Ohne Engagement, Energie- und Zeiteinsatz wird das jedoch nicht funktionieren. Sorry.

Personal Branding – Reputation muss wachsen

Das Stichwort heißt hier Personal Branding, also der Aufbau Ihrer Eigenmarke. Wenig überraschend: Die Social Media bieten sich dafür als Plattform und Kommunikationskanäle an. Wer wirklich sichtbar werden und sich in einem bestimmten Themengebiet positionieren will, kommt an einem eigenen Blog früher oder später nicht vorbei. Wenn Bloggen für Sie völlig neu ist, können Sie zuerst mit einem anderen Thema Erfahrungen sammeln und sich dann an Ihr Fachgebiet wagen. Dass Sie die sozialen Netzwerke für die Verbreitung Ihrer Artikel und den Aufbau eines Netzwerks nutzen sollten, versteht sich von selbst.

Doch wer seine Reputation nur in und durch Social Media aufbauen will, ignoriert wichtiges Potenzial und lässt sich zahlreiche Chancen entgehen. Gerade im Blick auf den späteren Berufseinstieg sollten Sie sich auch im persönlichen und professionellen Umfeld um aktive Netzwerkarbeit bemühen. Dazu gehören Gespräche und Beziehungsaufbau zu Kommilitonen, die Teilnahme an Kooperationsprojekten von Hochschule und Unternehmen sowie das Engagement in Hochschulgremien. Auch das Alumni-Netzwerk Ihrer Hochschule sollten Sie aktiv nutzen, denn hier finden Sie vermutlich am leichtesten Kontakt zu Vertretern der Wirtschaft.

Arbeit und Erfahrung als Reputations-Verstärker

Beachten Sie bei all Ihren Aktivitäten bitte die Grundregel guter Netzwerkarbeit: Fallen Sie nicht mit der Tür ins Haus, bieten Sie Ihrem Netzwerkpartner Mehrwert und pflegen Sie einmal begonnene Kontakte aktiv und bewusst. Idealerweise etablieren Sie von Anfang an ein System, mit dem Sie sich die wichtigsten Informationen und Stichworte zu den verschiedenen Kontakten notieren und merken können. Ein solches Adressbuch – wie Sie das technisch realisieren liegt ganz bei Ihnen – kann sich im Lauf der Zeit zu einem wertvollen Wissensschatz entwickeln. Ohne ein solches System ist aktive und nachhaltige Netzwerkarbeit jedoch fast unmöglich.

Doch auch ehrenamtliches Engagement und die gezielte Auswahl von Neben- oder Studentenjobs können Sie dem erfolgreichen Berufseinstieg näher bringen. Einerseits erweitern Sie durch solche Aktivitäten Ihr Netzwerk, andererseits können Sie so erste Berufserfahrung sammeln oder zumindest Einblicke in Unternehmen gewinnen. Nebenjobs sind Ihnen zu traditionell und langweilig? Dann können Sie sich – entsprechende Fähigkeiten vorausgesetzt – bereits während des Studiums als Freiberufler versuchen. Setzen Sie Ihre Erwartungen jedoch nicht zu hoch an, die Suche nach dem ersten Auftrag kann sich durchaus etwas in die Länge ziehen.

Haben Sie sich als Freiberufler allerdings einen Kundenstamm aufgebaut, kann sich diese Tätigkeit zu einer lohnenden Einkommensquelle und vor allem zu einem echten Reputation-Verstärker entwickeln. Sie sehen, es gibt zahlreiche Möglichkeiten, bereits während des Studiums den Berufseinstieg vorzubereiten. Alle genannten Wege und Strategien haben eines gemeinsam: Die Umsetzung nimmt Zeit und Energie in Anspruch. Wer einen schnellen und bequemen Weg sucht, wird vermutlich enttäuscht sein. Doch der Einsatz lohnt sich, denn wer sein Netzwerk aktiv und gezielt ausbaut, hat am Ende des Studiums oft die Wahl zwischen verschiedenen Job-Angeboten.

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